Bereitschaft zur Mülltrennung steigt

47.400 Tonnen Restmüll im Landkreis Rosenheim

Landkreis Rosenheim - Gut 47.400 Tonnen Restmüll fielen im vergangenen Jahr im Landkreis Rosenheim an. Das sind knapp 400 Tonnen mehr als im Jahr davor. Was auf den ersten Blick schlecht klingt, zeigt aber eine positive Entwicklung, da immer mehr Abfall verwertet werden kann. 

Der Anstieg erklärt sich durch die erneut gestiegene Bevölkerungszahl. Der Blick auf die angefallene Restmüllmenge pro Einwohner zeigt, dass das Abfallaufkommen erneut zurückging. 

Steigende Bereitschaft zur Mülltrennung

Der am Mittwoch von Ingrid Embacher, der Sachgebietsleiterin Abfallwirtschaft, im Umweltausschuss vorgestellte Abfallwirtschaftsbericht belegt zudem, dass die Gesamtmenge der erfassten Wertstoffe um gut 8.600 Tonnen gesteigert werden konnte. Diese erfreuliche Entwicklung sorgt für eine Rekordverwertungsquote von 75,1 Prozent, eine Steigerung um drei Prozentpunkte.

Knapp 23.000 Tonnen Altpapier wurde im vergangenen Jahr im Landkreis eingesammelt. Davon brachten die Bürgerinnen und Bürger 13.300 Tonnen zu den Altpapiercontainern in den 43 Wertstoffhöfen und knapp 1.300 Wertstoffinseln. Gut 9.500 Tonnen kamen über die so genannten "Blauen Tonnen" zusammen sowie fast 70 Tonnen über gemeinnützige Altpapiersammlungen.

In die Altglascontainer an 301 Standorten wurden gut 6.300 Tonnen eingeworfen, fast 100 Tonnen mehr als 2015. Nahe unverändert blieb die Menge der erfassten Leichtverpackungen. Weißblech, Aluminium, Mischkunststoffe, Tetra Pak, Becher, Folien oder Styropor summierten sich auf knapp 2.300 Tonnen.

Rekordmengen bei Grünabfällen

Um das Hausmüllvolumen zu reduzieren werden im Landkreis Rosenheim seit Jahren Grünabfälle getrennt erfasst. In den drei Kompostieranlagen in Noderwiechs in der Gemeinde Bruckmühl, in Perfall bei Eiselfing und in Weiher in Aschau wurden 2016 mehr als 113.000 Kubikmeter Häckselgut, Laub und Gras angeliefert. 

Aus dieser neuen Rekordmenge wurden knapp 22.700 Kubikmeter Kompost erzeugt, der im Landschafts- und Gartenbau, im Sportanlagenbau und in Privatgärten eingesetzt wird. Zudem können die Bürgerinnen und Bürger den Kompost abgepackt in Säcken oder bei den Kompostieranlagen lose kaufen. 

Bei der Kompostierung der Grünabfälle fällt unter anderem durch Aussieben ein Ersatzbrennstoff an, der zusammen mit bereits bei der Anlieferung getrennt erfasstem holzigem Material zum Erzeugen von Wärme und Strom in Heizkraftwerken verwendet wird. Rasenschnitt, der in eigenen Containern gesammelt wird, findet in Biogasanlagen Verwendung.

Die im Kreislaufwirtschaftsgesetz geforderte getrennte Erfassung von Bioabfall wurde im Landkreis Rosenheim ab Mai 2016 auf zehn Wertstoffhöfen getestet. Aufgrund der positiven Erfahrungen beschloss der Umweltausschuss im September vergangenen Jahres, die Sammlung auf den gesamten Landkreis auszuweiten. 

In der Testphase 2016 wurden insgesamt 35 Tonnen Bioabfall erfasst. Aktuell liegt die monatlich erfasste Menge bei bis zu 19 Tonnen. Die eingesammelten Bioabfälle werden zur Vergärung und anschließenden Kompostierung zum Kommunalunternehmen "vivo" des Landkreises Miesbach gebracht.

575 Kilogramm Müll pro Einwohner

Zudem wurden mehr als 8.300 Tonnen Altholz, knapp 2.900 Tonnen Altmetall und 87 Tonnen Autobatterien gesammelt und verwertet. Weiter lieferten die Bürgerinnen und Bürger fast 500 Tonnen Altreifen, knapp 13.000 Kubikmeter Elektroschrott und 3 Tonnen CDs ab.

Nicht nur an den Wertstoffhöfen sondern auch über das Umweltmobil wurden 236 Tonnen Problemabfälle abgegeben. 68 Tonnen davon waren Altöl, 54 Tonnen Farben und Lacke, 51 Tonnen Trockenbatterien, knapp 5 Tonnen Ölfilter, mehr als 14 Tonnen Laugen, knapp 4 Tonnen Säuren, mehr als 4 Tonnen Pestizide und 14 Tonnen Tonerkartuschen und Tintenpatronen.

Den Haus-, Geschäfts- und Sperrmüll zusammengerechnet fielen 2016 pro Einwohner 185 Kilogramm Restmüll an. Bei den Wertstoffen summiert sich der Jahresdurchschnitt auf fast 3 90 Kilogramm pro Einwohner, eine deutliche Steigerung um knapp 30 Kilogramm im Vergleich zum Jahr 2015. 

Trend: Mülltrennung

Damit einher geht die Verbesserung der Verwertungsquote auf 75,1 Prozent. Sie zeigt, dass es mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger gelingt, ein vorrangiges Ziel des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises umzusetzen. 

Es lautet, die Restmüllmenge durch wirksame Vermeidungs- und Verwertungsmaßnehmen so weit wie möglich zu verringern und dadurch die Umwelt zu schonen. Tatsächlich ist die Verwertungsquote sogar noch höher, weil die von den Bürgerinnen und Bürgern selbst kompostierten Grünabfälle in der Berechnung nicht berücksichtig werden können.

Das im Landratsamt Rosenheim zuständige Sachgebiet Abfallwirtschaft fördert diese Entwicklung unter anderem durch telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung, Unterrichtsstunden in Schulklassen sowie regelmäßige Schulungen des Personals von Gemeinden und Wertstoffhöfen.

Ein Vergleich zwischen 1990 und 2016 zeigt, dass die Haushaltsabfälle pro Einwohner um deutlich mehr als die Hälfte reduziert werden konnten und die Menge getrennt gesammelter Wertstoffe pro Einwohner mehr als verdreifacht wurde.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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