Landkreis überprüft Busangebot

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Landkreis - Der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft ist vom Kreisausschuss eine nicht ganz einfach zu erfüllende Aufgabe gestellt worden. Es geht um das Busangebot am Morgen:

Wenn Bedarf besteht, soll sie im Rahmen der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten darauf hinwirken, dass Berufstätige die zentralen Orte im Landkreis bis spätestens 6.45 Uhr mit dem Öffentlichen Personennahverkehr erreichen können.

Beantragt hatte dies die Kreistagsfraktion der ÖDP. Anhand der Buslinie von Aschau über Söllhuben und Riedering nach Rosenheim stellte sie fest, dass der Bus erst nach sieben Uhr in der Stadt ankommt. Zu diesem Zeitpunkt hätten viele Betriebe, vor allem Handwerksbetriebe bereits mit der Arbeit begonnen. Die ÖDP hofft, dass bei einer Fahrplanänderung mehr Autofahrer auf den Bus umsteigen und damit das Verkehrsaufkommen reduzieren.

Eine Überprüfung der aktuellen Fahrpläne durch Geschäftsführer Hans Zagler von der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft bestätigte, dass Fahrgäste aus Söllhuben frühestens um 7:10 Uhr mit dem Bus in Rosenheim ankommen. Defizite gibt es zudem im Inntal in den Gemeinden Nußdorf und Neubeuern. Zagler nannte zwei Gründe. Zum einen den fehlenden Bahnanschluss und zum anderen die Neuorientierung der Schüler hin zum Gymnasium Raubling und zur Realschule Brannenburg. Die frühere Notwendigkeit für eine Busverbindung für Schüler nach Rosenheim fiel dadurch weg.

Der Busverkehr aus den Gemeinden Tuntenhausen und Großkarolinenfeld nach Bad Aibling orientiert sich am Unterrichtsbeginn im Schulzentrum. Aus Großkarolinenfeld steht alternativ eine schnelle Zugverbindung über Rosenheim zur Verfügung. Pendler in Richtung München können eine Frühverbindung nach Grafing zur S-Bahn und zum Umsteigen in den Regionalzug nutzen.

Ähnlich stellt sich die Situation in Wasserburg dar. Die ersten Busverbindungen aus Albaching, Babensham, Griesstätt und Amerang erreichen die Innstadt zwischen 7:23 Uhr und 7:45 Uhr, also pünktlich zum Unterrichtsbeginn in den Schulen. Lediglich Fahrgäste aus Eiselfing können eine frühere Verbindung nutzen, dazu müssen sie aber in Alteiselfing ein- bzw. umsteigen.

In Prien wirkt sich im Vergleich zu den anderen Schulzentren, der deutlich frühere Unterrichtsbeginn im Gymnasium und in der Realschule positiv auf die Fahrpläne aus. So kommt der Bus aus Eggstätt um kurz vor 7 Uhr an. Eine Verbesserung zeichnet sich für die Linien aus Höslwang und Halfing ab, deren Fahrgäste in Bad Endorf umsteigen müssen. Wenn der neue Zubringer aus Söchtenau nach Bad Endorf für die Schüler der staatlichen Realschule Prien als neue ÖPNV-Linie ausgewiesen wird, besteht die Möglichkeit, eine Viertelstunde früher als bisher, nämlich um 6:45 Uhr in der Chiemseegemeinde anzukommen.

Grundsätzlich, so die Erfahrung der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, stimmen Busunternehmer einer Änderung des Fahrplanes dann zu, wenn es für sie keinen Mehraufwand bedeutet. Ist dies nicht der Fall, bleibt laut Zagler nur die Möglichkeit, eine frühere zusätzliche Busfahrt zu bestellen. Diese kostet zwischen 60 Euro und 80 Euro täglich. Bei 250 Fahrtagen ergeben sich pro Linie Kosten zwischen 15.000 Euro und 20.000 Euro jährlich. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage beauftragte der Kreisausschuss die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, zu versuchen, eine bessere Busanbindung für Berufstätige zu organisieren. Um einen möglichen Bedarf festzustellen, wurde vorgeschlagen, Berufsschüler zu befragen und Kontakt mit größeren Betrieben aufzunehmen.

Die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft wurde im Herbst 1995 gegründet. Landkreis und Stadt stimmen darin ihr Vorgehen im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs ab.

Michael Fischer (Landratsamt Rosenheim)

Quelle: rosenheim24.de

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