Lebendige Städtepartnerschaft mit Cugir

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Aufstellen nach 1200 Kilometer Anreise zu rumänischer und bayerischer Hymne. Die Gastgeber von CSO Cugir (in den blauen Trikots) hatten das bessere Ende für sich, die Wasserburger Löwen dank humoristischer Jubeleinlagen die Sympathien des Publikums gewonnen.

Wasserburg - Mittels Sport sorgten Wasserburger jetzt dafür, dass die Partnerschaft mit Cugir ein Stück lebendiger wurde: In der rumänischen Partnerstadt wurde ein Fußballspiel gegeneinander ausgetragen.

1200 Kilometer bis zum Anpfiff, das haben die Wasserburger Fußballer auch noch nicht erlebt. Nun aber machte ein Dutzend von ihnen zusammen mit Abteilungsleiter Florian Pfaffenzeller diese Erfahrung bei einem Besuch in der rumänischen Partnerstadt. Eigentlich hatte es das Eröffnungsspiel für das sanierte Stadion des dortigen Sportclubs CSO Cugir werden sollen. Das wurde es nicht - dafür das erste Spiel der völlig neu formierten Wasserburger Mannschaft.

Pause unterm Kirschbaum im Kloster Calene. Bei sengender Hitze ein willkommene Abkühlung für die Delegationen rund um die Bürgermeister Adrian Teban (rechts) und Michael Kölbl (Zweiter von rechts).

Beide Bürgermeister, Michael Kölbl ebenso wie Adrian Teban, waren hochzufrieden, dass nach dem ursprünglichen Hilfstransporten und dem schon etablierten kulturellen Miteinander nun erstmals ein sportlicher Austausch zustande kam. Im vergangenen Jahr waren die Fußballer aus Cugir hier zu Gast, nun die des TSV in Rumänien.

Das Spiel war eine Hitzeschlacht bei knapp 40 Grad, weswegen Pfaffenzeller mit seinem rumänischen Widerpart fliegende Wechsel vereinbarte und der Schiedsrichter die Partie zweimal zur Trinkpause unterbrach. Dass die eingespieltere und besser akklimatisierte Mannschaft am Ende die Nase deutlich vorne hatte, war zweitrangig. Alle Beteiligten, inklusive etwa 300 Zuschauer, hatten ihren Spaß. Die gegenseitige Einladung der beiden Bürgermeister beim gemeinsamen Abendessen wurde von beiden Teams mit Jubel quittiert, gemeinsam stürzten sich Gäste und Gastgeber später ins Nachtleben von Cugir. Irgendwie klappt die Verständigung immer.

Bürgermeister und Stadträte brauchten hingegen gelegentlich Übersetzungen. Nicht bei Unterhaltungen mit den rumänischen Kollegen, da findet sich immer ein Weg. Aber beim Besuch des Krankenhauses, der diesmal unter anderem auf dem Programm stand. Bettenzahl, Abteilungen und Personalstand sind mit der Wasserburger Romed-Klinik durchaus zu vergleichen. Dann aber enden die Ähnlichkeiten auch schon. Denn in das 1956 eröffnete Krankenhaus von Cugir hat der Staat seitdem keine Mittel mehr gesteckt. Und im vergangenen Jahr standen Bürgermeister Adrian Teban und die Stadträte vor der Entscheidung, ob die Stadt als Sachaufwandsträger einsteigen soll oder der beabsichtigten Schließung des Krankenhauses zustimmen.

Da Cugir mit 350 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde ganz Rumäniens ist, die Wege entsprechend weit sind, entschied man sich, in die Bresche zu springen. Und die Sanierung von oben nach unten in Angriff zu nehmen. Seit August ist die Stadt zuständig, die Dächer sind schon neu gedeckt, die meisten Fenster erneuert. Der Operationssaal ist Stand 1956, wird nur noch für gynäkologische Notfälle genutzt. Im ganzen Haus hat genau ein Zimmer ein eigenes Bad, sonst ist Bad auf dem Gang Standard. Die Sanierung eines Zimmers kostet nach Aussagen von Adrian Teban rund 1500 Euro, Bad inklusive. 100.000 Euro an Investitionen hat sich die Stadt laut Teban pro Jahr vorgenommen. Mehr geht nicht, dafür hat die Stadt zu viele offene Baustellen. Und deswegen spielt auch CSO Cugir immer noch auf einem nichtsanierten Platz.

Deswegen fehlt es zu Tebans großem Bedauern auch noch an touristischer Infrastruktur. Die Landschaft um Cugir, das in der hügeligen Region am Fuße der transsilvanischen Karpaten liegt, ist ausgesprochen schön. Kleine Klöster, wie Calene mit seinen vier Nonnen und einem Priester, sitzen hingetupft auf dem Hügel, einen Gipfel weiter ist ein Bergdorf mit vier oder fünf Höfen, die weitgehend unberührten Wälder sind ein Eldorado für Jäger. Aber die Beschilderung für Wanderwege beispielsweise fehlt völlig, die Straßen hinauf in die Berge sind ausgewaschene Pisten. "In vier oder fünf Jahren", hofft Teban, ist man für Touristen besser gerüstet.

Die Gastfreundschaft, die wird jetzt schon groß geschrieben. Das werden die Fußballer gerne bestätigen.

Sylvia Hampel (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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