Umweltausschuss des Landkreises Rosenheim beschließt Bringsystem

Sammlung von Bioabfällen kommt landkreisweit

Landkreis Rosenheim - Ab 2017 können auf allen Wertstoffhöhfen im Landkreis Bioabfälle in dafür vorgesehenen Tonnen entsorgt werden. Der entsprechende Beschluss wurde vom Umweltausschluss vorgestellt:

Mit Beginn des neuen Jahres können auf allen Wertstoffhöfen im Landkreis Rosenheim Bioabfälle in eigens dafür aufgestellten Tonnen entsorgt werden. Mit seinem Beschluss setzt der Ausschuss für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz die vom Gesetzgeber geforderte Einführung einer getrennten Erfassung von Bioabfällen um.

Mit 11 zu 2 Stimmen hatten Landrat Wolfgang Berthaler und eine deutliche Mehrheit der Ausschussmitglieder für das Bringsystem gestimmt. Dagegen waren Anita Fuchs und Leonhard Hinterholzer von den Grünen. Sie argumentierten dafür, jedem Haushalt eine Biotonne zur Verfügung zu stellen.

Menge an Bioabfall deutlich erhöht

Seit Mai dieses Jahres nimmt der Landkreis Rosenheim auf den Wertstoffhöfen Bad Aibling, Bad Feilnbach, Brannenburg, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham, Großkarolinenfeld, Kolbermoor, Neubeuern, Raubling und Tuntenhausen versuchsweise Bioabfälle entgegen. Die erfassten Mengen haben sich von Monat zu Monat deutlich erhöht. 

Wurden im Mai noch 200 Kilogramm Bioabfälle zu den zehn Wertstoffhöfen gebracht, waren es im August bereits mehr als 6,1 Tonnen. Um die Bürgerinnen und Bürger bei der Sammlung im Haushalt bzw. beim Transport zum Wertstoffhof zu unterstützen, erhalten sie kostenlos Papiertüten und einen 10-Liter-Eimer.

Wissenschaftliche Begleitung

Wie schon der laufende Versuch, wird auch die flächendeckende Einführung der getrennten Erfassung von Bioabfällen vom bifa Umweltinstitut wissenschaftlich begleitet. Alexander Martin von bifa stellte in der Sitzung des Umweltausschusses die Ergebnisse einer Nutzerumfrage vor, die auf den Wertstoffhöfen Bad Aibling, Bad Feilnbach, Raubling und Tuntenhausen durchgeführt wurde.

15 Prozent der befragten 170 Personen nutzten die neue Möglichkeit bereits. Mehr als die Hälfte der bisherigen Nichtnutzer können sich vorstellen, Bioabfälle in dem neuen System zu entsorgen. Andere setzen auf die Kompostierung im eigenen Garten oder wollen beide Möglichkeiten nutzen. 

Insgesamt wird die separate Sammlung von Küchenabfällen als eine gute Sache angesehen. Die ausschließliche Nutzung von Papiertüten sowie die Sauberkeit und Hygiene beim Transport werden sehr positiv beurteilt, auch wenn sich einige stabilere Tüten wünschen, um ein Durchnässen zu vermeiden.

Verarbeitung der Bioabfälle

Aus Gründen der Sauberkeit und Hygiene werden die Bioabfälle zwei Mal wöchentlich von den Wertstoffhöfen abgeholt. Ob in der kühleren Jahreszeit der Turnus auf einmal pro Woche umgestellt werden kann, ist noch offen. Die erfassten Bioabfälle werden beim VIVO Kommunalunternehmen in Warngau angeliefert und dort zunächst durch Vergärung energetisch genutzt. Anschließend wird das Gärsubstrat kompostiert. 

Es ist ein hervorragender organischer Dünger für Gärten und Landwirtschaft oder ist Ausgangsmaterial zur Herstellung von Substraten oder Gartenerde. Auf Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen beschloss der Umweltausschuss, das VIVO Kommunalunternehmen im kommenden Jahr zu besuchen.

Wasserburg nicht betroffen

Die landkreisweite Einführung von Biotonnen aus Wertstoffhöfen betrifft nicht die Stadt Wasserburg. Dort werden Müllabfuhr und Wertstoffsammlung traditionell in eigener Regie organisiert

Bioabfälle sind Reste von Obst, Gemüse und Salat, gekochte und ungekochte Speisereste, verdorbene und verschimmelte Lebensmittel ohne Verpackungen, Brot- und Gebäckreste, Fleisch- und Wurstreste sowie Knochen, Kaffeefilter und Teebeutel, Eier- und Nussschalen sowie Obstkerne, Käse-, Quark und Joghurtrest sowie Küchenfette.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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