"Sie sollen so leben, wie sie das möchten"

Landkreis - Die Selbständigkeit von Menschen mit Behinderung fördern und eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen - das hat sich der Landkreis zum Ziel gesetzt.

Grundlage für alle zukünftigen Entscheidungen in diesem Bereich soll ein Teilhabeplan sein. Er wird in den nächsten Monaten entwickelt werden. Den Weg dorthin stellten heute Landrat Josef Neiderhell, die Abteilungsleiterin Bettina Bauer und der Sozialplaner des Landkreises Jürgen Laupheimer vor.

Für Josef Neiderhell ist eines klar: „Menschen mit Behinderung sollen in der Gesellschaft dabei sein. Sie sollen in unserem Landkreis so leben können, wie sie das gerne möchten.“ Ein wichtiger Meilenstein bei der Erreichung dieses Ziels sei daher die erste Planungskonferenz am 29. September in Raubling. An diesem Tag stehen die Themen und Fragestellungen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Verbänden, Vereinen, Einrichtungen, Diensten und Initiativen sowie den Betroffenen selbst im Mittelpunkt. Die Beteiligten haben die Möglichkeit, ihre Fragen, Erfahrungen und Anliegen in moderierten Arbeitsgruppen zu diskutieren. Zudem wird über den bevorstehenden Planungsablauf informiert und landkreisspezifische Daten zur Situation behinderter Menschen im Landkreis dargestellt.

Die aus der Planungskonferenz gewonnenen Erkenntnisse sind die Grundlagen für die Arbeitsgruppen, die sich im Anschluss daran gründen. Ihre Aufgabe ist es, in den nächsten Monaten für unterschiedliche Handlungsfelder, wie beispielsweise Schule oder Arbeit und Wohnen konkrete Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten.

Parallel dazu wird der Weg zum kommunalen Teilhabeplan durch zahlreiche Experteninterviews, eine schriftliche Befragung von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen sowie die Analyse planungsrelevanter Daten begleitet und ergänzt.

Alle gewonnenen Erkenntnisse laufen in einer Steuerungsgruppe zusammen. Die Mitglieder dieses zentralen Steuerungsgremiums treffen sich regelmäßig. Sie steuern den Planungsprozess, diskutieren und bewerten Ergebnisse und legen vorrangige Handlungsfelder fest. Dadurch wird das regionale Expertenwissen aus dem Landkreis eng mit der Planung verzahnt. Die Steuerungsgruppe setzt sich aus Vertretern der Kreisverwaltung, der Kreispolitik, der Trägerinstitutionen, je einem Delegierten der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Rosenheim, des Kreisverbandes Rosenheim des Bayerischen Gemeindetags sowie des Bezirks Oberbayern, der Behindertenbeauftragten des Landkreises Rosenheim und einem Selbstbetroffenen zusammen.

Organisiert wird der gesamte Planungsprozess vom Sozialplaner des Landkreises, Jürgen Laupheimer. Zudem wird der Landkreis durch das BASIS-Institut aus Bamberg begleitet und unterstützt. Das sozialwissenschaftliche Institut wird die erforderlichen Erhebungen durchführen, die Ergebnisse sammeln und gemeinsam mit der Steuerungsgruppe analysieren.

Aufgrund der besonderen Angebotsstruktur der Behindertenhilfe in der Region Rosenheim war es naheliegend, mit der Stadt Rosenheim zusammen zu arbeiten. So werden die Planungsschritte eng miteinander abgestimmt. Insbesondere die Befragung von Menschen mit Behinderung, die Experteninterviews und einige Arbeitsgruppen werden gemeinsam durchgeführt. Die Abfrage, Erhebung und Aufbereitung planungsrelevanter Daten soll eine größtmögliche gemeinsame und vergleichbare Datenbasis sowohl für die Stadt als auch den Landkreis Rosenheim schaffen.

Der zu entwickelnde Teilhabeplan wird die vorhandenen Hilfen für behinderte Menschen empirisch fundiert erheben, analysieren, bewerten und Empfehlungen und Vorschläge zur Weiterentwicklung und Vernetzung der Angebote erarbeiten. Er bietet damit Politik und Verwaltung eine Entscheidungsgrundlage für die Steuerung. Er soll die gemeinsame Verantwortung von Leistungsträgern, Leistungserbringern, politisch Verantwortlichen, Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen für eine bedarfsgerechte Angebots- und Teilhabestruktur dokumentieren.

Nach Fertigstellung wird der Teilhabeplan dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt. Anmeldungen für die erste Planungskonferenz in Raubling nimmt der Sozialplaner Jürgen Laupheimer bis spätestens 19. September entgegen. Er ist per E-Mail unter juergen.laupheimer@lra-rosenheim.de oder per Fax unter 08031/392-9025 zu erreichen.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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