Leidenschaft für lebendiges Latein

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Freuen sich über den Erfolg: Maria Anna Oberlinner, Lateinlehrer Helmut Schreiner und Carolin Geitner (von links).

Gars/Babensham - Latein ist neben Mathematik das vielleicht am meisten gefürchtete Schulfach. Doch nicht für Maria Anna Oberlinner und Carolin Geitner vom Gymnasium Gars.

Die Beiden gehören zu den besten Lateinschülern in Bayern.

Beim Landeswettbewerb "Alte Sprachen" des Bayerischen Kultusministeriums haben es die beiden 19-Jährigen aus Babensham bis in die Endausscheidung des Wettbewerbs geschafft. Maria Anna Oberlinner kletterte gemeinsam mit einer Schülerin aus dem Dom-Gymnasium Freising sogar ganz nach oben auf das Siegertreppchen, doch auch ihre Freundin Carolin Geitner hat noch Chancen auf eine Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes.

Mit den beiden Abiturientinnen freut sich Lateinlehrer Helmut Schreiner: "Die beiden arbeiten auf einem unglaublich hohen Niveau. Für mich als Lehrer ist es einfach himmlisch, einmal in der Karriere zwei solch starke Schülerinnen zum Abitur begleitet zu haben", schwärmt der Oberstudienrat.

Die beiden Hausarbeiten, die Maria Anna Oberlinner und Carolin Geitner für die zweite Runde im Landeswettbewerb verfassen mussten, haben nach Einschätzung von Schreiner "universitäres Niveau". Die ganzen Sommerferien hindurch hatten sich die Schülerinnen durch Texte über die römische Germanienpolitik gelesen, politische Gedichte aus der griechischen und römischen Antike mit modernen Werken verglichen und daraus eigene Studien verfasst, die auch als Facharbeiten für das Abitur zur Wertung kamen.

Mit Erfolg: Die Garser Gymnasiasten gehörten zu den zehn Kandidaten, die zum Final-Kolloquium im Kultusministerium eingeladen wurden. Hier mussten sie einer hochkarätig besetzten Jury Rede und Antwort über antike Themen stehen und Übersetzungen - auch vom Deutschen ins Lateinische - durchführen.

Für die 19-Jährigen eine Herausforderung, die ihnen kein Kopfzerbrechen bereitete, denn auch sie kommen ebenso wie ihr Lateinlehrer ins Schwärmen, wenn sie ihre Leidenschaft für die alte Sprache charakterisieren. "Wer sich die ersten vier Jahre durchbeißt durch die Grundlagen und die Grammatik, kommt in andere, gar himmlische Sphären", findet Maria Anna Oberlinner. "Dann wird die als tot verschrieene Sprache lebendig", weiß auch Carolin Geitner.

Die Beschäftigung mit der alten Sprache hat ihr und Maria Anna Oberlinner das Lebensgefühl des Humanismus nähergebracht. Er prägt das Wertebewusstsein der jungen Frauen, stellt ihre Lebensphilosophie dar. "Latein fördert das strukturelle Arbeiten und das Urteilsvermögen", ergänzt ihr Lehrer. Latein stellt nach Erfahrungen seiner Schülerinnen außerdem die Grundlage für alle weiteren romanischen Sprachen dar, die sich mit der Basis Latein leichter erlernen.

Den heutigen Abiturprüfungen im Leistungskurs Latein sehen Maria Anna Oberlinner und Carolin Geitner deshalb gelassen entgegen - ebenso wie dem weiteren Ausbildungsweg, der Maria Anna Oberlinner durch die Förderung der deutschen Studienstiftung bereits erleichtert wird. Sie möchte Rechtswissenschaften studieren, Carolin Geitner hat sich für Maschinenbau entschieden.

duc/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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