"Lebendiges, buntes Gemeindeleben"

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Claudia Zellfelder an der Kanzel der Wasserburger Christuskirche. Sie ist jetzt für die Gemeinde verantwortlich.

Wasserburg - Die evangelische Gemeinde wird erstmals von einer Pfarrerin geleitet. Cordula Zellfelder ist allerdings in der Gemeinde schon länger bekannt, sie war auch in den letzten Monaten vertretungsweise Pfarrerin.

Dass es jetzt so schnell ging, hat alle eine wenig überrascht: Seit 1. November ist Cordula Zellfelder die Leiterin des evangelischen Pfarramts in Wasserburg. Nachdem Pfarrer Andreas Reisberg im August Wasserburg verlassen hatte, rechnete man wie üblich mit einer längeren Vakanz der Stelle, muss es doch üblicherweise drei Bewerbungen geben, bevor das Auswahlverfahren in Gang kommt. Das aber ist in der oberbayerischen "Diaspora" gar nicht so einfach.

Wunschkandidatin der Wasserburger

Dass nun alles so flott ging, hängt vor allem damit zusammen, dass die 44-Jährige in Wasserburg gut bekannt ist. Schon seit zwei Jahren arbeitet sie in der Gemeinde mit, sie betreute mit einer halben Stelle die Kinder- und Jugendarbeit. Und im August wurde Cordula Zellfelder "Vertreterin" auf der freien Pfarrerstelle und bekam die Geschäfte von ihrem Vorgänger übergeben.

Als sie sich dann auch offiziell als Reisberg-Nachfolgerin bewarb, verzichtete der Wasserburger Kirchenvorstand auf eine offizielle Ausschreibung und bestätigte seine "Wunschkandidatin". Und auch die Landeskirche zog mit.

Die Gemeinde kennt also Claudia Zellfelder - und die kennt ihre Gemeinde: "Es gibt eine Menge zu tun, aber es gibt auch viele Engagierte, die jetzt mitgestalten wollen", beschreibt sie die Situation. 3900 Christen gehören zum evangelischen Pfarrbezirk Wasserburg, der alle Gemeinden zwischen Schnaitsee und Pfaffing, zwischen Soyen und Griesstätt umfasst - "ein Gebiet, das in Franken fast ein Dekanat wäre", lacht die Theologin.

Von Franken kommt sie auch: Aufgewachsen in Windsbach wurde sie nach dem Studium Pfarrerin bei Schweinfurt, wo sie elf Jahre eine kleine Pfarrei leitete. Dann kam sie als frischgebackene Mutter - inzwischen hat sie zwei Kinder - mit ihrem Mann in dessen Heimatort Eiselfing und nahm erst einmal als ganz normales Gemeindeglied Kontakt auf.

Als später die Halbtagsstelle für die Kinder- und Jugendarbeit frei wurde - eigentlich eine Stelle für einen Religionspädagogen - bewarb sie sich erfolgreich dafür. Seither ist sie beispielsweise bekannt für ihre Krabbel-Gottesdienste - und für ihren Konfirmanden-Unterricht, "der schon klar etwas fordert von den Jugendlichen", wie die Pfarrerin bekennt.

"Nur mit Teamarbeit zu machen"

Klare Positionen auf der einen Seite, gleichzeitig viel Platz für ein "lebendiges, buntes, vielfältiges Gemeindeleben": So versteht sie ihre Aufgabe. Das sei aber nur mit Teamarbeit zu machen. "Die Kommunikation zwischen den Gruppen und über die große Fläche ist die große Herausforderung einer Diaspora-Gemeinde", steht für Claufia Zellfelder fest.

Da habe der Sonntags-Gottesdienst natürlich auch einen besonders hohen Stellenwert, "die Leute treffen sich ja sonst nicht so einfach." Und so will sie den Sonntagvormittag auch "attraktiv für alle Altersgruppen" machen: Krabbel- und Familien-Gottesdienste parallel zum Haupt-Gottesdienst sollen möglichst alle ansprechen, genau wie der anschließende Kirchenkaffee.

Ideen gäbe es also genug, bleibt nur das Personalproblem: Die Stelle des Religionspädagogen soll wieder besetzt werden, die zusätzliche halbe Pastorenstelle allerdings, die Wasserburg schon einmal hatte, bleibt gestrichen. Dazu kommen beispielsweise mit Kindergarten in Pfaffing und Nebenkirche in Rott einige Aufgaben in der Pfarrverwaltung, die Claudia Zellfelder auf dem Hintergrund ihrer Erfahrung nicht unterschätzen will: "Man muss schon realistisch bleiben", will sie zu hohe Erwartungen etwas dämpfen. Denn die Personalentscheidung habe eine gewisse Aufbruchstimmung ausgelöst, so ihre Erfahrung nach der ersten Woche.

Die Gemeinde wird die nächste Zeit also wohl eine spannende Baustelle sein - im doppelten Sinn: Im Frühjahr soll das alte Pfarrhaus abgerisssen und ein neues gebaut werden. Dort wird dann die neue Pfarrerin auch einziehen. Zuerst einmal aber wird sie noch offiziell eingeführt. Dass dies erst sechs Wochen nach ihrem Amtsantritt, am 12. Dezember, passiert, hat nur einen Grund: "Das ging einfach alles so überraschend schnell."

Wasserburger-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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