Aktueller Stand der Planungen

Brenner-Nordzulauf: Trassen sollen 2019 feststehen

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Die neuen Gleise für die Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel sollen durch das Inntal verlaufen
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Landkreis Rosenheim - Bereits Ende diesen Jahres sollen erste Bohrungen für das Trassenauswahlverfahren des Brenner-Nordzulaufs stattfinden. Die Bayerische Staatsregierung bezog nun Stellung zum aktuellen Planungsstand.

Die geplante Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel durch das Inntal und den Landkreis Rosenheim hat nicht wenige Kritiker. Die Bürgerinitiative Bürgerinteressen Rohrdorf spricht sogar von einem Akt der Entmündigung durch die Deutsche Bahn. Dennoch scheint das Projekt verwirklicht zu werden. 

Bayerische Staatsregierung bezieht Stellung

Landtagsabgeordneter  Bernhard Roos (SPD) wollte nun von der Bayerischen Staatsregierung wissen, wie der aktuelle Planungsstand sei. Das Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr teilte daraufhin mit, dass sich mit fortschreitender Planung gezeigt habe, dass im Herbst 2016 sogenannte Trassenkorridore veröffentlicht wurden, also zusammenhängende Flächen, in denen Planung und Bau einer neuen Eisenbahntrasse aus heutiger Sicht möglich erscheinen.

Keine eindeutige Vorzugslage südlich von Rosenheim

Mit fortschreitender Planung habe sich laut Staatsregierung gezeigt, dass entgegen ursprünglicher Annahmen keine eindeutige Vorzugslage südlich von Rosenheim für eine Verknüpfungsstelle der Neubaustrecke und den bestehenden Strecken auf deutschem Staatsgebiet bestimmt werden könne. Es soll nun vertieft geprüft werden, wie die Verknüpfung optimal erfolgen kann. Dazu werden die Planungsträger nun auch im Bereich um die Stadt Rosenheim (erweiterter Planungsraum) ein Trassenauswahlverfahren mit regionalem Dialogprozess durchführen – wie bereits im gemeinsamen Planungsraum.

Wann ist ein Ende der Planungen in Sicht?

Die Dauer des Trassenfindungsverfahrens werde wesentlich davon beeinflusst, wie Bund und die DB Netz AG für das Vorhaben den Prozess der Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung, der im gegenwärtigen Stadium keinen gesetzlichen Regelungen unterliege, weiterhin gestalte. Die DB geht im Moment von einer Entscheidung zum Trassenverlauf im Jahr 2019 aus.

Welche Trassenplanung im Raum Rosenheim wird fokussiert?

Da der Freistaat nicht Träger der Planungen, sondern nur Auftraggeber ist, verfügt er nach eigener Aussage über keine eigenen Erkenntnisse hinsichtlich wesentlicher planerischer Randbedingungen für eine Trassenentscheidung. Bislang seien vom Planungsträger Korridore ermittelt worden, innerhalb denen eine Trassierung möglich erscheine. 

"Derzeit werden im gemeinsamen Planungsraum geologische Erkundungen durchgeführt, um untertägig Risiken für einen Streckenneubau zu erkunden. Ergebnisse hierzu liegen noch nicht vor. Deshalb gibt es bei der Vorhabensträgerin auch noch keine Präferenz hinsichtlich einer bestimmten Linienführung", so das Ministerium.

Die Staatsregierung werde sich erforderlichenfalls dafür einsetzen, dass Stadt und Landkreis Rosenheim keine nachteiligen Veränderungen beim Schienenpersonenverkehrsangebot erwachsen. Im Übrigen sei es Aufgabe des Planungsträgers, mögliche Trassenverläufe zu identifizieren, die verkehrliche, wirtschaftliche und umweltbezogene Anforderungen bestmöglich in Einklang zu bringen und die insbesondere hinsichtlich der Umweltverträglichkeit auch einer richterlichen Überprüfung standhalten.

Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger

Nachdem in den Bürgerdialogen der Aspekt der Bahn als umweltfreundlicher Verkehrsträger nicht zur Geltung kommt, stellt sich für Roos die Frage, ob die Staatsregierung im Interesse der bayerischen Wirtschaft den Hafenhinterlandverkehr besser bewerben werde?

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Das Ministerium hat darauf folgende Antwort: "Der Brennernordzulauf ist Teil des transeuropäischen ScanMed-Korridors. Die enorme Bedeutung des Projekts für die Wirtschaft und die Umweltfreundlichkeit des Schienenverkehrs werden von verschiedensten Stellen wiederholt betont. Die Interessen der bayerischen Wirtschaft sind für die Staatsregierung ein wichtiges Element bei der Entwicklung und Umsetzung verkehrlicher Verbesserungen, jedoch nicht das alleinige. 

In vielen Gemeinden bestehen Vorbehalte gegen einen Infrastrukturausbau. Anwohner befürchten höhere Belastungen durch Transitverkehre, von denen letztlich weit entfernt ansässige Unternehmen profitieren. Nach Auffassung der Staatsregierung steigt die Akzeptanz von Neu- und Ausbauvorhaben in der Bevölkerung vor allem, wenn damit persönlich erlebbare Vorteile im Alltag einhergehen und auf diese hingewiesen wird, beispielsweise ein verbessertes Angebot im Personenverkehr, Maßnahmen zur Barrierefreiheit, die Beseitigung von Bahnübergängen als bisherige Hindernisse im Straßenverkehr und weniger Lärmbelastung."

Quelle: rosenheim24.de

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