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Rosenheim und Beer Sheva feiern ihre Partnerschaft

Landkreis-Delegation zu Besuch in Israel

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Die Landkreisdelegation auf einem grüner Rasen am Rande der Wüste. Er gehört zu einem neuen Open-Air-Theater am Stadtrand. Beim Besuch der Landkreis-Delegation wurde gerade die allererste Premiere, die Oper Nabucco, vorbereitet.

Israel/Rosenheim - Bereits seit 35 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen Rosenheim und Beer Sheva. Nun besuchte eine Landkreisdelegation die israelische Stadt am Rande der Negev-Wüste.

Menschen in der Wüste pflegen seit Jahrtausenden eine große Gastfreundschaft. Das erfuhr jetzt auch eine Landkreis-Delegation unter Leitung von Landrat Wolfgang Berthaler in Beer Sheva in Israel. Seit 35 Jahren pflegen beide Seiten eine Partnerschaft , die – da waren sich alle einig – eine großartige Zukunft haben soll.

"Israel ist ein unglaublicher Lernort"

Bei einem Empfang im Rathaus der am Rande der Negev-Wüste gelegenen 230.000 Einwohner zählenden Stadt sagte Berthaler, „Das Wissen unserer Kinder wird unsere Zukunft sein und hier in Beer Sheva können sie viel lernen. Israel ist ein unglaublicher Lernort.“ Der Landrat beschränkte das nicht nur auf das Kennenlernen eines neuen Landes sowie der jüdischen Geschichte: „Sie erfahren, wie es sich unter völlig anderen Lebensumständen am Rande einer Wüste leben lässt und sie erleben, wie eine Gesellschaft funktioniert, deren Mitglieder aus der ganzen Welt hierhergekommen sind.

Gelebte Partnerschaft zwischen Israel und Oberbayern

Beer Shevas Vizebürgermeister Tal Elal betonte die Bedeutung einer solchen Partnerschaft vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen: „Gerade jetzt, wo die Rechten überall in der Welt im Aufwind sind, ist das was wir machen die beste Antwort. Wir müssen weitermachen und den Politikern zeigen, wie eine bessere Welt geht.“ Einen Besuch im Landkreis Rosenheim vor sieben Jahren hat Tal Elal in guter Erinnerung behalten: „Ich konnte die Liebe, die mir so wichtig ist, zwischen den Menschen sehen und merken.“ Stolz ist der Vizebürgermeister auf die Entwicklung von Beer Sheva: „Ich habe das Glück zu sehen, wie diese kleine Stadt zu einer Metropole wird.“

Lebenslange Freundschaften und Unterstützung

Ganz konkrete Auswirkungen einer solchen langjährigen Partnerschaft sprach David Sad von der Israelisch-Deutschen-Gesellschaft an: „Die Freundschaft zwischen den Jugendlichen, die sich in der Anfangszeit des Jugendaustausches kennenlernten, ist so gut, dass es heute noch Kontakte zwischen Familien gibt. Und während des Golfkrieges 1990 riefen Familien aus dem Landkreis Rosenheim an und sagten, kommt zu uns, wenn ihr flüchten müsst. Da hat man die Freundschaft wirklich gemerkt.“ David Sad ist überzeugt davon, dass die Partnerschaft auch nach 35 Jahren eine große Zukunft hat, denn „unser Kontakt wird immer besser“.

Integration steht im Mittelpunkt

Landrat Wolfgang Berthaler schlug vor, die Partnerschaft über den Jugendaustausch hinaus auszubauen. Zudem lud er zum Gegenbesuch in den Landkreis Rosenheim ein. Begleitet wurde der Landrat in Israel von Vertretern der Kreistagsfraktionen sowie von einigen Bürgermeistern. Gemeinsam besuchten sie ein Einwanderungszentrum. Israel heißt die Menschen, die im Land leben und arbeiten wollen, herzlich willkommen. Für Juden gibt es sogar ein gesetzlich festgeschriebenes Recht, nach Israel einzureisen.

Wie in Deutschland auch wird die Sprache als Schlüssel zur Integration angesehen. Aus diesem Grund wird jedem Einwanderer angeboten, hebräisch zu lernen. Jeder kann in den ersten fünf Monaten im Land an 500 Unterrichtsstunden teilnehmen. Zudem gibt es von staatlicher Seite eine Wohnung und eine kleine finanzielle Unterstützung. Nach den fünf Monaten muss jeder Einwanderer für sich selbst sorgen. Wer von ihnen den Sprachunterricht zunächst ablehnt und sofort arbeiten will, muss ihn später aus eigener Tasche bezahlen.

Keine Obergrenze in Israel

Bei dem Besuch in dem Einwanderungszentrum wurde auch deutlich, dass die kulturellen Unterschiede der Einwanderer als Bereicherung angesehen werden. Dieses gewünschte „bunte Bild der Gesellschaft“ stößt aber auch an Grenzen, beispielsweise wenn Frauen unterdrückt oder Kinder geschlagen werden. Eine Obergrenze kennt Israel bei der Einwanderung nicht. Wenn mehr kommen, werden Container aufgestellt. Die Stadt Beer Sheva nimmt jährlich rund 1.000 Einwanderer auf.

Beer Sheva wächst immer weiter

Diese Zuwanderung reicht der Partnerstadt des Landkreises Rosenheim aber nicht. Offensiv wirbt sie um Familien aus anderen Teilen Israels. Unter dem ungemein beliebten Bürgermeister Ruvik Danilowitsch erlebt die Stadt einen für deutsche Verhältnisse unglaublichen Bauboom. Allein in den kommenden fünf Jahren sollen 20.000 Wohnungen gebaut werden. 

Obwohl Beer Sheva am Rande der Wüste liegt wird sie immer grüner. Tausende Bäume werden gepflanzt. Die Stadt investiert in alle Bereiche wie Wirtschaft, Kultur und Sport. In einem High Tech-Park wird versucht, die geistige Elite des Landes zu bündeln. An fünf Universitäten sind 40.000 Studenten eingeschrieben. Es gibt ein neues Kulturhaus mit zwei Sälen, ein Open-Air-Theater für 12.000 Besucher und ein Champions-League-taugliches Fußballstadium.

Gegründet wurde Beer Sheva von Abraham. Der Urvater von drei Weltreligionen ließ sich dort nieder und setzte einen Brunnen. Die im Vergleich sehr junge Partnerschaftsgeschichte mit dem Landkreis Rosenheim ging auf eine Initiative von Dov Peer aus Beer Sheva zurück. Er fand im damaligen Landrat Dr. Max Gimple einen begeisterten Mitstreiter und persönlichen Freund.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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