Wasserburg bekommt einen Klimaschutz-Manager

Wasserburg - Ein Klimaschutzkonzept hat die Stadt schon seit einigen Jahren. Nun soll eine Personalstelle geschaffen werden, mit Fördergelder des Bundesumweltministeriums.

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Das Bundesumweltministerium bietet eine maximal 65-prozentige Förderung für die Anstellung eines Klimaschutzmanagers an. Dieser allerdings, so Bürgermeister Michael Kölbl in der jüngsten Stadtratssitzung, kann nur beratend und koordinierend tätig werden, darf keine Vorhaben planen oder Maßnahmen umsetzen. Deswegen habe sich im Hauptausschuss, der vorberatend tätig war, die Tendenz durchgesetzt, die Person zur Hälfte als Klimaschutzmanager einzustellen - zunächst auf drei Jahre befristet - und zur Hälfte im Bauamt oder bei den Stadtwerken. Denn dann könne dieser Mitarbeiter oder diese Mitarbeiterin auch operativ tätig werden bei der konkreten Umsetzung des Energie- und Klimaschutzkonzeptes der Stadt.

Dipl.-Ing. Jörg Plottke, der am Energiedialog 2050 mitarbeitet und als Fachmann Rederecht im Stadtrat erhielt, wies darauf hin, dass ein gut eingesetzter Klimaschutzmanager der Stadt letztlich mehr Geld einbringe, als er koste. Allein schon an den Liegenschaften der Stadt und der Stadtwerke, wo zwar schon einiges passiert sei, aber auch noch einiges passieren müsse - so an der Schwimmhalle des Badria oder an den Schulen. Denn mit all dem seien sowohl die Arbeitskreise des Energiedialogs als auch die Verantwortlichen der Stadtwerke schlicht zeitlich überfordert.

Elisabeth Fischer, Vorsitzende der CSU-Fraktion, wollte wissen, ob ein Klimaschutzmanager auch Kosten sparen helfe, indem er das Engagement anderer Planer überflüssig mache - was der Fall ist. Ihr Amtskollege von der SPD, Werner Gartner, befand, dass ein Klimaschutzmanager wohl nötig sei, wenn der eingeschlagene Weg in Sachen Energie- und Klimaschutz weitergegangen werden soll.

Werkreferent Helmut Schedel (SPD) gefiel die 50:50-Anstellung nicht, weil die Stadt damit auf einen Teil des Zuschusses verzichte, beugte sich dann aber dem Argument von Werkleiter Kurt Fritsch, dass nur so derjenige eben nicht nur Projekte anstoßen, sondern diese auch durchplanen könne. Eben wegen dieser Planungen, so Plottke, sei auch ein Fachingenieur notwendig, "ein engagierter Umweltschützer - ganz gleich wie gut informiert - reicht nicht."

Otto Zwiefelhofer (CSU) hielt die Einstellung eines Klimaschutzmanagers für zwingend notwendig, sah Einsatzmöglichkeiten auch im Controlling und Contracting. Sein Fraktionskollege Wolfgang Schmid griff die vorgeschlagene Befristung der Stelle auf zunächst drei Jahre auf, hieß diese für gut. So habe man Zeit zu sehen, ob es funktioniere oder nicht.

Der Hauptausschuss hatte bei seinen laut Bürgermeister intensiven Vorberatungen dafür plädiert, den Klimaschutzmanager beim Bauamt anzusiedeln. Dem widersprach Hans Köck (CSU). Zum einen werde im Bauamt die technische Seite mit dem Ausscheiden des Stadtbaumeisters und eines Mitarbeiters komplett umgekrempelt, zum anderen passe der Klimaschutzmanager thematisch gut zu den Stadtwerken und die hätten ohnehin mehr Arbeit als Personal.

Die Verwaltung hatte als Voraussetzung für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers vorgeschlagen, dass die jährlichen Ausgaben für diesen Posten - nach Abzug der Fördermittel - 16000 Euro nicht überschreiten sollen. Der Antrag für die Fördermittel muss bis 31.März 2012 beim Bundesumweltministerium eingereicht werden.

Der Stadtrat votierte einstimmig für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers - wenn es Fördermittel gibt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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