Arbeitsmarktbericht für März

Arbeitslosenzahl sinkt unter die "Neuntausender-Marke"

Rosenheim - Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichte den Arbeitsmarktbericht des Landkreises Rosenheim. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3 Prozent so niedrig wie noch nie im Monat März.

"Die Zahl der Arbeitslosen ist von 9 770 im Februar deutlich auf nun 8 770 Personen zurückgegangen", sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. "Wir haben von den milden Temperaturen profitiert und konnten bei den Wiedereinstellern teilweise bereits deutliche Abgänge verzeichnen, das heißt die Betriebe beschäftigen ihre Arbeitnehmer nach einer kurzen witterungsbedingten "Auszeit" im Winter wieder. So ist die Anzahl der Arbeitslosen im Bau- und Baunebengewerbe um 280 auf 590 Personen zurückgegangen und im Garten- und Landschaftsbau gibt es ein Minus von 150 auf 220 Betroffene. In der ebenfalls von saisonbedingter Arbeitslosigkeit geprägten Gastronomie und Hotellerie war dagegen bisher lediglich ein Rückgang von 50 auf jetzt 650 als arbeitslos gemeldete Personen zu verzeichnen. Wir rechnen aber damit, dass die Arbeitslosigkeit auch in diesem Bereich in den kommenden Wochen verstärkt rückläufig sein wird."

Dynamik des regionalen Arbeitsmarktes

Die Agenturleiterin nennt als weiteren Grund für den Rückgang der Arbeitslosigkeit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf nun 3,0 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3,3 Prozent) die hohe Dynamik des regionalen Arbeitsmarkts. "Im Betrachtungszeitraum vom 14. Februar bis zum 14. März haben sich 2 770 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber standen 3 770 Abmeldungen. Dabei war erfreulicher Weise bei allen Personengruppen ein Rückgang zu verzeichnen: Die Anzahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen über 55-Jährigen ging um 170 auf 2 060 Personen zurück. Bei Personen mit ausländischem Pass war ein Minus von 335 auf 2 430 Erwerbslose zu verzeichnen und bei den unter 25-Jährigen gab es einen Rückgang um 85 auf 940 Betroffene."

Cujai zur Personengruppe der jungen Erwerbspersonen: "Im Rahmen der Woche der Ausbildung vom 27. bis zum 31. März haben wir die Leiter der Real-, Wirtschafts-, Fachober- und Berufsoberschulen zu einem Arbeitsmarktgespräch eingeladen und mit ihnen darüber gesprochen, wie wir die jungen Menschen bestmöglich dabei unterstützen können, den richtigen beruflichen Weg – egal ob Ausbildung oder Studium – zu finden. Zudem haben wir einige Betriebe besucht, über die Ausbildungssituation vor Ort gesprochen und um Lehrstellen geworben. Arbeitgeber können ihre offenen Ausbildungsplätze unter der Hotline 0800 4 5555 20 bei uns melden."

Ausbildungen

Im März gibt es auch erste Daten vom Ausbildungsstellenmarkt für den Ausbildungsbeginn im Herbst: Seit Oktober letzten Jahres haben sich 2 800 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen, 280 mehr als im letzten Jahr um diese Zeit. Aktuell suchen noch 1 690 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle.

Dem gegenüber wurden der Agentur für Arbeit von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. 3 010 Ausbildungsplätze gemeldet, von denen 1 710 noch zu besetzen sind.

Die Agenturleiterin zum Ausbildungsmarkt: "Die Situation ist gut und die Jugendlichen haben beste Chancen, eine betriebliche Lehrstelle zu bekommen, was auch dadurch unterstrichen wird, dass viele der gemeldeten Bewerber bereits einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet haben. Bei vielen Arbeitgebern stehen n icht mehr die Noten im Vordergrund, sondern gute Bewerbungsunterlagen und/oder ein Praktikum sind wichtiger, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Das Angebot umfasst unter anderem die Berufe (es gilt jeweils auch die weibliche Form) Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär/Heizung/Klima, Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer (beide Berufe mit einer großen Branchenvielfalt), Fleischer, Koch, Hotel- und Restaurantfachmann, Steuerfachangestellte, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte, und.. und.. und, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich möchte daher alle Jugendlichen – auch ältere, die bis dato nach der Schulzeit nur gejobbt oder ein Studium abgebrochen haben – ermuntern: Nutzt die gute Lage und beginnt mit einer betrieblichen Ausbildung. Sie ist auf jeden Fall eine gute Grundlage für alle weiteren beruflichen und/oder schulischen Schritte, bis hin zum Studium. Vereinbart am besten gleich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 einen Termin mit der Berufsberatung. Die Kollegen haben Ausbildungsplatzangebote und helfen Euch auch dabei, gute Bewerbungsunterlagen zu erstellen."

viele freie Stellen

Die gute Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts wird auch durch die hohe Anzahl an vakanten Stellen unterstrichen: Am Stichtag 14. März waren der Arbeitsvermittlung 4 370 offene Stellen gemeldet, 580 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres und so viele wie noch nie.

4050 der Angebote waren sozialversicherungspflichtig, 500 mehr als im März 2016. Die meisten Angebote entstammten den Bereichen verarbeitendes Gewerbe, Kaufmännische Dienstleistungen, Handel und Tourismus sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen und der Lehre und Erziehung.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vormonat: 5,1 Prozent). Derzeit sind 1 669 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringert sich die Arbeitslosigkeit um 86 auf 784 Personen. Für 885 arbeitslose SGB II-Kunden, 5 mehr als im Februar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 350 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 841 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 2,7 Prozent (Vormonat: 2,9 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 635. Hier sind 2 188 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 387 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 447 arbeitslose SGB II-Kunden, 13 mehr als im Februar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 710 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 946 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Allgemeine Hinweise

Ab Berichtsmonat Mai 2016 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert. Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.

Pressemeldung Bundesagentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Julian Strate (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Landkreis Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser