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Chagall-Ausstellung in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde

Der Maler mit "dem Engel im Kopf"

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Chagall-Experte Helmut Gohr erläuterte Bürgermeister Michael Kölbl und Pastor Reinhard Schmittlein (von links) die Farbsymbolik in den Bildern.

Wasserburg - 43 Original-Farblithografien von Marc Chagall aus den Jahren 1956 und 1960 sind derzeit in den Versammlungsräumen der Koinonia Baptisten Gemeinde in Wasserburg zu sehen.

Die komplette Bilderserie der beiden Zyklen "La Bible" und "Dessins pour la Bible" thematisiert die Schöpfungsgeschichte und bedeutsame Figuren des Alten Testaments. Die farbenprächtigen Steindrucke zeigen biblische Motive der Stammväter und Frauengestalten Israels. Ebenso werden Könige, Engel und Propheten in der für Chagall so charakteristischen farblich-figuralen Symbolik dargestellt.

Bürgermeister Michael Kölbl war begeistert, dass die Sammlung auf ihrer Tour quer durch alle Bundesländer jetzt nach Wasserburg gekommen ist. Gerade in einer Kleinstadt mit viel Kultur und unterschiedlichsten Religionen leiste die Ausstellung neben dem künstlerischen Aspekt einen wichtigen Beitrag für das Miteinander. "Die Koinonia lädt alle Menschen ein, ein offener Dialog, der unsere Gesellschaft weiterbringt", so Kölbl.

Pastor Reinhard Schmittlein und Peter Kehr-Fuckel von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde dankten allen Beteiligten für das Zustandekommen. Mit Stücken von Bach und Mozart, gespielt von Cellistin Roswitha Lasetzky und Peter Lochner am Klavier wurde musikalisch auf die Ausstellung eingestimmt.

"Ich las die Bibel nicht, ich träumte sie", hat der große jüdische Maler angeblich über seinen Bibel-Zyklus gesagt. Welche spirituelle Bedeutung sich hinter Chagalls Bildern verbirgt, zeigte dann die fachliche Einführung von Pastor Helmut Gohr aus Klink an der Müritz. So soll Wegefährte Picasso gesagt haben, Chagall habe "einen Engel im Kopf". Besonders bemerkenswert sei auch der Umstand, dass viele seiner Arbeiten mit fast geschlossenen Augen und in einem tranceartigen Zustand entstanden sein sollen. Chagalls Zeitgenossen hätten dies immer berichtet, so Helmut Gohr.

Kurzweilig und unterhaltsam berichtete der aus Mecklenburg-Vorpommern angereiste Chagall-Experte über die Biografie des Künstlers und der Symbolkraft seiner Bilder, die weiter unerreicht bleiben dürfte.

Zu sehen sind die Lithografien noch bis 16. Oktober bei der Koinonia am Kaspar-Aiblinger-Platz 7 in Wasserburg bei freiem Eintritt mit einem umfangreichen Rahmenprogramm.

wj/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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