VR-Banken im Landkreis Rosenheim ziehen Bilanz

Hubert Kamml: "Wir kämpfen für Normalität"

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(v.l.) Hubert Kamml, Werner Strasser, Christian Trattner, Anton Wendlinger und Ulrich Maier bei der Bilanz-Pressekonferenz der Volksbank Raiffeisenbank am Donnerstag
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Rosenheim - Internationale Konflikte und weltweite Unsicherheiten machen auch den heimischen Banken zu Schaffen. Wie die Volksbanken Raiffeisenbanken in der Region hier gegensteuern will:

Zusammen mit Vertreter der regionalen Niederlassungen der Volksbanken Raiffeisenbanken im Landkreis Rosenheim, Christian Trattner, Ulrich Maier, Werner Strasser und Anton Wendlinger, gab der Vorsitzende des Kreisverbands, Hubert Kamml, am Donnerstag einen Einblick in die Geschäfte der Genossenschaftsbank in der Region. Besonders internationale Konflikte, politische Unsicherheiten, in und auch außerhalb Europas, und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft werfen ihre Schatten auf die kleineren Banken, so Kamml. Die aktuelle Zinssituation, immer mehr Regularien und auch die Digitalisierung machten dem Finanzdienstleister zusätzlich zu schaffen.

"Wir wehren uns mit Händen und Füßen...

Hier finden Sie die Volksbank Raiffeisenbank in der Region

... das dreiteilige Bankengeschäft ist schließlich verantwortlich dafür, dass wir die Finanzkrise in Deutschland vergleichsweise gut überstanden haben", so Hubert Kamml in Hinblick auf die diskutierte, gesamt-europäische Einlagensicherung. Man könne schlicht nicht nachvollziehen, warum auch Kunden in Deutschland für Bankgeschäfte im Ausland haftbar gemacht werden sollten, die nicht nach heimischen Standards abgewickelt werden.

Der Druck durch die Regulatorik auf europäischer Ebene sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Seit 2004 müssten auch regionale Banken Auflagen erfüllen, die eigentlich nur System-relevante Institute überwachen sollen. Die Folge: Ein stark gestiegener Aufwand beim Personal und auch der EDV. Unzählige Daten müssten erhoben und weitergeleitet werden. "Regionalbanken brauchen eine verhältnismäßige Regulierung. (...) Zudem wissen wir teilweise gar nicht, was mit den Daten überhaupt passiert", erklärte Christian Trattner, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands.

"Diese Dinge kommen, ob man will oder nicht"

Positive Entwicklung bei den Kundeneinlagen

Unter den aktuellen Niedrig-Zinsen würden zuerst die deutschen Sparer leiden, fuhr Hubert Kamml zu den Herausforderungen im Bankgeschäft fort. Als Folge der EZB-Politik sei besonders die Altersvorsorge der Kunden stark gefährdet. Hatte früher ein Kunde bei einem Zinssatz von 5 Prozent, einer monatlichen Rate von 100 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren am End noch rund 82.000 Euro für die Rente angespart, habe er nun, bei einem Satz von 0,9 Prozent lediglich die Hälfte zur Verfügung. "Langfristig muss die Wirtschaft wieder so in Fahrt kommen, dass die Zinsen wieder steigen", forderte Christian Trattner.

Entwicklung der Gewerbesteuer

"Das Smartphone hat die Welt verändert", erkannte Hubert Kamml, rund die Hälfte aller Online-Banking-Vorgänge liefen derzeit bereits über die Alleskönner im Hosentaschen-Format. Man stelle sich gerne den Veränderungen, solle doch am Ende der Kunde selbst entscheiden, welchen Weg er zur Volksbank Raiffeisenbank benutzen wolle. Immer vor dem Hintergrund strenger Datenschutz-Richtlinien könne man derzeit bereits interessante Apps und Programme wie VR-Banking, Scan2Bank oder auch paydirect, die deutsche Alternative zum Online-Bezahldienst PayPal, anbieten.

Zahlen, Daten, Fakten zum Geschäftsjahr 2016

Deutliche Steigerung bei der Bilanzsumme

"In der Beratung ist das persönliche Gespräch einfach nicht ersetzbar", so Hubert Kamml weiter. Alleine 3,5 Mio. Transaktionen an den 118 Geldautomaten der 76 Geschäftsstellen in der Region seien dafür bereits ein Indiz. Auch in der Entwicklung der Bilanzsumme der Genossenschaftsbank sei dieser Trend eindeutig abzulesen. Im vergangenen Jahr sei es gelungen, die Summe um 3,2 Prozent oder 156 Mio. Euro auf 5,026 Mrd. Euro zu steigern. Auch das Eigenkapital stieg deutlich an. 660 Mio. Euro, 28 Mio. Euro mehr als noch 2015, stünden der Volksbank Raiffeisenbank in der Region nun zur Verfügung. Rund 2.500 Mitglieder mehr konnte der Kreisverband 2016 begrüßen. Insgesamt waren rund 85.000 Teilhaber registriert.

Auch das betreute Kundenvolumen stieg im vergangenen Jahr deutlich: Insgesamt 10 Mrd. Euro, 564 Mio. Euro mehr als 2015, brachten die Kunden der Banken im letzten Jahr mit. Kundenkredite stiegen deutlich, um 7,9 Prozent, auf 3,7 Mrd. Euro. Ein Wert, der sich mit den Kundeneinlagen deckt.

Ihre Verankerung in der Region machte die Volksbank Raiffeisenbank an zahlreichen Investitionen fest. Seit 2011 seien insgesamt 61 Mio. Euro geflossen. Die Gewerbesteuer betrug alleine 2016 8,5 Mio. Euro. 45 Mio. Euro wurden im vergangenen Jahr an Löhnen und Gehältern für die insgesamt 1.081 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezahlt. 400.000 Euro flossen in Spenden und Sponsorings.

Quelle: rosenheim24.de

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