Neues Notrufsystem für den Landkreis Rosenheim

Weniger Verkehrstote dank E-Call?

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Die Integrierte Leitstelle Rosenheim rüstet sich für die Einführung des neuen Notrufsystems.
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Landkreis Rosenheim - Bei einem Unfall zählt jede Sekunde. Neue Autos sind schon jetzt mit dem E-Call ausgestattet, der automatisch einen Notruf absetzt. Jetzt nutzt auch die Integrierte Leitstelle Rosenheim das moderne System: 

Bereits seit Ende März müssen alle neu zugelassenen Autos über das E-Call-System verfügen. Über den Mobilfunk und Satellitenortung setzt das System über die eingebauten "Crash-Sensoren" bei einem schweren Unfall automatischen einen Notruf an die 112 ab

Im Zuge dieser technischen Neuerung werde die Integrierte Leitstelle (ILS) Rosenheim aufgerüstet, um die technischen Rahmenbedingungen für die automatischen Notrufe zu schaffen, berichtet das Oberbayerische Volksblatt. Der Haupt- und Finanzausschuss hat nun der Übernahme der Kosten von gut 300.000 Euro zugestimmt. Ein großer Teil des Betrages wird wohl vom Freistaat Bayern übernommen. 

Der eigentliche Start des neuen Notrufsystems ist der 31. Dezember. Und für Thomas Vogl, Leiter der ILS liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Man gewinnt wertvolle Zeit. Davon profitieren alle“,sagte er der Zeitung. Außerdem baue das System eine direkte Sprechverbindung mit den Beteiligten auf, so könnten die Disponenten der ILS genau prüfen, was passiert sei, so Vogl weiter. Sollten die Mitarbeiter der ILS allerdings keine Antwort erhalten, rückt sofort der Rettungsdienst aus. 

Weniger Verkehrstote dank E-Call

Laut EU-Kommission sind 2012 europaweit etwa 28.000 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Die Kommission ist aber überzeugt, dass der E-Call die Reaktionszeit der Einsatzkräfte nach Verkehrsunfällen in ländlichen Gebieten um bis zu 50 Prozent und in Städten um bis zu 40 Prozent verringern kann. Mit der Einführung rechnet die EU sogar damit, die Zahl der Verkehrstoten in Europa durch  um über 2500 senken zu können.

Welche Daten werden übermittelt?

Welche Daten via E-Call an die ILS übermittelt werden ist dank einer strengen Verordnung des EU-Parlaments genau festgesetzt. Die Informationen beschränken sich auf den Fahrzeugtyp, den Treibstoff und die Unfallzeit sowie die Fahrzeugposition und die mögliche Anzahl der Insassen. Sogar die Daten, die von den Rettungskräften abgefragt und gesammelt werden dürfen nicht weitergegeben werden. Gleichzeitig stehen die Autohersteller in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die E-Call-Technologie die Löschung aller gespeicherten Informationen ermöglicht. 

Gibt es bereist Erfahrungswerte?

Schon heute fahren auf den Straßen Europas Autos, die mit dem E-Call-System ausgestattet sind. So erklärt zum Beispiel der Sprecher der Branddirektion München: „Es gab im Vorfeld Proben und Tests, um die Funktionsfähigkeit und Abarbeitung sicherstellen zu können. Aber bis zum heutigen Tag hatte kein Mitarbeiter der Leitstelle einen Notruf, der über E-Call oder ein vergleichbares System einging."

Seit acht Jahren der Helfer in der Not

Im Jahr 2010 befindet sich die Integrierte Leitstelle Rosenheim in der Hauptfeuerwache in der Küpferlingstraße. Der Umzug kostete damals über drei Millionen Euro. Allein 2,73 Millionen Euro mussten für die Leitstellentechnik bezahlt werden

Nach gut 1.000 Schulungsstunden, die jeder Mitarbeiter absolvieren musste, laufen alle Notrufe in der ILS ein. Egal, ob Bergunglück. oder Autounfall - die Disponenten der ILS sind der richtige Ansprechpartner. 

Die Einsatzzentrale der ILS wirkt dabei fast wie die Kommandozentrale eines Raumschiffs. Überall sind die Mitarbeiter von Technik umgeben. Ein einzelner Disponent behält gleichzeitig fünf Bildschirme im Blick. Dazu sieht er unzählige Knöpfe vor sich. Und auch die Schichten sind nicht gerade kurz: Bis zu zwölf Stunden müssen die Mitarbeiter arbeiten. Für die Disponenten bedeutet das, abgesehen von kleinen Pausen, vollste Aufmerksamkeit. Bei einem Anruf müssen sie innerhalb weniger Augenblicke erkennen können, ob und wenn ja, um welche Art von Notfall es sich handelt, und wie dann schnellstmöglich Hilfe gewährleistet werden kann. 

Den vollständigen Artikel lesen Sie unter ovb-heimatzeitungen.de oder in der gedruckten Ausgabe Ihrer OVB-Heimatzeitung.

kil

Quelle: rosenheim24.de

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