Basketball-Damen: Fleißige Helfer sind wichtig

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Günther Hanke (rechts) mit zwei jungen Helfern ganz in ihrem Element beim Aufbau der Werbebanden.

Wasserburg - Fünf hochgewachsene Frauen auf dem Feld, weitere nebst Trainergespann, Physio und Arzt am Rande. Mehr braucht der TSC 1880 nicht, um Meister zu werden? Doch!

Viele fleißige Helfer drumherum tragen einen großen Teil zu einem gelungenen Basketballabend bei.

Die erfolgreichen Basketball-Damen kämpfen derzeit wieder einmal um die deutsche Meisterschaft. Im öffentlichen Fokus stehen dabei üblicherweise die sympathischen Spielerinnen und ihr Betreuerstab. Doch sind es gerade auch die vielen ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund, die mit großem Einsatz überhaupt erst zum allgemeinen Gelingen beitragen.

Bereits in den Mittagsstunden herrscht in der Badria-Halle rege Betriebsamkeit und die sonst eher nüchterne Sportstätte, in der nur wenige Minuten zuvor am Freitag noch der reguläre Schulsport stattgefunden hat, verwandelt sich nun Schritt für Schritt in eine finalwürdige Basketball-Arena. Die Regie führt Günther Hanke, der zusammen mit weiteren fleißigen Händen Stühle heranschafft, die Tribüne vorbereitet und große Banner der Sponsoren an den Wänden anbringt. Zudem müssen Tische für das Kampfgericht aufgestellt, der Kassenbereich eingerichtet und die Musikanlage angeschlossen werden. Ganz wichtig sind natürlich die Werbebanden am Spielfeldrand, denn schließlich sollen die gönnerischen Unternehmen alle zufrieden sein. So mancher Badegast wirft währenddessen einen neugierigen Blick durch die offene Tür und bestaunt das Treiben und die Verwandlung der Halle.

Damit die Zuschauer zahlreich erscheinen und die Mannschaft nach vorne peitschen, hat Günther Hanke in den Tagen zuvor mehr als 130 Plakate in Wasserburg und der Umgebung aufgehängt. "Das ist jedes Mal eine Runde von 80 Kilometern und ab der nächsten Saison wollen wir das Verbreitungsgebiet nochmals ausweiten." Der Pensionist ist seit mehreren Jahren mit großer Begeisterung dabei und springt auch schon mal als Hausmeister ein, wenn in der Wohnung einer Spielerin der Wasserhahn tropft. "Ich finde es sehr schön, dass die Spielerinnen die Arbeit von uns Helfern hoch anerkennen und wir noch nie von oben herab behandelt worden sind."

Die Mannschaft am Verkaufsstand - Valentin Maier, Karl Löw, Peter Maier und Helga Sattler (von links) - hat vor dem Spiel und in der Pause alle Hände zu tun.

Zweieinhalb Stunden vor dem Beginn des Spiels trifft Peter Maier mit seinem Sohn Valentin ein und die beiden tragen Körbe mit Wurst- und Käsesemmeln, große Kaffeekannen, Süßigkeiten, Besteck und Servietten zum Verkaufsstand. "Der Kaffee wird erst kurz vor dem Spiel bei uns zuhause aufgebrüht, schließlich soll er ja frisch sein", erzählt Peter Maier. Die bis zu 250 Semmeln für einen Spieltag werden meist von Trainer Hans Brei selbst und dessen Nachbarn vorbereitet. Zusätzlich werden noch Hot Dogs, Kuchen und Getränke aller Art zum Verkauf angeboten. "Für jedes Spiel sind auch zwei der Spielerinnen eingeteilt, selbst einen Kuchen für unseren Stand zu backen", verrät Peter Maier. Er hat sich schon in den Tagen zuvor um frisch gemahlenen Kaffee, ausreichend Verbrauchsmaterial und Wechselgeld gekümmert. Abteilungsleiterin Gabi Brei schaut vor dem Spiel kurz vorbei und erkundigt sich nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen. "Ohne unsere vielen ehrenamtlichen Helfer würde es nicht gehen", ist sie überzeugt.

Je näher der Anpfiff um 20 Uhr rückt, desto mehr Personen füllen die Halle und die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Stilgerecht für einen Erstligisten verfügen auch die Wasserburger über einen kleinen Fanartikelstand, betreut von Angi Sonnenholzner. Die ehemalige Spielerin bietet unter anderem Schals oder Trikots zum Kauf an und die Fans erhalten den von ihr zusammengestellten "Wasserburger Basketball-Kurier". Dieser erscheint zu jedem Heimspiel und informiert über die aktuellen Aufstellungen der Mannschaften, stellt Spielerinnen vor und enthält aktuelle Berichte und Statistiken. Für das Spiel gegen Freiburg hat Angi Sonnenholzner diesmal 200 Exemplare drucken lassen.

