Lehrlinge öfter vergeblich gesucht

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Wasserburg - Etwas mehr offene Lehrstellen als in den vergangenen Jahren konnte die Agentur für Arbeit heuer jungen Leuten im Raum Wasserburg anbieten, einige Plätze sind noch frei.

Lehrlinge zu finden sei schwer, heißt es bei der Kreishandwerkerschaft. "Das wird in der Zukunft ein Riesenproblem", sagt Geschäftsstellenleiter Andreas Holzner.

In einer Woche starten klassischerweise Lehrlinge am 1. September ihre Ausbildung. Es ist zwar knapp, aber wer sich für eine der doch noch etlichen offenen Lehrstellen im Raum Wasserburg interessiert, hat noch gute Chance einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Und es sind nicht einmal wenige, die Katharina Kristen, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Rosenheim, dazu für den Raum Wasserburg aufzählen kann. Verkauf im Einzelhandel sowie Fachverkauf für Metzgerei und Bäckerei zum Beispiel nennt sie, auch für Friseurin, Fachlagerist, Zahnmedizinische Fachangestellte, Parkettleger, Sport- und Fitnesskaufmann gibt es noch offene Ausbildunsstellen sowie für die Berufe Maurer, Altenpfleger, Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker oder im Bereich Systemgastronomie. "Die Palette ist bunt gemischt", sagt Katharina Kristen. Schwierig werde es eigentlich nur bei Berufswünschen in Büros für den kaufmännischen Bereich.

Offene Handwerkerstellen hätten, so Kristen, auch die IHK und die Handwerkskammer. Allerdings weiß sie aus Erfahrung, dass vor allem Betriebe, wo die Ausbildung hohe theoretische Anforderungen stellt, bis nächstes Jahr warten, sollte jetzt kein geigneter junger Mann oder eine geeignete junge Frau unter den Kandidaten gewesen sein.

Bei den großen Betrieben wie Meggle oder Bauer kommen derweil schon die Bewerbungen für den Ausbildungsbeginn im Jahr 2011. "Wer Industriekaufmann lernen will, sollte sich in der neunten Klasse bewerben", empfiehlt die Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit.

Wer es sich überlegt hat und doch noch heuer lieber mit einer Ausbildung anfangen möchte und sich für den einen oder anderen noch offenen Platz interessiert, sollte sich möglichst bald bei der Berufsberatung in Rosenheim bei der Agentur für Arbeit einen Termin geben lassen. Im Service-Center in Rosenheim gibt es dafür eine Hotline mit der Nummer 01801 / 555111. Bis Mitte Dezember besteht, so Katharina Kristen, die Möglichkeit mit einer Ausbildung zu beginnen.

Andreas Holzner, Leiter der Geschäftsstelle bei der Rosenheimer Kreishandwerkerschaft, rät den Jugendlichen dringend, bei der Lehrstellensuche selbst aktiv zu werden. "Eigeninitiative ist sehr wichtig, weil das Erscheinungsbild ganz wichtig ist." Präsentiere sich ein Bewerber offen und ehrlich, sei die Zeugnisnote oft nicht mehr so wichtig. Und er rät allen, frühzeitig damit zu beginnen. Mit Betriebspraktika könnten sich junge Leute bei Lehrherren bekannt machen, zielführend sei das allerdings nur, wenn diese Aktivitäten von Eltern überwacht würden und genau an diesem Punkt finge das Problem oft an.

Lehrlinge fehlen im Landkreis Rosenheim, auch im Bereich Wasserburg, in den Handwerksbetrieben etliche. Bäckerein und Metzgereien finden schwer Auszubildende, auch Schreiner, vor noch ein paar Jahren fast ein Modeberuf, sei nicht so gefragt. Hätten Schreinereien vor wenigen Jahren noch zehn bis 15 Bewerbungen gehabt, seien es jetzt vielleicht eine Handvoll. Für die Zukunft fürchtet Holzner echte Probleme, wenn Fachkräfte die Betriebe verlassen und auch noch die geburtenschwachen Jahrgänge die Schulen verlassen.

Betriebe, die schon lange ausbilden, fänden, so Holzner, leichter junge Leute, weil sie als Ausbildungsbetrieb bekannt und etabliert seien. Kleinere Betriebe würden viel schwerer einen Lehrling finden und wenn, "dann fehlt es leider oft an Wissen und sozialer Kompetenz", sagt Holzner, der auf der anderen Seite die Bemühungen in diesem Bereich zum Beispiel in der Wasserburger Hauptschule unterstreicht. Er kritisiert, dass die meisten immer noch glaubten, ein Handwerker müsse nur mit seinen Händen arbeiten können. Es gebe aber keinen Handwerksberuf mehr, wo man nicht mit PC und EDV arbeiten müsse. Und so versucht auch die Kreishandwerkerschaft verstärkt in die Schulen zu gehen, um auch für das Handwerk Öffentlichkeitsarbeit zu machen.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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