Arbeitsmarktgespräch in Rosenheim

"Integration ist ein Prozess"

Rosenheim - Die Agentur für Arbeit und die Leiter der Berufsschulen berieten sich zum Thema "Einbindung der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt" und kamen zu folgenden Ergebnissen:

„Der Ausbildungsstellenmarkt ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Rosenheim, der die Stadt und den Landkreis Rosenheim, sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, nach wie vor sehr gut. Es gibt viele offene Ausbildungsstellen und wir denken, dass auch in diesem Jahr nicht alle besetzt werden können.“ Mit diesen Worten begrüßten Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur und Jakob Grau, Geschäftsführer operativ, die zahlreich erschienenen Teilnehmer zum Arbeitsmarktgespräch mit den Leitern der Berufsschulen.

Die Ungleichgewichte in Bezug auf Lehrstellen und Bewerber nehmen zu. Stichpunktartig die Probleme, die sich seit ein paar Jahren abzeichnen: Zurückgehende Schulentlasszahlen, verändertes Bildungs- und Berufswahlverhalten der Jugendlichen (Stichwort: Trend zu höherer Schulbildung), mangelnde Qualifikation der Bewerber und die Infrastruktur hier in der Region.

Eine berufliche Perspektive für Flüchtlinge

Gleichzeitig befinden sich circa 600 junge Menschen mit Fluchthintergrund in den Berufsintegrationsjahren (BIJ). Das sind speziell eingerichtete Klassen, in denen im ersten Jahr schwerpunktmäßig die deutsche Sprache vermittelt wird und im zweiten Jahr die Erprobung verschiedener Berufsfelder, gekoppelt mit dem Fach Deutsch.

Cujai dazu: „Diese jungen Leute mit unterschiedlicher Nationalität können zum einen eine Chance für die Betriebe sein und die Lücken bei einigen Berufen, wie zum Beispiel dem Nahrungsmittelhandwerk, schließen. Zum anderen kann die Integration schneller gelingen, denn über den Faktor Ausbildung und Arbeit wird der Tag strukturiert, Kenntnisse und Fähigkeiten werden vermittelt und die Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen verbessert täglich den berufsspezifischen deutschen Sprachschatz."

 „Aber Integration gelingt nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, bei dem die Agentur für Arbeit (AA) und die Jobcenter (JC) Unterstützung geben können“, so Grau. Grau weiter: „Die Bayerische Wirtschaft, die Bayerische Staatsregierung und die Regionaldirektion Bayern haben einen Pakt zur Integration von jungen Menschen mit Fluchthintergrund und guter Bleibeperspektive geschlossen. Dabei ist die Zusammenarbeit mit den Asylhelferkreisen sehr wichtig. Wir bieten daher Informationsveranstaltungen für Asylhelfer in den Landkreisen an, um unser Dienstleistungsangebot transparent zu machen. Wir führen Einzel- oder Gruppenberatungen durch und unsere Berufsberater gehen in alle BIJ-Klassen, erheben die Daten der jungen Flüchtlinge, um die Kenntnisse und Fähigkeiten einschätzen zu können, damit nahtlose Förderketten aufgebaut werden können.“

Wie werden die Flüchtlinge unterstützt?

Anschließend erläuterte Franz Hagenauer, Teamleiter Berufsberatung, die verschiedenen Unterstützungsmöglichkei ten für den Übergang von der Schule in den Beruf. „Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen (in der Regel abhängig vom Status des Asylverfahrens) kann eine Einstiegsqualifizierung, das ist ein betriebliches Langzeitpraktikum mit dem Ziel einer Übernahme in Ausbildung sinnvoll sein, oder "abH", die ausbildungsbegleitenden Hilfen, eine Art Nachhilfeunterricht während der gesamten Ausbildung oder "AsA", die Assistierte Ausbildung, ebenfalls ausgelegt für die Gesamtdauer der Ausbildung.

Darüber hinaus gibt es kürzere Maßnahmen zur Heranführung an den Ausbildungsmarkt, wie zum Beispiel den „Bayern Turbo“ oder das „Brückenjahr 21 plus“ oder „Perfju“, eine neue Maßnahme für jugendliche Flüchtlinge, die aus der Berufsschule raus sind und noch keine berufliche Perspektive haben. Sie sehen und können sicher sein, dass wir nach individuellen Lösungen suchen“, so Hagenauer an die interessierten Zuhörer.

Aus dem Kreis der Schulleiter war zu hören, dass die Zusammenarbeit von Agentur für Arbeit und hier im Besonderen mit der Berufsberatung enorm wichtig sei. Alle Beteiligten, einschließlich der Vertreter aus dem Ausländeramt von Stadt und Landkreis Rosenheim wiesen darauf hin, dass die Aufgabe der Integration von Menschen mit Fluchthintergrund eine Gemeinschaftsaufgabe sei. Hand in Hand kann es gelingen!

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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