Baubedarfsanalyse zeigt Stadt-Land-Gefälle

Wohnungen in der Stadt weiterhin Mangelware

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Landkreis - Im Landkreis genug, in der Stadt zu wenig. Wie in vielen Teilen Bayerns gibt es in der Region beim Bedarf an Wohnraum im Landkreis Rosenheim ein Stadt-Land-Gefälle. 

Bautätigkeit und Baubedarf fallen in Deutschland räumlich auseinander. Während es in allen Großstädten an Wohnungen mangelt, werden in vielen ländlichen Regionen deutlich zu viele Einfamilienhäuser gebaut. Laut der Baubedarfsanalyse des Instituts für Deutsche Wirtschaft ist der Baubedarf im Landkreis Rosenheim zu 100 Prozent gedeckt. Der Bedarf an großen Wohnungen ist im Landkreis Rosenheim sogar übererfüllt. 

Anders stellt es sich in der Stadt Rosenheim dar. Hier fehlt es im Schnitt deutlich an Wohnungen. Der Bedarf ist nur zu 59 Prozent erfüllt. 

Der enorme Wohnungsmangel in den Großstädten macht eine scharfe Preiskorrektur unwahrscheinlich. Selbst wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, die Zinsen wieder leicht steigen und die Wanderung in die Städte nachlässt, bleibt Wohnraum knapp. Laut Analyse werden in ländlichen Regionen vor allem Einfamilienhäuser gebaut. Setzt sich dieser Trend fort, befürchten Immobilienexperten unter anderem eine Zersiedelung und neue Leerstände. Grundsätzlich, so die Experten, gebe es genug Wohnungen, wenn sie an der richtigen Stelle wären. In vielen ländlichen Kreisen ist deutlich mehr gebaut worden als nötig gewesen wäre. Blickt man in den Nachbarlandkreis Traunstein, ist der Bedarf an Wohnraum mit 139 Prozent übererfüllt. 

Die Ursachen für diese Überbauung des ländlichen Raums sind laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln vielfältig. Sehr stark wirken hier die Niedrigzinsen, welche die Finanzierung günstiger und damit den Kauf einer Immobilie attraktiver machen. Auch die Erschwinglichkeit von großen Einfamilienhäusern ist damit in den letzten Jahren deutlich gestiegen.