Seit 2011 "klarer Trend"

Weniger Metzgereien und Bäckereien im Kreis Rosenheim

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Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion

Landkreis Rosenheim - Immer mehr junge Leute sehen ihre Zukunft nicht mehr im Lebensmittelhandwerk. Das hat Auswirkungen auf die Anzahl der Betriebe. 

In Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es immer weniger Metzgereien und Bäckereien. Die Zahl der Betriebe ist binnen fünf Jahren um fast 6 Prozent zurückgegangen. Das hat eine parlamentarische Anfrage der Landtags-SPD beim Wirtschaftsministerium ergeben.

Seit 2011 ist die Zahl der Bäckereien in Stadt und Landkreis Rosenheim von 64 auf 59 gesunken, bei den Metzgereien ist die Zahl von 98 auf 94 gleichermaßen rückläufig.

"Klarer Trend"

"Anders als beispielsweise in Teilen von Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz ist die Nahversorgung im Bereich Rosenheim zwar überall gewährleistet", erklärt SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Markus Rinderspacher die Zahlen, "doch es gibt einen klaren Trend." 

Augenscheinlich ist es, dass immer weniger junge Leute das anstrengende Lebensmittelhandwerk erlernen wollen. Gab es 2011 noch 151 gewerbliche Lehrlinge im Rosenheimer Bereich, so waren es letztes Jahr nur noch 108 – ein Rückgang von fast 30 Prozent.

Zahl der Lehrlinge nimmt ab

Der Trend ist bayernweit erkennbar. Innerhalb der letzten fünf Jahre nahm die Zahl der Lehrlinge im Lebensmittelhandwerk von 10.846 um 4.198 auf 6.648 ab, das entspricht gar einem Rückgang um 38,7 Prozent. Rinderspacher betont: "Bäcker und Metzger sind Grundpfeiler der Nahversorgung in Bayern. Sie sind aber auch Genussbotschafter.

 Diese tollen Berufe gilt es zu erhalten und zu schützen – und da ist auch die Politik gefragt." So schlägt Rinderspacher vor, die Chancen der dualen Ausbildung stärker zu betonen und die Ausbildung zum Meister endlich kostenfrei zu machen. "Meisterbonus gut und schön, aber besser wäre der kostenfreie Meister. Das wäre ein echter Schritt nach vorne." 

Flüchtlinge als Lösung

Um den Fachkräftemangel zu beheben, müsse die Staatsregierung ihre "oftmals kontraproduktive Abschiebepolitik“ überdenken, fordert Rinderspacher: "Viele Flüchtlinge suchen gerade im Lebensmittelhandwerk eine berufliche Perspektive. Nicht selten werden sie mit Kusshand genommen, erhalten einen Ausbildungsvertrag oder Praktikumsplatz, um anschließend abgeschoben zu werden." 

Seit 2011 haben bayernweit insgesamt 424 Bäckereien und 601 Metzgereien im Freistaat für immer geschlossen. In knapp 160 Gemeinden gibt es inzwischen weder Bäcker noch Metzger oder gar einen Supermarkt. Sie gelten als unversorgt.

Pressemitteilung Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher

Auch in den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Traunstein geht die Zahl der Bäcker und Metzger zurück

Quelle: rosenheim24.de

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