Bad Aibling, Bad Endorf und Flintsbach unterversorgt

12-Minuten-Frist des Rettungsdienstes weiter unter Beobachtung

Rosenheim - In der Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim wurden die Probleme der Alarmierungen angesprochen. Diese sind unter anderem die Einhaltung der 12-Minuten-Frist. Auch ein Plan für das Jahr 2018 wurde vorgestellt.

Trotz Nachbesserungen ist die rettungsdienstliche Versorgung in Teilen des Landkreises Rosenheim nicht optimal. In der Verbandsversammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim wurde heute (4. Oktober) berichtet, dass in den Versorgungsbereichen Bad Aibling, Bad Endorf und Flintsbach weiter Handlungsbedarf besteht. In der Sitzung unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden, Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler, wurde zudem der Haushalt 2018 mit einem Gesamtumfang von gut 1,2 Millionen Euro einstimmig verabschiedet.

Nach der Struktur- und Bedarfsanalyse „Trust III“wurden die Bereitschaftsstunden in der Notfallrettung deutlich erweitert und zudem die Rettungswache in Achenmühle neu geschaffen. Die jüngsten Auswertungen zeigen allerdings, dass es in den Versorgungsbereichen Bad Aibling, Bad Endorf und Flintsbach nicht gelingt, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. In mindestens 80 Prozent aller Notfälle müssen die eingesetzten Retter spätestens nach 12 Minuten am Ereignisort eingetroffen sein.

Stefan Forstmeier, der Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, vermutet als Ursache die steigenden Einsatzzahlen. Im Zeitraum der Erstellung des Gutachtens „Trust III“ in den Jahren 2014 und 2015 wurden 33.800 Notfallereignisse registriert. Die bisher vorliegenden Zahlen für das Jahr 2017 deuten darauf hin, dass es erstmals mehr als 36.000 Notfälle geben könnte. Forstmeier kündigte an, die Entwicklung noch zwei Quartale beobachten zu wollen. „Wenn sich der Trend bestätigt, werden wir tätig werden müssen.“

Forstmeier gab zudem bekannt, dass im Zweckverband, er umfasst die Landkreise Rosenheim und Miesbach sowie die kreisfreie Stadt Rosenheim, bei rund einem Viertel aller Krankentransporte Rettungswägen zum Einsatz kommen. Im bayernweiten Vergleich ist dies eine positive Entwicklung, denn im Freistaat werden etwa 35 Prozent der Krankentransporte mit Rettungswägen durchgeführt.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst Dr. Michael Städtler kündigte zum 1. Januar 2018 die Einrichtung eines Schlaganfallnetzwerks an. Daran beteiligt werden die RoMed-Klinik Wasserburg, das Klinikum Rosenheim, die Neurologische Klinik Bad Aibling und die Klinik Agatharied. Wesentliches Ziel des Netzwerkes ist es, die Kommunikation zwischen den Rettungskräften vor Ort und der jeweiligen Klinik so zu verbessern, dass sämtliche Maßnahmen in der Klinik vorbereitet sind, bevor der Patient eintrifft.

Im ersten Halbjahr 2018 will Dr. Städtler zudem den Notfallsanitäter öffentlich bekannt machen. Dieses Berufsbild ist neu, denn erstmals dürfen entsprechend ausgebildete Sanitäter ohne Anwesenheit eines Notarztes heilkundliche Maßnahmen durchführen. Neu ist auch eine mechanische Reanimationshilfe mit der inzwischen jedes Rettungsfahrzeug ausgestattet ist. Diese Reanimationshilfe wurde bereits erfolgreich eingesetzt, sagte Dr. Städtler.

Abschließend wies Geschäftsführer Forstmeier noch auf ein mögliches Problem in der Zukunft hin. Das Bayerische Innenministerium hatte in einer Sitzung in München überraschend kundgetan, dass es die staatliche Beteiligung an der Finanzierung der Integrierten Leitstellen zurückfahren möchte. Stattdessen soll diese Aufgabe den beteiligten Kommunen sowie den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung übertragen werden. Etliche Spitzenverbände sind damit nicht einverstanden und übten Kritik.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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