38 Patienten im Landkreis Rosenheim

Vor allem junge Frauen betroffen - Essstörungen nehmen zu

Landkreis Rosenheim - "Mädchen doppelt so häufig betroffen wie Jungen" - Essstörungen sind zunehmend verbreitet, vor allem unter jungen Frauen.

Im Jahr 2014 wurden nach aktuellsten Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik 38 Patienten aus dem Landkreis Rosenheim wegen psychisch bedingter Essstörungen vollstationär behandelt. Ähnlich wie in den Landkreisen Traunstein und Altötting stieg die Zahl der Vorfälle auch im Rosenheimer Landkreis. Im Jahr 2000 waren es 31. Bayernweit stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Essstörungen seit dem Jahr 2000 um mehr als 20 Prozent.

Die meisten Patienten unter 30 Jahre alt

"Auffällig ist, dass die meisten Patienten aus dem Landkreis weiblich und unter 30 Jahre alt sind", sagt Klaus Kamitz, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse IKK classic in Rosenheim. "Die Zahl der Betroffenen dürfte dabei weit höher liegen, denn viele Fälle werden ambulant oder gar nicht behandelt. Viele junge Menschen erkennen von sich aus nicht, dass sie krank sind."

Essstörungen sind psychische Erkrankungen, zu denen etwa die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brechsucht (Bulimie) zählen. Charakteristisch für Essstörungen ist ein gestörtes Verhältnis zum Essen sowie zum eigenen Körper, das sich meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter entwickelt.

Nach einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen des Robert Koch-Instituts gibt es bei mehr als 20 Prozent der 11- bis 17-jährigen Jugendlichen Hinweise auf eine Essstörung, Mädchen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Neben einer falschen Ernährung können sich auch gesellschaftliche Schlankheitsideale auf das Körperselbstbild der Betroffenen auswirken.

"Eine möglichst schlanke Figur wird leider häufig mit Glück und Erfolg gleichgesetzt. Wir müssen frühzeitig handeln, damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst falsche Körperideale entwickeln. Bereits im Kindergarten und in der Schule ist ein gesundes Essverhalten zu fördern und Eltern und Erzieher für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren," sagt Kamitz. 

Die Kleinen stark machen

Mit ihrem Ernährungsprojekt „Die Kleinen stark machen“ möchte die IKK classic das frühkindliche Essverhalten in Kitas präventiv fördern und das Bewusstsein der Kinder für natürliche, gesunde und qualitativ hochwertige Ernährung stärken. Bereits im Kindesalter wird das Essverhalten genauso erlernt, wie die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen oder etwa die Lieblingsspeisen. Das Projekt wird von einer Ernährungsfachkraft der IKK classic durchgeführt, besteht aus neun Modulen, einem Elternabend sowie einer Schulung für die Erzieherinnen der Kita. Interessierte erhalten weitere Informationen unter Tel. 089-74818199 oder unter www.ikk-classic.de.

Pressemeldung ikk classic

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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