Wolfgang Tschentscher ist Vorsitzender des 2003 gegründeten Fanclubs "Wasserburger Lions", dem mit 280 Mitgliedern bundesweit größten im Damen-Basketball. Aus dessen Mitgliedsbeiträgen werden die Jugendarbeit der Wasserburger Basketballabteilung gefördert und Busfahrten zu Auswärtsspielen bezuschusst. "Beim Pokalfinale im März waren wir mit 60 Leuten im Einsatz und haben geholfen", erzählt Wolfgang Tschentscher. Er wird nach dem Spiel gegen Freiburg auch wieder den schon traditionellen "Wasserburger Nachtisch" organisieren, bei welchem sich die Trainer und einzelne Spielerinnen den Fragen der Fans stellen und mit ihnen ungezwungen ins Gespräch kommen.

Anton "Don" Höpfl ist Mitglied der Abteilungsleitung Basketball sowie an diesem Abend Vorsitzender der Kampfgerichts und übernimmt seit mittlerweile zwei Jahren die wichtige Funktion des Hallensprechers. Er sorgt während des Spiels für stimmungsvolle Durchsagen und kümmert sich um die musikalische Untermalung. Diesmal gilt es jedoch zuvor noch, die Feinabstimmung der Tonanlage genau zu überprüfen, da zwar schon laute Musik aus den Lautsprechern dröhnt, allerdings untermalt von einem unangenehmen Knacken.

Daten für die Trainer und das Internet

Lubo Mandic sitzt, abgeschottet vom allgemeinen Trubel, konzentriert vor seinem Computer und richtet das Programm für die Spielstatistik ein. Zusammen mit Markus Dresp wird er während des Spiels in Sekundenschnelle alles erfassen, was auf dem Feld passiert und die Daten können dann in Echtzeit im Internet mitverfolgt werden. Die beiden Trainer erhalten in den Pausen Ausdrucke mit den relevanten Daten zu jeder einzelnen Spielerin und eine komplizierte Formel stellt die jeweilige Effektivität vor und am Korb dar. "Früher haben wir das noch umständlich mit Stift und Zettel gemacht, heute geht alles blitzschnell am Bildschirm", so Lubo Mandic.

Die Kassendamen (von links): Evi Scharlach, Monika Grün, Andrea Rödig, "Eingangschefin" Carola Bellin und Katrin Meyer.

Unterdessen hat sich am Halleneingang innerhalb weniger Minuten eine lange Schlange gebildet und der Ansturm der Zuschauer setzt ein. Jetzt muss es schnell gehen und Carola Bellin, die "Eingangschefin", und ihre Kolleginnen an der Kasse haben alle Hände voll zu tun. Sind die Eintrittskarten schon eingetroffen und kann der Verkauf starten? Hat jeder Zuschauer nach dem Bezahlen einen Stempelabdruck auf die Hand bekommen, damit er nach dem Verlassen der Halle auch wieder hineinkommt? Dauerkartenbesitzer bitte durchgehen, damit es keinen Stau gibt! Insgesamt zehn Helferinnen wechseln sich bei den Spielen regelmäßig im Kassendienst ab und verkaufen bis zur Halbzeitpause Eintrittskarten und kontrollieren, unterstützt von einem Türsteher, den Einlass.

Peter Maier und seine Mannschaft am Verpflegungsstand haben nach der ersten Hälfte der Partie alle Hände voll zu tun. Das spannende Spiel ist zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen und die Nerven der Zuschauer sind bislang sehr stark strapaziert worden. Klar, dass da alle erst mal eine Stärkung brauchen und es bleiben nur 15 Minuten, um die hungrigen Bäuche zu füllen und den Durst zu löschen, ehe das so wichtige Finalspiel weitergeht. Helga Sattler, deren Tochter früher in Wasserburg Basketball gespielt hat, kommt jedes Mal extra aus Rosenheim und hilft gerne. "Bei diesem Andrang in der Pause rotieren wir dann, aber wir sind eben eine eingespielte Mannschaft und es läuft immer irgendwie." Kurz vor dem Ende der Halbzeitpause haben die Vorräte an Wurstsemmeln und Hot Dogs schließlich einen bedenklichen Tiefstand angenommen und schon wenig später meldet Peter Maier erfreut: "Wir sind ausverkauft!"

Die Wasserburger Damen gewinnen schließlich ein spannendes Duell und während die siegreichen Spielerinnen noch Interviews geben und die Fans den Heimweg antreten, wird nur wenige Meter weiter schon der Boden geschrubbt und die Stuhlreihen sowie der Verkaufsstand werden zügig abgebaut, damit die Halle in blitzblankem Zustand hinterlassen werden kann. Günther Hanke und seine Leute leisten Höchstarbeit und noch vor Mitternacht erinnert nichts mehr an das kurz zuvor beendete Spektakel.

Heute vielleicht der letzte Saisoneinsatz

Dann heißt es für die vielen ehrenamtlichen Helfer erst einmal kurz durchatmen, bevor am heutigen Gründonnerstag um 20 Uhr das nächste und möglicherweise letzte Heimspiel der Finalserie in Wasserburg stattfinden wird und wieder die vielen fleißige Hände im Hintergrund benötigt werden. "Und wenn unsere Mädels dieses Jahr nach dem Pokal auch noch die Meisterschaft holen, dann hat sich die ganze Arbeit doch wieder gelohnt", sind sie sich alle einig.

Georg Reinthaler (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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