Geologische Erkundungen im gemeinsamen Planungsraum

Brenner-Nordzulauf: Erste Bohrungen Ende des Jahres

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Rosenheim - Die Deutsche Bahn informierte am Montag über die weitere Vorgehensweise für den umstrittenen Brenner-Nordzulauf. Bereits Ende diesen Jahres wollen die Verantwortlichen mit den geologischen Untersuchungen starten.

Was passiert als Nächstes? Dieser Frage stellten sich Thorsten Gruber, Michael-Ernst Schmidt und Bernd Reiter von der Deutschen Bahn AG am Montag. "Wir werden bereits Ende diesen Jahres mit Bohrungen im Inntal sichtbar werden", sagte Gruber im Gespräch mit rosenheim24.de. Außerdem informierte er über die Gemeindeforen im sogenannten "erweiteten Planungsraum".

Zwei neue Gemeindeforen

Nach dem Neustart des Beteiligungsverfahrens und intensiven Diskussionen mit den Bürgermeistern wurden zwei Gemeindeforen gebildet. Das Forum eins besteht aus den Gemeinden: Tuntenhausen, Großkarolinenfeld, Bad Aibling, Schechen, Vogtareut und Prutting, dem Forum zwei gehören an: Bad Feilnbach, Kolbermoor, Rosenheim, Stephanskirchen, Rohrdorf und Riedering. Die lokalen Foren bilden das Herzstück der repräsentativen Öffentlichkeitsbeteiligung an den Planungen zum Brenner-Nordzulauf.

"Die Foren wurden so zusammengestellt, weil es wichtig ist, dass alle Interessenslagen pro Forum vertreten sind", erläuterte Gruber. "Sie erstrecken sich über alle möglichen Trassen hinweg, weswegen man sich für diese Ost-West Ausrichtung entschied." Jede Gemeinde stellt verschiedene Interessensvertreter, die am Dialogverfahren mitwirken.

Am vergangenen Mittwoch fand das erste Treffen in Bad Aibling statt. Hier ging es im Wesentlichen um die Bewertungsmethodik. Man will bis zum Ende des ersten Quartals 2018 einen Kriterienkatalog erstellen, um dann im Anschluss in die Korridor- und Trassenplanungen gehen zu können. "Das ist die Gleiche Vorgehensweise wie im Inntal auch schon", sagte Gruber. Bis März 2017 stehen ca. einmal pro Monat Treffen an.

Informationspolitik

Um eine bestmögliche Information für die Öffentlichkeit zu gewährleisten, werden die behandelten Unterlagen sowie die Protokolle im Entwurfsstadium sofort nach jedem Treffen auf der Homepage zum Brenner-Nordzulauf online gestellt, so Gruber.

Übersicht über die Regionalforen im Planungsgebiet

Geologische Erkundungen im gemeinsamen Planungsraum

Während im Raum Rosenheim das Beteiligungsverfahren neu beginnt, startet im oberen Inntal ein geologisches Erkundungsprogramm. "Wir wollen weitere Erkenntnisse über Boden- und Gebirgsaufbau einholen, um den Raum besser verstehen zu können. Wir gehen dem Inntal auf den Grund - nicht weil wir schon eine Trasse kennen, sondern die Entscheidung dafür auf eine fachlich gesicherte Grundlage stellen wollen", so DB-Projektgesamtleiter Gruber.

Bereits heute existieren laut Bahn zahlreiche Informationen zum Gebirgsaufbau im Inntal. Diese seien etwa durch Oberflächenkartierungen, Bergbautätigkeit oder im Zuge anderer Bauvorhaben gewonnen worden. Auf Basis dieser bereits bestehenden Daten haben Geologen Punkte identifiziert, an denen die Kenntnisse des Untergrunds noch unzureichend sind.

Erkundungsbohrungen und Geophysikalsche Untersuchungen

An diesen Punkten werden ab Ende 2017 Erkundungsbohrungen und geophysikalische Untersuchungen erfolgen.

Ablauf und Umfang der Erkundungsbohrungen

Mittels eines Bohrgeräts, das z.B. auf einem LKW montiert ist, werden Bohrkerne gewonnen. Diese sind unter anderem zur "Eichung" von ergänzend ausgeführten geophysikalischen Untersuchungen geeignet. Durch Bohrkerne wird die Struktur des Gebirgs deutlich erkennbar.

  • ca. 30 Bohrungen im deutschen und österreichischen Inntal
  • zwischen 30 bis 400 Metern Tiefe
  • ca. 3.000 Bohrkerne, die später im Labor untersucht werden
  • Arbeitsdauer je Bohrung zwischen 1 und 10 Wochen.

Geophysikalische Untersuchungen

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Die Geophysik stützt sich auf Untersuchungen mit seismischen und elektrischen Verfahren. Konkret werden z.B. durch einen Hammerschlag auf eine Metallplatte oder elektrische Anregung Impulse in den Untergrund abgegeben. Ausgelegte Kabel dienen zur Messung der Reflexions- bzw. Refraktionsmuster. Durch charakteristische Datenbilder können Geologen den Gebirgsaufbau näherungsweise modellieren.

  • Messungen im Umkreis von ca. 100 Metern der jeweiligen Impulsstelle
  • Bei allen Messungen werden addiert ca. 49 Kilometer Kabel ausgelegt
  • Arbeitsdauer je Messstelle beträgt nur wenige Stunden.

Zu möglichen Befürchtungen von Seiten der Bürger bzgl. der Untersuchungen sagt Gruber: "Das sind Erschütterungen, die völlig harmlos sind, man merkt sie gar nicht. Auch wir brauchen dafür die Genehmigungen vom Landratsamt und die Begehungsgenehmigung der Grundstückseigentümer." Die Betroffenen Privatleute werden noch im November von der DB Netz AG kontaktiert. Für Fragen und Anregungen stehen persönliche Ansprechpartner zur Verfügung.

Infobüro für alle Interessierten

Das Projekt Brenner-Nordzulauf hat nun eine feste Adresse in Rosenheim. Seit dem 1. August 2017 gibt es die neue Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Planungen der Neubaustrecke. In der Salinstraße 1, in 83022 Rosenheim, direkt am Rosenheimer Salingarten, stehen die Mitarbeiter des Projektteams interessierten Besuchern als Ansprechpartner bereit.

Öffnungszeiten:

dienstags und mittwochs, 12 bis 18 Uhr An Feiertagen geschlossen

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pic ture-alliance/ dpa

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