Bei den Maltesern geht eine Ära zu Ende

Neujahrsempfang unter dem Zeichen des Abschieds

Landkreis - Bei den Maltesern geht eine Ära zu Ende: Nach 40 Jahren zieht sich Hans Kerschbaumer bei den Rosenheimer Maltesern zurück.

Zum ersten Mal seit Beginn der Neujahrsempfänge der Rosenheimer Malteser steht heute ein anderes Gesicht vor Ihnen.“ Mit diesen Worten begrüßte der kommissarische Beauftragte Horst Rapphahn am vergangenen Wochenende die versammelten Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang der Hilfsorganisation. Die Verabschiedung von Hans Kerschbaumer, der die Rosenheimer Gliederung 1977 gegründet und 40 Jahre lang als Stadt- und Kreisbeauftragter geleitet hatte, stand im Zentrum des Abends. Aus diesem Grund hielt sein Nachfolger den Rückblick auf die vielfältigen Aktionen des vergangenen Jahrs und den Ausblick einige für 2018 geplante Projekte kurz.

Ausführlich lobten der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, und der zweite Bürgermeister der Stadt Rosenheim, Anton Heindl, in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Lokalpolitik, der Kirchen, von Polizei, Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie der Malteser aus der Erzdiözese das Wirken Kerschbaumers. "Heute geht für die Malteser in Rosenheim eine Ära zu Ende", betonte von Brandenstein-Zeppelin und trug eine lange Liste der Verdienste des scheidenden Beauftragten vor. Dazu zählten unter anderem der Aufbau eines Behindertenfahrdienstes sowie des Rettungsdienstes im Jahre 1979 und die Entwicklung des fahrzeuggebundenen Konzeptes für den Sanitätszug Bayern. Bei vielen Großereignissen koordinierte Kerschbaumer den Sanitätseinsatz, zum Beispiel beim Katholikentag 1984 oder den Papstbesuchen in den Jahren 2006 und 2011. Darüber hinaus engagierte er sich in vielen Auslandsprojekten, darunter im Jahr 1981 mit Lebensmitteltransporten nach Polen oder ab 1991 mit Hilfstransporten für Kroatien. Auch bei der Hochwasserkatastrophe 2013 in Bayern war Kerschbaumer im Einsatz. In den letzten Jahren widmete er sich zusätzlich der Versorgung von Flüchtlingen bei der Bundespolizei in Rosenheim.

"Wir sind auf die Gliederung Rosenheim (…) richtig stolz und wir sind Herrn Kerschbaumer für das, was er hier aufgebaut hat, von ganzem Herzen dankbar", sagte von Brandenstein-Zeppelin und überreichte gemeinsam mit der Diözesanleiterin der Malteser, Stephanie Freifrau von Freyberg, eine Figur der Schwarzen Madonna von Altötting und einen Bierkrug. In Vertretung der verhinderten Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer wandte sich Heindl in seinem Grußwort zunächst an Kerschbaumers Nachfolger: "Lieber Horst Rapphahn, Sie dürfen ein gut bestelltes Haus übernehmen". Im Namen der Stadt versicherte er: "Wir wollen und werden auch in Zukunft auf den unterschiedlichsten Ebenen sehr gut mit den Maltesern zusammenarbeiten (…) Ihr seid ein Eckpfeiler im Sozialgefüge unserer Stadt und unserer Gesellschaft."

Heindl lobte ebenfalls die besonderen Verdienste des langjährigen Stadt- und Kreisbeauftragten, den er seit der Kindheit kennt.

Sichtlich gerührt ehrte er Kerschbaumer mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Rosenheim,

die gemäß der Satzung der Stadt an Bürger verliehen werden kann, die durch hervorragende Leistungen „das Wohl oder das Ansehen der Stadt in besonderer Weise gemehrt haben“.

Ehrenzeichen am Bande des Freistaates Bayern

Außerdem verlieh Heindl im Namen des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann das Ehrenzeichen am Bande des Freistaates Bayern für 40-jährige Dienstzeit an Hans Kerschbaumer, Georg Höfer und Dr. Johannes Kaczynsky. Auch Höfer und Kaczynsky zählten zu den Männern der ersten Stunde und waren entscheidend am Aufbau der Einsatzgruppe beteiligt. "Man kann nicht einschätzen, wie oft Ihre Aufgaben Sie bis an die Grenze des Machbaren gebracht haben", so Heindl in seiner Ansprache.

Im Namen des THW, des Patenvereins der Rosenheimer Malteser, bedankte sich der Ortsbeauftragte Harald Feckl für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit und überreichte Kerschbaumer einen Geschenkkorb.

Die große Überraschung für den scheidenden Beauftragten bestand in einer Ehrenformation, zu der sich die Vertreter der Hilfsorganisationen nach den Ehrungen mit Fackeln im Hof aufstellten. An der Seite des Präsidenten von Brandenstein-Zeppelin schritt Kerschbaumer diese ab. Den Abschluss des offiziellen Teils bildete die Segnung von zwei Einsatzfahrzeugen durch den Malteser Diözesanseelsorger Prälat Josef Obermaier. Mit Unterstützung von Hanna Wirth, Dekanin der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Dekanatsbezirk Rosenheim, und Andreas Maria Zach, Stadtpfarrer und Ortsseelsorger der Rosenheimer Malteser, erbat Prälat Obermaier den Segen für die Fahrzeuge und alle Menschen, die damit fahren oder befördert werden. Zurück in der Fahrzeughalle, die von zahlreichen Helfern mit viel Aufwand zum Festsaal umfunktioniert worden war, gab es beim gemeinsamen Essen Gelegenheit zum Austausch über die Organisationsgrenzen hinaus. Mit Stolz präsentierten die Helfer auch ihren Gemeinschaftsraum, den sie in den vergangenen Monaten mit rein ehrenamtlicher Arbeit und gespendeten Materialien und Elektroarbeiten mit einer Bar ausgestattet hatten.

Für den musikalischen Rahmen während der Feierlichkeiten sorgte eine Gruppe von Freiwilligen aus den 7. bis 10. Bläserklassen der Mädchenrealschule Rosenheim unter der Leitung von Georg Hermannsdorfer.

Pressemitteilung Malteser Hilfsdienst e.V.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Celina Lindinger/Malteser

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser