Licht und Schatten auf dem Milchmarkt

+

Wasserburg - Ein dramatischer Verfall der Milchpreise einerseits, die Stabilisierung des Milchmarktes andererseits sorgen bei der Milcherzeugergemeinschaft Wasserburg für ein Wechselbad der Gefühle.

Der Vorsitzende, Jakob Niedermaier, berichtete über die Entwicklung der MEG, deren rund 1000 Landwirte ihre Milch an unterschiedliche Molkereien verkaufen. Betrug die vermarktete Milchmenge im Jahr 2008 noch 187,3 Millionen Kilogramm, so konnte sie im letzten Jahr auf 194,4 Millionen Kilogramm gesteigert werden. "Diese Steigerung spricht für die hohe Leistungsfähigkeit der Milcherzeuger der MEG Wasserburg", stellte Niedermaier heraus und ergänzte, dass im Jahr 2009 nur zehn Landwirte aus der Milcherzeugergemeinschaft wegen Betriebsaufgabe ausgeschieden waren.

Im Rampenlicht des Vortrags stand die Milchgeldentwicklung, die Niedermaier als "dramatisch" bezeichnete. Waren es 2008 noch 37 Cent pro Kilogramm Milch, die die Landwirte erhielten, so reduzierte sich der Betrag im letzten Jahr auf 27,10 Cent. "Das gesamte Milchgeld der MEG-Mitglieder sank von 76,7 Millionen Euro auf 48,9 Millionen Euro, was einer Reduzierung um satte 36 Prozent entspricht", brachte es der Vorsitzende auf den Punkt. Die vorgelegten Zahlen zeigten, dass selbst bei den besten Betrieben der Gewinn gegen Null geht. "Eine langfristige Milcherzeugung ist auf dieser Basis nicht mehr zu gewährleisten", stellte Niedermaier klar.

Trotz der negativen Gesamtlage fand Niedermaier auch positive Seiten und wies auf die aktuelle Stabilisierung des Milchmarktes und leicht ansteigende Milchpreise hin. Der MEG-Vorsitzende forderte: "Diese positive Tendenz muss sich schnellstmöglich in der Gesamtentwicklung widerspiegeln. Ein Hoffnungsschimmer ist in Sicht".

Als nächster Punkt stand der Bericht über die Auszahlungsleistung der Vertragsmolkereien auf dem Programm. Die Vertragsmolkerei Jäger (Haag) ist mit 27,42 Cent pro Kilogramm Milch der beste Auszahler innerhalb der MEG Wasserburg. Alle vier Molkereien der Milcherzeugergemeinschaft kamen in der "Bayerischen Hitliste" unter die besten zehn Auszahler. Niedermaier wies daraufhin, dass mit den Molkereien Bauer und Meggle (beide Wasserburg) zur-zeit neue Vertragsverhandlungen laufen, die bald zum Abschluss kämen. Laut Zweitem Vorstand Sebastian Fischer ergab die Jahresrechnung ein leichtes Plus.

Der stellvertretende Landrat Josef Huber signalisierte "die Bereitschaft des Landkreises, die Bauern im möglichen Rahmen zu unterstützen". Auch der neue Leiter des Landwirtschaftsamtes Rosenheim, Wolfgang Hampel, bekräftigte sein Engagement für die Milcherzeuger und seine Verbundenheit zu Wasserburg.

Das Hauptreferat des Abends hielt H. Metz vom MEG-Milchboard. Er begeisterte die Anwesenden mit prägnanten Ausführungen und kam zu dem Resumee, dass nur eine geschlossene Vertretung am Markt wichtige Veränderungen herbeiführen kann. Bei der anschließenden Diskussion gab ihm Bayern-MEG-Vorstand Jakob Hölzl recht und sagte, dass die Bayern-MEG die gewünschte Zusammenarbeit unterstütze und voll und ganz hinter dem MEG-Milchboard stehe.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser