Mahnfeuer gegen B15neu am Samstagabend

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Am morgigen Samstag, den 10. Januar 2015, wird es eine weitere Mahnfeueraktion gegen die B15neu geben.
  • schließen

Landkreis - Vor acht Monaten gab es eine Mahnfeuer-Aktion gegen die B15neu. Seitdem hat sich die Trassenplanung verändert, viele Resolutionen durch Kommunen folgten. Am Samstag sollen neue Mahnfeuer brennen.

Die Mahnfeuer in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Erding und Landshut sollen am Samstagabend wieder Zeichen gegen die Planungen für eine B15neu sein. Bereits im Mai 2014 haben sich viele Bürger gegen die Trasse durch idyllische Naturfleckerl ausgesprochen. Diskussionen kamen auf. Viele wehren sich gegen die B15neu, etliche befürworten einen solchen Straßenbau.

Bislang ist noch nichts entschieden, die Planungen jedoch laufen. Nachdem es in jüngsten Veröffentlichungen um weitere betroffene Ortschaften geht, zeigen sich die Initiatoren der Mahnfeuer-Aktion überzeugt davon, dass diese Demonstration gegen die B15neu den Widerstand deutlich machen werde.

Liste der Orte für Mahnfeuer im Landkreis Rosenheim

Auch im Stadtgebiet gibt es ein Mahnfeuer

Der enorme Widerstand habe sich gelohnt, ist sich auch Fritz Schott sicher. Der Mitinitiator der Mahnfeueraktion gegen die B15neu setzt erneut hohe Wirkung auf die Mahnfeuer entlang der geplanten Trasse am Samstagabend. „Das Thema Flächenverbrauch rückt immer stärker in den Vordergrund - mehr und mehr erkennen die Menschen, dass sie dadurch auch wirtschaftliche Nachteile zu befürchten haben“, so Schott gegenüber wasserburg24.de. „Jetzt kommt Bewegung in diese seit 40 Jahren starre Planung für eine Nord-Süd-Transitstrecke“. Der Zeitpunkt für eine erneute Mahnfeuer-Aktion sei wichtig, so Schott. Momentan seien die Planungen schließlich noch nicht abgeschlossen. „Der Bayerische Verkehrsminister hat die weitere Planung für eine "B15 neu" - oder den Ausbau der B15 an die Staatlichen Bauämter Landshut, Freising und Rosenheim übertragen. Damit wären die Pläne für eine "gelbe Autobahn" zwischen Landshut und Rosenheim erledigt“, freut sich Schott.

Autobahndirektion wirklich außen vor?

Nachgefragt bei Gilbert Peiker von der Autobahndirektion Südbayern heißt es, momentan werde viel abgewogen bezüglich dieses Projekts. „Unter anderem aufgrund der öffentlichen Reaktionen hat man Überlegungen angestellt, eine andere Lösung untersuchen zu lassen und eventuell diese weitere Möglichkeit beim Bundesverkehrswegeplan anzumelden“, so Gilbert Peiker gegenüber wasserburg24.de. Momentan finde ein Nachdenken auf höchster Ebene statt, heißt es aus der Autobahndirektion Südbayern weiter.„Momentan kann ich Ihnen nicht mehr sagen, wohl aber, dass dann, wenn ein Ausbau der B15 in einem geringeren Umfang, wie bislang angedacht, in Erwägung gezogen würde, dies von den zuständigen Bauämtern gemacht werden könnte“,  so Peiker.

Aktuell seien den Bauämtern jedoch noch keine Unterlagen zugegangen, so der leitende Baudirektor gegenüber wasserburg24.de. „Die Projektdaten liegen alle noch bei uns“. Es fehle noch an der Entscheidung durch das Ministerium, aktuell befinde man sich in einem schwebenden Prozess, so Peiker. Aktuell gehe es darum, dass das Land Bayern dem Bund Projektdetails in der Anmeldung übermittle, das Land sei am Zug, entweder zu sagen, dass die angemeldete Trasse so in Ordnung gehe, oder zu sagen, es werde eine andere oder sogar zweite Trasse eingereicht, erklärt der Zuständige der Autobahndirektion weiter. Der Bund wiederum werde sehr wohl die Überlegungen des Landes genau anschauen und sich selbst eine Meinung bilden.

