Leonhardi-Umritte in Großkaro und Oberaudorf

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"Ruhe nach dem Sturm"... in Oberaudorf.

Großkarolinenfeld - Mit Festwägen, Gespannen und weit über 1000 Zuschauern fand am Sonntag der Leonhardi-Umritt in Großkarolinenfeld und Oberaudorf statt.

Ganz im Zeichen der Leonhardi-Umritte standen am Sonntag die Gemeinden Großkarolinenfeld und Oberaudorf. Bis die Sonne aber durch den herbstlichen Nebel drang, froren bei sehr frischen Temperaturen nicht nur weit über 1000 Zuschauer, sondern sicher auch Reiter und Gespannlenker.

Ein Motivwagen, der Anklang fand: Die Leonhardikirche von Hilperting.

Die Leonhardifeier in Großkarolinenfeld begann mit einem Gottesdienst bei der Leonhardikapelle, den die Kolberer Dorfmusi, unter der Leitung von Hans Jackl, musikalisch umrahmte. Anschließend segnete Pfarrer Drago Curic die schön geschmückten Pferdegespanne und die zahlreichen großen und kleinen Pferde mit ihren Reiterinnen und Reiter. "Das ist tief verwurzeltes Brauchtum", so der Priester. Mit dabei war auch ein Motivwagen mit der Leonhardikirche von Hilperting. Nach dem zweimaligen Umritt trafen sich anschließend Pferdehalter und die zahlreichen Besucher des Leonhardirittes zum geselligen Beisammensein auf dem Bauernhof von Wolfgang Schlosser.

Seit 166 Jahren wird der Brauch des Leonhardirittes in Niederaudorf gepflegt. In diesem Jahr erfreuten bei der 167. Durchführung 24 Wagen-Gespanne und Kutschen sowie 130 festlich herausgeputzte Pferde die rund 1000 Zuschauer entlang der Strecke. Begünstig durch schönes Herbstwetter wurde die Niederaudorfer Leonhardifahrt zu einem großen Erfolg. Vierspännig fuhr der Reisacher Karmelitenpater Bruno im Kirchenzug von der Dorfstraße zum Feldaltar im Keindl-Anger und zelebrierte dort im Gedenken an die verstorbenen Leonhardifahrer den Gottesdienst. Die Musikkapelle Niederaudorf umrahmte die Messfeier. Beim Umritt um die Dorfkirche Sankt Michael segnete der Geistliche Ross und Reiter. Mit dabei auf zwei Festwägen die Musikkapelle Niederaudorf, die Brannenburger-Musikanten sowie die Audorfer und Flintsbacher Gebirgsschützen. Mit dabei waren wie immer Reiter aus dem benachbarten Tirol.

Großkaro noch im dichten Nebel: Weihe der Gespanne.

Die Pferdeprozessionen zu Ehren des heiligen Leonhard haben in Bayern eine lange Tradition. So organisierte erstmals im Jahre 1845 der damalige Oberaudorfer Vikar Johann Baptist Spagl in Niederaudorf gegen den Widerstand der Mutterpfarrei Flintsbach einen eigenen Leonhardiritt. Niederaudorf gehörte in dieser Zeit zum Vikariat Oberaudorf und dieses unterstand dem Pfarramt Flintsbach. Bis dahin hatten die Bauern von Audorf sowie Kiefersfelden aus dem ganzen Einzugsbereich nach Flintsbach zu reiten, um am dortigen Leonhardiritt mitzumachen.

Dem Hörensagen nach klagten vor allem die Bäuerinnen, weil so mancher Bauer oft tagelang ausblieb und viel Geld verbrauchte. Man sprach auch von Streitereien bei den langen Aufenthalten in Flintsbach.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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