JU diskutiert über Zukunft des bayerischen Gymnasiums

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JU Kreisvorsitzender Florian Gerthner mit Referent Nicolas Ziegler, Diskussionsleiterin Irene Biebl-Daiber und Referentin Lisa Fuchs (von links nach rechts).

Wasserburg - Wie lange sollen Bayerns Gymnasiasten in Zukunft lernen? Hierüber diskutierte die Junge Union (JU) im Rahmen ihrer Kreisdelegiertenversammlung in Wasserburg kontrovers.

Die Jungpolitiker aus dem Landkreis hatten sich hierfür mit Lisa Fuchs, Vorsitzende der Referendar- und Junglehrervertretung im bayerischen Philologenverband, und Nicolas Ziegler Landesvorsitzender der Schüler Union Bayern zwei prominente Referenten eingeladen. Kreisvorsitzender Florian Gerthner fasste die spannende Diskussion zusammen: „Wir sind uns einig, dass es aufgrund der Individualität jedes einzelnen Schülers keine pauschale Antwort geben kann, ob generell ein G8 oder ein G9 besser ist. Wichtig ist ein flexibles Schulsystem, das auf jedes Kind bestmöglich eingeht. Eine Zersplitterung der gymnasialen Schullandschaft, wie es bei Annahme des aktuellen Volksbegehrens die Folge wäre, ist dabei extrem kontraproduktiv!“

Nach einigen Jahren Ruhe an der Bildungsfront ist durch das Volksbegehren "Paralleles G8 und G9" die zukünftige Form des bayerischen Gymnasiums wieder in die öffentliche Diskussion gerückt. Eine Vielzahl verschiedener Konzepte wird derzeit debattiert. Um nicht nur über die Betroffenen, sondern mit Ihnen zu sprechen, hatte die Junge Union mit Lisa Fuchs als Junglehrervertreterin und Nicolas Fuchs von der der Schüler-Union zwei Referenten aus der Praxis eingeladen. Zunächst präsentierte Fuchs die Position des Bayerischen Philologenverbands, der zu einem reformierten G9 zurückkehren möchte. „Insbesondere die aus unserer Sicht zu hohe Belastung der Schüler in der Mittelstufe, die sich hier in der schwierigen Lebensphase der Pubertät befinden, führt zu einer geringen Festigung der Lerninhalte im aktuellen G8“, so Fuchs. Aus Sicht der Referendar- und Jungphilologenvertreter steht die allgemeine Studierfähigkeit der bayerischen Schüler auf dem Spiel. Deswegen forderte sie eine Rückkehr zu einem reformierten G9. Hierbei soll es für besonders leistungsfähige Schüler die Möglichkeit geben, die zehnte Klasse zu überspringen und damit das Gymnasium in acht Jahren zu absolvieren. Sie schätzt, dass bis zu einem Drittel der Schüler hierzu in der Lage sein könnten. „Wir denken das G8 vom G9 her“, so Fuchs. Gleichzeitig betonte sie, dass für die Junglehrer der Vorschlag des Volksbegehrens mit parallelem acht- und neunjährigem Gymnasium keine Option sei. Die Schullandschaft werde damit unübersichtlich und es entstehen große organisatorische Probleme für die Schulen, Lehrer, Eltern sowie Schüler.

Dem kann sich Nicolas Ziegler, Landesvorsitzender der Schüler-Union Bayern nur anschließen. Sein Verband steht jedoch für eine Beibehaltung des G8 und hat hierfür ein umfangreiches Positionspapier mit dem Titel „Anforderungen an ein modernes und zukunftsfähiges bayerisches Gymnasium” entwickelt. Aus Sicht der Schüler müsse das Gymnasium immer mehr Herausforderungen gerecht werden und es gelte deshalb, auch etablierte Abläufe zu überdenken und zu verbessern. Die Schüler-Union Bayern sieht jedoch das Problem nicht im G8 als solches. „Für den höchsten Schulabschluss Bayerns muss man nun einmal viel leisten. Eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 lehnen wir, in Anbetracht der sich in ungesunde Höhen entwickelnden Prozentzahlen der Gymnasiasten, ab. Es ist nicht Ziel des Gymnasiums, es allen so einfach wie möglich zu machen und zum Abitur durchzuschleusen, sondern zur Hochschulreife zu führen“, so Ziegler.In der anschließenden Diskussion wurden zwei Punkte immer wieder betont: Die hohe Qualität des bayerischen Abiturs muss unabhängig von der Dauer der gymnasialen Schulzeit erhalten bleiben und das Schulsystem muss so durchlässig, wie möglich gestaltet werden. In verschiedensten Wortbeiträgen merkten die JUler an, dass das Abitur kein Selbstzweck sein dürfe. Aus eigener Erfahrung berichteten Veranstaltungsteilnehmer, wie sie selbst auch ohne Gymnasialbesuch ihren Wunschberuf erlernen oder studieren konnten: „Das ist echte Wahlfreiheit!“, so übereinstimmend die Mitglieder. Immer wieder wurde betont, dass eine parallele Einführung von acht- und neunjährigem Gymnasium besonders den ländlichen Raum benachteilige und damit auch negative Auswirkungen auf unseren Landkreis Rosenheim hätte.

Zuvor hatten auf der sehr gut besuchten Delegiertenversammlung JU-Kreischef Florian Gerthner und Geschäftsführerin Annette Resch auf das vergangene Jahr zurückgeblickt und insbesondere die vier Wahlen im letzten Halbjahr Revue passieren lassen. Bei den Nachwahlen zur Kreisvorstandschaft wurde der Rimstinger Student Stefan Julinek mit großer Mehrheit neu in die Kreisvorstandschaft gewählt. Außerdem richteten Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner die Grüße des CSU-Kreisverbands und Alexander Wegmaier die des Bezirksverbands der JU Oberbayern aus.

Pressemeldung JU Rosenheim Land

Quelle: rosenheim24.de

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