Rosenheimer Kreistag spricht sich für Gründung aus

Bald 60. bayerischer Landschaftspflegeverband im Landkreis

Landkreis Rosenheim - Nun ist es beschlossene Sache: Die geplante Gründung eines Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Rosenheim wird vom Rosenheimer Kreistag unterstützt.

Nachdem schon der Umweltausschuss und der Kreisausschuss ein positives Votum abgaben, stimmte am 6. September auch der Kreistag für die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes. Wichtigste Aufgabe des Vereins soll die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege sein.

Zahlreiche Aufgabengebiete für den neuen Verband

In Detail bedeutet das Arten- und Biotopschutz, Heckenpflege, Beweidung, Mahd von Feucht- und Streuwiesen sowie Magerrasen, Freistellung von Magerrasen auf Almen, Streuobstpflege sowie Pflanzungen. Zudem betreut der Verband Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und organisiert das Management in Schutzgebieten. 

Rund 700.000 Euro im Jahr für die Arbeit

Derzeit sind überwiegend der Landkreis Rosenheim, in Einzelfällen auch Gemeinden Träger der Pflege- und Artenschutzmaßnahmen. Das Gesamtvolumen liegt bei etwa 700.000 Euro im Jahr. Ca. 80 Prozent davon sind staatliche Fördergelder, die verbleibende Summe von rund 140.000 Euro übernimmt der Landkreis. Die Maßnahmen wurden hauptsächlich über die Maschinenringe Rosenheim e.V. und Aibling-Miesbach-München e.V. sowie durch örtliche Landwirte umgesetzt.

Landschaftspflegeverband flexibler als der Landkreis

In den vergangenen Jahren wurden die Vergabebestimmungen für öffentliche Auftraggeber immer weiter verschärft. Dadurch war es kommunalen Trägern wie dem Landkreis Rosenheim nicht mehr möglich, örtliche Landwirte oder Maschinenringe direkt zu beauftragen. Stattdessen müssen seitdem Vergabeverfahren durchgeführt werden, was die Abwicklung der Landschaftspflege erheblich erschwert. Hier punktet der Landschaftspflegeverband, weil er als privater Träger nicht in dem Maße an die strengen Bestimmungen der bayerischen Haushaltsordnung gebunden ist

Verband kommt vor allen den Landwirten zugute

Der wesentlich geringere bürokratische Aufwand ist aber nicht die einzige Perspektive, die ein Landschaftspflegeverband bieten kann. Erwartet wird zudem, dass er als Kommunikationsplattform für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kommunen, Land- und Forstwirtschaft und Naturschutz sorgt. Der Verband hat wesentlich weitergehende Fördermöglichkeiten als die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt, was vor allem den Landwirten zugutekommen kann.

Mehrheit stimmte dafür

Seit 2015 wird im Landkreis Rosenheim über die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes diskutiert. Daran beteiligt sind die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller Gemeinden, die beiden Maschinenringe, der Bayerische Bauernverband, der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern, der Zweckverband zur Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung, der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, Vertreter von Jägern und Fischern sowie Behörden und Gemeinderäte.

Eine Mehrheit sieht den Landschaftspflegeverband positiv. Die Hälfte aller 46 Gemeinden kann sich bisher die Mitgliedschaft grundsätzlich vorstellen. Landrat Wolfgang Berthaler zeigte sich überzeugt davon, dass weitere Gemeinden dem Verein beitreten werden. Entwürfe einer Satzung und einer Betragsordnung wurden an alle Beteiligten zur Diskussion versandt. Die Gründungsversammlung ist für Anfang November geplant. Es wird der 60. Landschaftspflegeverband in Bayern sein.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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