Marihuana und Butterfly-Messer gefunden

Wasserburg - Seine Angewohnheit, ab und an mal Cannabisprodukte zu konsumieren, brachte einen 19-jährigen Lagerarbeiter aus dem Raum Wasserburg gehörig in die Bredouille.

Nachdem er einige Stunden vorher Marihuana geraucht hatte, setzte der 19-Jährige sich ans Steuer seines Volvos und war gerade auf der Hauptstraße in Edling in Richtung Feuerwehrhaus unterwegs, als er in eine routinemäßige Verkehrskontrolle geriet und angehalten wurde. Dabei fielen den Beamten die stark geweiteten Pupillen des Fahrzeuglenkers auf und bei einer später durchgeführten Blutuntersuchung wurde er positiv auf Cannaboide getestet.

Außerdem fanden die Beamten zwei Klarsichttütchen mit Marihuana-Anhaftungen im Wagen. Daraufhin forderten die Beamten den 19-Jährigen zu einer freiwilligen Wohnungsdurchschau auf, die dieser aber ablehnte. Per Gerichtsbeschluss wurde noch am selben Abend eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet, wobei die Beamten ein Butterfly-Messer fanden, das im Sockenfach aufbewahrt wurde.

"Keine Wirkung mehr gespürt"

Nun musste sich der Lagerarbeiter wegen fahrlässigen Führens eines Fahrzeugs im Straßenverkehr in Tatmehrheit mit dem unerlaubten Besitz einer Waffe vor dem Amtsgericht Wasserburg verantworten. Über seinen Anwalt ließ der Angeklagte erklären, dass er keine Wirkung des Marihuanas mehr gespürt habe, als er sich ans Steuer gesetzt habe. Zum zweiten Anklagepunkt gab er an, das Messer vor Jahren von einem Freund geschenkt bekommen und schlichtweg vergessen zu haben.

Ein Blick in das Bundeszentralregister wies drei Eintragungen wegen Körperverletzungs- und Sachbeschädigungsdelikten und damit verbundene Verurteilungen mit Arbeitsauflagen und einen zweiwöchigen Dauerarrest auf. Und auch im Bundesverkehrsregister waren zwei Bußgeldbescheide wegen nicht angepasster Geschwindigkeit eingetragen.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe sah aufgrund der schulischen Laufbahn und mehrerer gescheiterter beruflicher Anfänge eine Reifeverzögerung und empfahl deshalb eine Ahndung nach Jugendstrafrecht, auch weil der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher gewesen sei. Anfangs habe der Angeklagte "null Bock" gehabt und es habe der Anschein schädlicher Neigungen bestanden. In den letzten Monaten habe der Angeklagte jedoch richtig Gas gegeben, Arbeitsauflagen erfüllt, an drei Drogenberatungsgesprächen teilgenommen und seinen Dauerarrest abgebüßt. Die Jugendgerichtshilfe schlug als Strafmaß eine geringe Geldbuße sowie eine nochmalige Arbeitsauflage und eine Schulung für drogenauffällige Fahrer sowie ein Drogenscreening im Rahmen der MPU-Vorbereitung vor.

Für die Staatsanwaltschaft stand der Sachverhalt fest. Deshalb forderte sie eine Jugendstrafe von sieben Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, zusätzlich zu einer Arbeitsauflage von zehn Tagen und einer Geldbuße von 250 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot.

Der Verteidiger empfand das beantragte Strafmaß der Staatsanwaltschaft als "schleierhaft". Bis vor einigen Jahren sei der Besitz eines solchen Messers noch legal gewesen und nur aufgrund bürokratischer Überlegungen in das Waffengesetz aufgenommen worden. Üblicherweise würden derartige Verfahren eingestellt, argumentierte die Verteidigung, die darauf hinwies, dass der Führerschein des Angeklagten mindestens ein Jahr weg sei, da eine einjährige Drogenabstinenz nachgewiesen werden müsse. Damit sei dieser eh schon hart getroffen.

Urteil nicht nach Jugendstrafrecht

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe von 500 Euro, einer Arbeitsauflage von vier Tagen in einer gemeinnützigen Einrichtung und einem einmonatigen Fahrverbot. Ferner muss er an der MPU-Vorbereitung teilnehmen und mit den damit verbundenen zwei Drogenscreenings seine einjährige Drogenabstinenz nachweisen. Damit urteilte das Gericht nicht nach Jugendstrafrecht und verhängte die Regelbuße. Es haben keine schädlichen Neigungen vorgelegen, hieß es in der Urteilsbegründung.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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