Probleme und Vorteile die uns der Nager bringt

Des einen Freud, des anderen Leid - Biber im Landkreis Rosenheim

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Der Biberdamm in der Samerberger Filze
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Landkreis Rosenheim - Etwa 700 Biber leben hier bei uns im Landkreis. Doch des Tierschützers Freud ist des Försters Leid. Wir waren mit Vertretern des Landratsamtes Rosenheim und Landrat Berthaler im Landkreis unterwegs, um uns ein Bild von vor Ort zu machen.

Wie verändern Biberfamilien ihre Umgebung, wie können Betroffene damit umgehen und wie kann die Untere Naturschutzbehörde im Rosenheimer Landratsamt im Rahmen des Bibermanagements betroffenen Grundeigentümern helfen? Diesen und weiteren Fragen stellten sich Mitarbeiter des Landratsamtes und ein betroffener Förster aus Raubling bei einem vor Ort Termin und erläuterten die Biberfrage ausführlich.

Größter Biberdamm am Samerberg

Drei Biberburgen samt Dämmen wurden besichtigt: Zwei in Raubling und einer in der Samerberger Filze, der mit ursprünglich 13 Metern Breite größte bekannte Biberdamm im Landkreis. "Der Biber am Samerberg ist schon seit etlichen Jahren hier tätig", so Markus Sichler von der Unteren Naturschutzbehörde. "Zwischendurch war er einmal weg, ist aber seit 2015 wieder hier ansässig." Aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde sei der Standort am Samerberg ein Punkt, wo man den Biber tolerieren könne, da sein Wirken keinen großen Schaden anrichte. "Ein Biber staut sich das Wasser an und verändert dadurch die Landschaft. Wenn das passt ist das positiv." Im Fall Samerberg haben sich durch den Bibersee Libellen, Amphibien und andere Tiere angesiedelt, was erst einmal positiv anzusehen sei, da die Artenvielfalt gefördert werde.

Bilder von den Spuren des Bibers in unserem Landkreis

Was kann man gegen Biberschäden tun?

Wie Sichler erklärte, könne man den Baumbestand durch Gitter oder eine spezielle Anstrichfarbe schützen. Die Kosten dafür übernehme das Landratsamt. Auch Zäune seien ein guter Schutz vor Verbiss. Der Schaden bei Förster Andreas Treidl in Raubling habe sich seit 17 Jahren, die der Biber dort ansässig ist, bereits auf zig-tausende Euro summiert.

Verkehrstote und Entfernung durch das Landratsamt

Im vergangenen Jahr starben im Landkreis Rosenheim 25 Biber durch den Verkehr. "Wenn die wirtschaftlichen Einflüsse durch den Biber zu massiv werden oder die Situation für den Biber in einem Gebiet nicht mehr gut ist, muss man auch irgendwann einmal sagen, der Biber muss weg." Im Zeitraum vom 1. September bis 15. März können Biber gefangen werden. Dieses Jahr habe man bereits sechs Bieber getötet, im vergangenen Jahr 17 Individuen und im Jahr 2016 waren es sogar 31 Biber, so Sichler. "Bayernweit werden legal derzeit 1400-1500 Biber gefangen und getötet."

Quelle: rosenheim24.de

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