"In einer normalen Firma würden sie untergehen"

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Am ersten Tag machten sich die Langzeitarbeitslosen im Umgang mit den Pferden vertraut.

Landkreis - Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen sind einige Langzeitarbeitslose aufgrund psychischer Problemen nicht zu vermitteln. Ein Reiterhof-Projekt setzt hier an:

In dieser Woche startete das Projekt "Inn-Aktion" von Bildungszentrum bfz Rosenheim und der Ambulanten Hilfe Anthojo. Chantal Mauras, die Projektleiterin von Anthojo, erklärte gegenüber rosenheim24: "Es handelt sich um eine ganzheitliche Förderung, eine Arbeitstherapie und eine Möglichkeit auf einen Zuverdienst für die geförderten Klienten. In einer normalen, großen Firma würden sie untergehen."

Auch Esel sind auf dem Hof zu betreuen.

Auf einem Hof mit 26 Pferden in Riedering-Oberachthal werden die Arbeitslosen an drei Tagen in der Woche mit landwirtschaftlichen Arbeiten betraut werden. "Hierzu zählen etwa die Fütterung der Tiere, das Ausmisten der Ställe und Holzarbeiten", so Mauras. Neben diesen Arbeitseinheiten wird auch ergotherapeutisches Reiten für die Arbeitslosen angeboten.

Emfremdung vom Arbeitsmarkt

Es handelt sich bei den Geförderten um Arbeitslose mit langjährigen psychischen Problemen und häufig mit Suchthintergrund. Durch diese Problemlage haben sie die Fähigkeit verloren das eigene Leben selbständig zu bewältigen. Diese Art der psychischen Erkrankung kann zudem zu Verschuldungen, Verwahrlosung (Messie-Syndrom) oder eine vollständige soziale Isolation führen.

Diese multiplen Vermittlungshemnisse sollen mit dem Projekt "Inn-Aktion" nun minimiert werden, in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Rosenheim (Stadt und Land). Der Entfremdung von den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, nach der langjährigen Arbeitslosigkeit, soll entgegengewirkt werden.

Betreuung auch im Alltag

Neben dem Arbeitstraining auf dem Hof werden zudem einmal in der Woche Qualifizierungsmaßnahmen im bfz Rosenheim stattfinden, wie etwa EDV-Kurse oder Werkstattprojekte.

Nebenbei werden die Arbeitslosen weiterhin von Anthojo im Alltag in ihren Privatwohnungen betreut. Hier kommen Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Hauswirtschaftler, Heilerziehungspfleger und Krankenschwestern zum Einsatz.

Rosenheim24 wird in Kürze weiter über das Pilotprojekt berichten.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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