Spontanes Brückenfest in Haag

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Pfarrer Heinz Prechtl und Bürgermeister Hermann Dumbs.

Haag - Die Löwenbrücke ist für den Verkehr wieder geöffnet. Pfarrer Heinz Prechtl hatte dazu eine Idee - er leitete ein kleines Fest in die Wege.

Lesen Sie hier den Bericht aus der Wasserburger Zeitung:

Spontanes Brückenfest

Die Löwenbrücke ist für den Verkehr wieder geöffnet. Überraschend ohne Vorankündigung und beinahe geheim ohne offizielle Bekanntgabe hatten nur wenige Gäste das Vergnügen und die Ehre, an dem kleinen Auftakt teilzunehmen.

Die Idee dazu kam Pfarrer Heinz Prechtl. "Da kann man nicht einfach die Barrieren wegnehmen nach zweieinhalb Jahren", so der Geistliche. Sein erster Einfall war, den ersten Passanten der wiedereröffneten historischen Brücke ein Bier zu spendieren.

Inoffizielle Eröffnung der Löwenbrücke

So kam es, dass sich Radfahrer und Fußgänger, auswärtige Besucher wie Einheimische, die gerade die Richtung Schlossturm und Marktberg passierten, in ungewöhnlichem Ton vom Pfarrer des Marktes Haag angesprochen sahen: "Halt! Da gibt's was umsonst." Nur wenige wagten zu widersprechen mit "Später vielleicht". Und schon waren sie mit einem Glas Bier und einer Leberkässemmel in der Hand im erlauchten Kreis eines Geistlichen, des Bürgermeisters Hermann Dumbs, des Feuerwehrkommandanten Thomas Göschl, Baureferenten Bernd Furch und Bräu Alois Unertl. Den Auftakt gab Bernd Furch mit ein paar Takten von der Ziehharmonika vor. Das war das Zeichen für Bürgermeister Hermann Dumbs, das Band zu durchschneiden. Pfarrer Heinz Prechtl hatte es in Ermangelung eines rot-weißen Haager Bandes eigenhändig noch über Nacht zusammengenäht. "Es ist schön" schwärmte Prechtl, obwohl nun die Ruhe vor Pkws im nachbarlichen Pfarrhof dahin ist. Aber auf den "Hofgarten" könnten die Gäste wieder fahren.

Die Vorteile für seine Wege hatte der Geistliche errechnet: 200 Meter fährt er mit dem Pkw zur nahen Zeno-Kern-Straße. Die zweieinhalb Jahre der der Löwenbrücke aber forderten von ihm einen Umweg von einem Kilometer und 300 Meter, um dorthin zu kommen. Ganz offiziell einigte man sich im kleinen Kreis auch, wer zuerst die Löwenbrücke mit dem Auto nach zweieinhalb Jahren Abstinenz überfahren dürfe: natürlich Pfarrer Heinz Prechtl, der die außerordentliche Auftaktveranstaltung organisiert hatte. So passierte er unter dem Applaus der Gäste mit blumengeschmücktem VW die einstige Zugbrücke des Haager Schlosses. Als zweiter folgte Thomas Göschl mit dem Bauhoffahrzeug. Dann kam der Nachbar dran, Malermeister Hans Holzner.

So merkten die meisten Haager bis heute nicht, dass sie sich ihre Umwege auf dem Weg zu Friedhof oder Marktplatz wieder sparen können und die Löwenbrücke wie vorher mit Beschränkung auf 3,5 Tonnen freigegeben ist. Die Allgemeinheit darf dann mit Bürgermeister Hermann Dumbs feiern, wenn die Renovierung vollständig abgeschlossen ist und auch wieder die Löwen die Durchfahrt flankieren. Der erste Akt bestand also in der "Freigabe" der Brücke.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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