Rosenheimer Agenturleiterin besucht "Bayern-Turbo"

Asylbewerber werden auf eine Ausbildung vorbereitet

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Rosenheim - Die Rosenheimer Agenturleiterin Dr. Nicole Cujai besuchte das Projekt "Bayern-Turbo". Dort werden Asylbewerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit in nur sechs Monaten auf eine betriebliche Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung vorbereitet.

Spezielle Ausbildung für Asylanten

„Wir haben in kurzer Zeit sehr viel gelernt und wir wollen, dass alle eine Ausbildung hier in Deutschland machen!“ Voller Stolz schilderte jeder einzelne IdA-Bayern-Turbo-Teilnehmer in erstaunlich gutem Deutsch seine Herkunft, seine Schulbildung und welche berufliche Qualifikation er mitgebracht beziehungsweise sich zwischenzeitlich angeeignet hat. Seit Januar läuft diese spezielle Maßnahme für junge Männer und Frauen mit Fluchthintergrund. Sie sind zwischen 16 und 25 Jahre alt und streben perspektivisch eine betriebliche Ausbildung an. Insgesamt pauken, üben, trainieren zwanzig Teilnehmer/innen hier in Rosenheim beim bfz (Berufliche Fortbildungszentren der Bayrischen Wirtschaft gGmbH) die deutsche Sprache, erproben in den bfz-eigenen Werkstätten verschiedene Berufsfelder und machn Praktika in der freien Wirtschaft.

Engagierte 20 Teilnehmer

Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, an die Teilnehmer: „Ich bin ganz begeistert und schon ein bisschen überrascht, wie gut Sie alle Deutsch sprechen. Auch die beruflichen Erfahrungen, die Sie schon gemacht haben, werden Sie Stück für Stück Ihrem Ziel näher bringen, da bin ich mir sicher! Wir erhoffen uns natürlich, dass wir engagierte Arbeitgeber finden, die ihnen eine Chance auf Einarbeitung, Einstiegsqualifizierung oder Ausbildung geben!“

Sabina Duzy, die Seminarleiterin des bfz in Rosenheim erläuterte zu Beginn des Besuches kurz das Konzept. „Wir haben aktuell 20 Teilnehmer, davon zwei Frauen. Heute sind nicht alle da, denn ein Teil befindet sich bereits in externen Praktika. Das Schöne ist, dass die Betriebe hier in der Region sehr offen sind und wir daher die jungen Leute gut unterbringen. Gestartet wurde im Januar mit einem intensiven Deutsch-Kurs, das heißt acht Stunden am Tag! Die Teilnehmer kommen aus so verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Nigeria, Eritrea, Somalia und einigen mehr. Sie sind hoch motiviert und immer eifrig bei der Sache, sogar die Hausaufgaben werden gemacht!

Mittlerweile haben einige schon feste Berufswünsche wie zum Beispiel Kfz-Mechatroniker, Maschinenbauer oder eine ähnliche Ausbildung im Metallbereich, Koch, Friseurin, Verkäufer (wobei dem jungen Mann bewusst ist, dass sein Deutsch dann schon sehr gut sein muss) und Schreiner. Dominik Leitner von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit betreut den Lehrgang und bespricht mit den jungen Leuten die enorme Vielfalt der betrieblichen Ausbildung und die Chancen, die man damit auf dem Arbeitsmarkt hat. Wichtig ist, dass der Deutschunterricht mit Beginn der Ausbildung nicht abreißt, sondern kontinuierlich weiter geht. Hier setzen alle große Hoffnungen auf das neue Integrationsgesetz.

Integration durch Ausbildung und Arbeit

Das Projekt „IdA BayernTurbo“ ist Teil des Maßnahmenprogramms „IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit“, das die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen hat. Bertram Brossardt, vbw Hauptgeschäftsführer, erklärt: „Mit diesem Projekt bereiten wir jugendliche Asylbewerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit und guter Vorbildung innerhalb von nur sechs Monaten auf eine betriebliche Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung vor. Projektinhalte sind neben berufsbezogener Sprachförderung und umfassenden Kompetenzfeststellungen zum Beispiel Praktikumseinsätze in den Unternehmen und intensive Bewerbungstrainings. „Die bayerischen Unternehmen haben so die Möglichkeit, sorgfältig ausgewählte, motivierte und vor qualifizierte Auszubildende zu gewinnen“, betont Bertram Brossardt.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit

Quelle: rosenheim24.de

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