Maria und Josef mit GPS

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Die Rotter Liedertafel, in Wasserburg erstmals unter Leitung von Dorle Kellerer. Fotosheck

Wasserburg - Eine Mischung aus traditionellen Weisen und einer modernen Herbergsuche gab es beim Adventssingen im Wasserburger Rathaussaal.

Lesen Sie dazu den Bericht der Wasserburger Nnachrichten:

Festlich eröffneten die Griesstätter Bläser das Wasserburger Adventssingen im historischen Rathaussaal. Die Wasserburger Hackbrett- und Geigenmusi setzte drauf eine muntere Kirtapolka, Erinnerung an klare Herbsttage, die heuer einfach den Platz nicht räumen wollen für einen eisigen und schneespendenden Frühwinter.Der große Adventsstern über der Bühne, zur rechten Zeit vom Stecher Hias ins rechte Licht gesetzt, gab den Hintergrund zu Bert Lindauers Nachdenken über Weltall, Kosmos, Universum und die Frage nach der rechten Orientierung. Mit den Weihnachtsevangelien als Wegweiser machten sich Mitwirkende und Besucher auf die Reise, zusammen mit Maria und Josef und deren erdachten Briefen von der Wanderung nach Bethlehem.

Von Schwalben, Nebeltreiben und "braune Wiesn" sangen die drei Stockerer Sängerinnen, und die Ramsauer Holzbläserinnen ließen es "in da Ofenlugga" mit vollen, langen Tönen den Zuhörern so richtig warm werden.

Der ansehnliche Chor der Rotter Liedertafel, hier zum ersten Mal unter der souveränen Leitung der Nachfolgerin von Alois Siglreitmaier Dorle Kellerer, flehte nach dem ersten Kapitel des virtuellen Reiseberichts "Rorate, ach tauet ihr Himmel".

Die folgenden Briefe begleiteten die Ramsauer mit dem Weihnachtsboarischen, die Stockerer mit dem innigen Lied von der Hoffnung dieser Welt und die Wasserburger Hackbrett- und Geigenmusi in Vollbesetzung mit einem fröhlichen Marsch. "Auf, auf, ihr Hirten in dem Feld". Das ließen sich die Hirtenkinder nicht zweimal sagen vom Rotter Chor. Sie füllten mit ihrem tadellosen Instrumentalspiel, ihren hintersinnigen Texten und ihrem gekonnten schauspielerischen Auftritt die Mitte des adventlichen Abends, mit großem Beifall des Publikums belohnt, der nicht zuletzt auch der "Managerin" der Truppe, Claudia Geiger galt.

Krippenidylle aber kam nicht auf, denn gleich ging Bert Lindauers Text mit der Heiligen Familie auf die Flucht, begleitet von allen beteiligten Gruppen, wobei besonders das Lied der Stockerer "Siehe eine Jungfrau" zusammen mit dem Rotter Chor durch ein intensives Halleluja beeindruckte.

In die Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts holte Bert Lindauer das Publikum zurück mit einer sarkastischen Fantasievorstellung davon, wie es Maria und Josef und ihrem Kind erginge, wären sie heute im Raum Wasserburg unterwegs. Der aufrüttelnde Chorsatz "Auf, auf, es kommt der Tag", die Innleitnpolka von der Hackbrett- und Geigenmusi und ein lautstark aufforderndes Stück für die Hirten von den Griesstätter Bläsern führten zu der gar köstlichen und doch so realistischen Erzählung von der adventlichen GPS- und Navigatorgesteuerten Wegsuche einer Musikergruppe.

Nach deren glücklichem Ende ließen die Stockerer und der Rotter Chor die Freude am Winter und an Christi Geburt nochmal anklingen, und das wohlbekannte feine Menuett aus Imst von der Hackbrett- und Geigenmusi leitete zu den abschließenden Gedanken übers Paradies, das aus dem Jenseits ins Diesseits zu holen am Ende dieses Abends fast möglich schien, als Aktive und Publikum ihre Stimmen zum abschließenden Andachtsjodler vereinten.

ags

Quelle: rosenheim24.de

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