Lieber gemeinsam als betreut daheim

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Eine "Mensch-ärgere-Dich-nicht"-Partie zu mehreren ist allemal vergnügter, als ein allein vor dem Fernseher verbrachter Nachmittag. Das wissen auch die älteren und alten Herrschaften in der Tages- oder Kurzzeitpflege zu schätzen.

Wasserburg - Es gibt immer mehr alte Menschen. Und für die immer mehr Angebote. Bemerkenswerte Bilanz des Altenheimes Maria Stern nach einem Jahr "Betreutes Wohnen zuhause":

Die Nachfrage nach den Angeboten in Gesellschaft ist wesentlich größer. "Betreutes Wohnen zuhause" bietet das Altenheim Maria Stern seit einem Jahr an. Ein paar Stunden am Tag "Alltagsbegleitung" umfasst das Angebot, ausdrücklich keine pflegerischen Leistungen. Vielmehr geht es um Gesellschaft, um Begleitung bei Spaziergängen oder Einkäufen, um kleine Hilfen. Klingt gut. Ist aber kein Erfolg.

"Der erste Fall scheiterte aus persönlichen Gründen relativ schnell, danach gab es keine Nachfrage mehr", so Friedrich Seipel, Vorstand der Stiftung Attl und derzeitiger Leiter des Altenheimes Maria Stern. Allerdings, so räumt Seipel ein, habe man aus hausinternen organisatorischen Gründen auch keine große Werbung für das Angebot gemacht, lediglich alle notwendigen Informationen an die niedergelassenen Ärzte weitergegeben. "Scheinbar ist der Bedarf nicht da, weil das die Angehörigen selber machen", so Seipel.

Zwei andere Angebote des Altenheimes hingegen werden gut angenommen. Das ist zum einen die Tagespflege, "da haben wir etliche Stammgäste", schmunzelt Seipel. Von den 14 Damen und Herren sind etliche dauerhaft zu Gast, einige nur phasenweise. Die Tagespflege, die wahlweise ganztags oder halbtags im Altenheim auf der Burg stattfindet, ist für Senioren gedacht, die Beschäftigung und Betreuung brauchen. "Wie man sein Kind in den Kindergarten bringt, bringt man den Senior zu uns", erklärt Seipel.

Die alten Herrschaften laufen im normalen Altenheimbetrieb mit, spielen, basteln, unternehmen Ausflüge, setzen sich mit einem Buch in den Aufenthaltsraum oder schauen fern. Und natürlich gibt es Mittagessen und einen Nachmittagskaffee. Dieses Angebot werde gut angenommen, so Seipel, da sei offensichtlich Bedarf da. Von Angehörigen kommen positive Rückmeldungen, vor allem, weil die Tagespflege auch von heute auf morgen organisiert werden kann. "Wir hatten sogar mal einen akuten Notfall, wo morgens der Anruf kam - es hat gepasst und kurz darauf war der Senior da", erinnert sich Seipel.

Stetig wachsende Nachfrage verzeichnet Maria Stern, das von der Stiftung Attl betrieben wird, bei der Kurzzeitpflege. Die Angehörigen sind offensichtlich froh, wenn sie ihre "Pfleglinge" für eine, zwei oder drei Wochen auf die Burg bringen können - sei es, weil Urlaub ansteht oder sie selber ins Krankenhaus oder zur Reha müssen. "Da hat sich die Nachfrage im vergangenen Jahr sicher verdoppelt", so Seipel. 24-mal war das Altenheim im vergangenen Jahr "Urlaubsvertretung" für Angehörige.

Vorteil sowohl für die Senioren wie für deren Angehörige: Im Falle des Falles fällt der dauerhafte Umzug ins Altenheim leichter. Und der kann dann auch mal ganz spontan erfolgen, erzählt Seipel lachend: "Einem alten Herrn hat's in der Kurzzeitpflege bei uns so gut gefallen, dass er gleich ganz dageblieben ist."

Quelle: rosenheim24.de

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