Alles offen

Auf die Frage von wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair, ob die Autobahndirektion Südbayern momentan in Bezug auf das Projekt B15neu beurlaubt sei, lächelt Gilbert Peiker. „Wir haben ja auch noch andere Projekte“, so Peiker süffisant. „Wir sind sozusagen in hab Acht-Stellung“. Er glaube, dass bei einer möglichen zweiten Trassenanmeldung sehr wohl die Autobahndirektion Südbayern diese Schritte noch vollziehen werde, so der Baudirektor. So schnell könne ein Bauamt diese Dinge gar nicht übernehmen, ist sich Peiker sicher. „Derzeit warten wir ab, was passiert. Wenn von uns was gefordert wird, erledigen wir dies, interessant wird die Bewertung des Bundesverkehrswegeplans, da ist tatsächlich alles offen“ ist Peiker überzeugt. Im Laufe der nächsten vier Wochen könnte es schon zu einer Entscheidung kommen, zumindest aber zu Detailinformationen. Sollten noch weitere oder andere Projektverläufe zur B15neu angemeldet werden, muss dies zeitnah erfolgen. „Schließlich muss die Eingabe für den Bundesverkehrswegeplan irgendwann abgeschlossen sein“, so Peiker abschließend. Er rechnet damit, dass bereits im März mehr Details klar sein werden.

Mahnfeuer genau zur richtigen Zeit?

Mahnfeueraktion im Mai 2014

Umso mehr bestärkt fühlen sich momentan die Bürgerinitiativen und Gegnergemeinschaften. „Mit dem öffentlichen Widerstand haben wir Bewegung in diese Planungen gebracht“ zeigt sich unter anderem Fritz Schott überzeugt. „Unsere neue Mahnfeueraktion wird zeigen, dass noch mehr Gegner der B15neu hinzugekommen sind“, so Schott gegenüber wasserburg24.de.

Feuerwehr hofft auf besondere Vorsicht

Im Gespräch mit wasserburg24.de erklärt Kreisbrandrat Richard Schrank, dass er die Zuständigen der Mahnfeuer darum bitte, besonders vorsichtig mit den Mahnfeuern umzugehen. „Der angesagte Wind sollte immer beobachtet werden und grundsätzlich sehr darauf geachtet werden, dass die Feuer unter Kontrolle bleiben“, so Schrank. Zudem dürfen nur natürliche Materialien verbrannt werden, gibt die Feuerwehr zu bedenken. Man hoffe auf einen guten Verlauf der Mahnfeueraktion, ohne gefährliche Situationen und ohne Großeinsätze durch die Feuerwehr.

Die Mahnfeueraktion am kommenden Samstagabend, den 10. Januar findet genau acht Monate nach der ersten, öffentlichkeitswirksamen Mahnfeueraktion statt. Die Zuständigen aus den Landratsämtern, die für Ordnung und Sicherheit arbeiten, haben am Freitag die Erlaubnis erteilt, dass an den angemeldeten Standorten Mahnfeuer in der Zeit von 18 bis 22 Uhr brennen dürfen. Hohe Sicherheitshinweise wurden ausgesprochen.   

Die Initiatoren erwarten wieder hohe Anteilnahme. Es wird erwartet , dass sich sowohl aus den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Erding als auch Landshut viele Gegner an der Mahnfeuer-Aktion beteiligen werden. Auch die neu dazugekommenen Ortschaften, beispielsweise Hohenpolding, Steinkirchen, Taufkirchen, Dorfen, St. Wolfgang, die vor allem dann betroffen wären, wenn es um eine bestandsorientierte Trassenplanung ginge. Viele Gegnergemeinschaften haben angekündigt, mit dabei zu sein, darunter auch die Grünen aus dem Landkreis Rosenheim, heißt es vom Büro der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser