Das macht 'quer' aus der Debatte um den Brenner-Nordzulauf

"Schauen Sie, ein Tunnel, der soll verbinden!" 

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"Schauen Sie, ein Tunnel, der soll verbinden, die eine mit der anderen Seite! Das hat was schönes", moderiert Christoph Süß den "quer"-Beitrag an.
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Landkreis - Am Donnerstagabend war der Brenner-Nordzulauf Thema in der BR-Sendung "quer".

Hier können Sie den "quer"-Beitrag ansehen (Ca. ab Min 35)

"Schauen Sie, ein Tunnel, der soll verbinden, die eine mit der anderen Seite! Das hat was schönes", moderiert Christoph Süß den "quer"-Beitrag an, "Doch was, wenn eine Seite sich weigert, wie bei uns in Bayern, an unserer südlichen Grenze? - Dann führt der Tunnel direkt in den Streit!"

Dann werden erst einmal die Bauarbeiten und Anstrengungen für den Brenner-Basistunnel, unterlegt mit der Ode an die Freude, vorgestellt. Fertiggestellt werden könnte dieser 2026, "wenn da nicht Bayern wäre", erklärt der Sprecher mit süffisantem Unterton. "Ja da ist doch Nachholbedarf gegeben", kommt dann erstmal Günter Platter, Landeshauptmann von Tirol zu Wort. Man müsse noch auf die Bayern bei der Frage der Trassierung warten. Seit Jahren könne man sich im Inntal auf keinen Verlauf für die beiden geplanten Trassen einigen, erklärt der Sprecher dann. Unterlegt wird das mit Modelleisenbahnen die durch eine putzige Bayern-Landschaft zuckeln, unterlegt mit betulicher Musik. 

Viele Betroffene kommen zu Wort

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Im Folgenden darf dann ein Landwirt aus Neubeuern erklären, dass er gegen einen Trassenverlauf über sein Grundstück ist. Landrat Wolfgang Berthaler (CSU) und Matthias Jokisch (Parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Brannenburg dürfen dann erläutern dass die Gemeinden westlich des Inns den Trassierungen grundsätzlich positiver gegenüber eingestellt sind, als die im Osten. Für letztere kommt dann Rainer Auer (Parteilos), der Stephanskirchener Bürgermeister zu Wort. Er erklärt, warum seine und andere Gemeinden den Plänen kritisch gegenüberstehen. Grund ist unter anderem dass die geplanten Trassierungen den Standort entwerten würden. 

Es wird dann noch erläutert, dass sich nach Bekanntwerden der Trassenpläne Widerstand in Form von Bürgerinitiativen formte.  Kurz wird auch auf die Demonstration in Rosenheim im März eingegangen. Stellvertretend für die Initiativen kommt dann Josef Reisinger vom Verein Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. zu Wort und darf erklären, dass ein Ausbau der bestehenden Strecke besser sei als neue Trassen. 

Dann prallen noch einmal alle Positionen auf einander, unterlegt mit einem "Wusch" und raschen Kamerafahrten. Der Beitrag endet unterlegt mit traurigen Trompetentönen. Immer wieder hätten deutsche Verkehrsminister Trassenzusagen unterschrieben, "passiert ist nichts." Im Inntal habe gerade ein neuer Planungsdialog der Bürgerinitiativen mit der Bahn begonnen, erklärt der Sprecher noch. Die Ode an die Freude darf dazu noch einmal triumphal anschwellen. Die Bahn rechne mit Trassen "aller, aller frühestens in 20 Jahren", schließt der Sprecher. Dazu kommt die triumphale Musik zu einem jammernden Halt. 

"Sehr informativ war das nicht"

Dieser letzte Satz stößt Brannenburgs Bürgermeister Jokisch sauer auf: "Das ist doch bei einem Projekt dieser Größenordnung ganz normal, dass es von der Planung bis zur Ausführung Jahrzehnte dauern kann", klagt er, "Da wurde offenbar etwas nicht ganz verstanden!" Er könne die Position des Tiroler Landeshauptmanns grundsätzlich verstehen. "Die hatten aber ganz andere Voraussetzungen wie wir hier." 

"Ich habe selber ja früher 'quer' ganz gerne angeschaut", erklärte Jokisch. Zwar sei er froh, dass der "quer"-Beitrag das Thema wieder einmal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht habe, "aber sehr informativ war das nicht." Viele wichtige Aspekte seine nicht angesprochen worden. 

"Im großen und ganzen war es ganz informativ", sagt dagegen Josef Reisinger , "Ich war froh, dass nicht wieder dieser Ost-West-Konflikt aufgemacht wurde." Er sei damit zufrieden, wie seine Position dargestellt worden sei. 

Bereits die Ankündigung des Beitrags hatte allerdings für Verstimmung bei Manchen gesorgt. "Schon seit Jahren scheitert der deutsche Beitrag zum Eisenbahntransit an mangelnder politischer Initiative und Widerstand der Inntalgemeinden, die damit genau die Lösung verhindern, die auch ihnen Erleichterung im staugeplagten Tal bringen würde", hieß es darin. "Zu behaupten Bürgerinitiativen, die es seit eine halben Jahr gibt verhindern seit Jahren Lösungen, ist schon sehr sehr einfach dahergesagt", erklärte dazu ein Sprecher des Bürgerforums Inntal.

Quelle: rosenheim24.de

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