Zahl der Arbeitslosen sinkt erneut

Landkreis - Bereits seit Februar kann die Rosenheimer Arbeitsagentur Monat für Monat sinkende Arbeitslosenzahlen verkünden. Im Mai fiel die Quote nun auf 2,8 Prozent.

Seit Februar kann Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, Monat für Monat sinkende Arbeitslosenzahlen verkünden. Dies gilt auch für den Monat Mai: „Im April lag die Zahl der Arbeitslosen noch bei 8 550, jetzt ist sie deutlich auf 7 930 gesunken. Die Arbeitslosenquote ging ebenfalls deutlich zurück und zwar auf 2,8 Prozent, ein Rekordtief für den Monat Mai. Wie positiv diese Quote ist, zeigt der direkte Monats-Vergleich mit dem Wert vor 10 Jahren (im Jahr 2005 wurde das Sozialgesetzbuch II eingeführt), da betrug die Arbeitslosenquote 6,3 Prozent bei mehr als doppelt so vielen Arbeitslosen wie heute. Leider müssen wir feststellen, dass nicht alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt von diesen guten Zahlen profitieren. Einerseits klagen Firmen, dass sie bei Stellenbesetzungen nicht mehr aus einem vollen Bewerberpool schöpfen können, andererseits fühlen sich Ältere und/oder Langzeitarbeitslose ausgegrenzt, ihre Bewerbungen finden leider oft wenig Beachtung. Das neue ESF-Programm (europäischer Sozialfonds) setzt genau hier an. Gelder für Lohnkostenzuschüsse, Coaching und spezielle Stellenakquise stehen zur Verfügung. Interessierte Firmen erhalten Auskünfte bei den jeweiligen Jobcentern für die Stadt und den Landkreis Rosenheim, oder beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.“

Viele Ältere und Langzeitarbeitslose sind bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Bei genauer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen wird dies deutlich. Von den Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen werden nach dem Sozialgesetzbuch III insgesamt 4 230 Personen betreut, davon sind 1 630 oder 38,5 Prozent älter als 50 Jahre und 360 sind langzeitarbeitslos. Von den Jobcentern im Agenturbezirk erhalten 3 700 Menschen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, davon wiederum sind 1 380 oder 37,3 Prozent älter als 50 Jahre, aber 1 490 sind langzeitarbeitslos, das heißt, sie suchen bereits seit über einem Jahr oder länger eine Arbeit.

Cujai zur Gesamtsituation: „Der Arbeitsmarkt hier in der Region brummt und lebt von der großen Vielfalt. Viele Menschen, vor allem in Außenberufen und in der Gastronomie, haben ihre Tätigkeit wieder aufgenommen und auch in anderen Wirtschaftsbereichen läuft es wirklich gut. Betriebe melden Personalbedarf, der aber – bei einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent – nicht immer mit dem Wunschkandidaten befriedigt werden kann. Damit diese Betriebe auf längere Sicht nicht abgehängt werden, müssen neue Wege eingeschlagen werden. Ich freue mich daher über Personalentscheider, die das vermeintliche „Wagnis“ eingehen, sogenannte „besondere Personengruppen“ einzustellen. Dabei denke ich nicht nur an Ältere und Langzeitarbeitslose, sondern auch an Menschen mit Behinderung, Jüngere ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Flüchtlinge mit Arbeitsmarktzugang.“

Im aktuellen Berichtszeitraum konnten die Arbeitsvermittler des Arbeitgeber-Service fast 1 000 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote entgegen nehmen. Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit circa 5 000 Stellen zur Besetzung gemeldet. Mit einem Stellenbestand zum Stichtag (12. Mai) von insgesamt 3 290, das sind 50 mehr als im Vormonat und über 300 mehr als im Mai letzten Jahres, ist erkennbar, dass die Arbeitgeber in unserer Region dringend Personal suchen. Arbeitgeber haben Personalbedarf für Berufe im Handel, im Gastgewerbe – auch für den Helferbereich in der Küche, für das Metall- und Elektrohandwerk, und für alle Gesundheitsberufe. Gerade bei letzteren gibt es gute Wieder-Einstiegsmöglichkeiten für Berufsrückkehrerinnen.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis SGB III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis SGB II.

- In der Stadt Rosenheim  ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 665 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 69 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,9 Prozent zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte zurückgegangen. Von den betroffenen Personen werden derzeit 625 (minus 53) von der Hauptagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist leicht um 16 auf 1 040 gesunken.

- Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent (Vormonat: 2,8) auf. Hier sind mit 3 415 erwerbslosen Personen 273 weniger gemeldet als im April. Von den Beschäftigungslosen werden 1 927 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 189 weniger als im April. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 488 Frauen und Männer zuständig, 84 weniger als im Vormonat.

- Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1 672 erfassten Arbeitslosen einen Rückgang um 161 bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich von 2,8 auf 2,5 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 986 Erwerbslose, 83 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 686 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (minus 78 gegenüber dem Vormonat).

- Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,3 Prozent (Vormonat: 2,6 Prozent). Hier sind derzeit 1 175 Personen erwerbslos gemeldet, 118 weniger als im Vormonat. 694 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 99 weniger als im April. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 19 Betroffenen, aktuell sind 481 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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