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Die Wasserburger Halbinsel und ihre Bebauungspläne: Bei der Präsentation im Rathaus (von links) Berthold Günther vom Wasserburger Vermessungsamt, Wilhelm Weindl, Michael Kölbl und Sachbearbeiter Rudolf Bauer.

Wasserburg - Bebauungspläne sind die entscheidende Vorgabe für Bauinteressenten und Architekten. Für Wasserburg sind sie jetzt komplett im Internet abrufbar.

43 rechtskräftige Bebauungspläne gibt es in der Stadt derzeit. Dazu kommen teilweise mehrere Änderungen und Anlagen, so dass 120 Datensätze auf den Rechner geladen werden mussten. Das haben Stadt und Vermessungsamt in den letzten Wochen bewerkstelltigt, und so konnte sich jetzt Wasserburg als erste Kommune im Landkreis präsentieren, die ihre Bauleitplanung komplett in digitaler Form im Internet veröffentlicht.

Ausgangspunkt war die "e-Government-Initiative" der bayerischen Staatsregierung. Möglichst viele Verwaltungsabläufe sollen elektronisch erfolgen oder unterstützt werden, so das Ziel. Die Vermessungsverwaltung nahm in diesem Zusammenhang die Bebauungspläne ins Visier.

Vom Vermessungsamt kommt als Plattform der "Bayern-Viewer-Bauleitplanung". Das ist eine digitale Luftansicht von ganz Bayern, auf der man sich in den jeweiligen Ort zoomen kann. Dort sind dann die vorhandenen Bebauungspläne gelb umrandet zu sehen. Per Mausklick öffnen sich Informationen dazu sowie ein Link zu den Plänen und textlichen Festsetzungen, die dann im pdf-Format aufgerufen werden können.

Sie in digitaler Form zur Verfügung zu stellen ist Aufgabe der Kommunen. Das hat Wasserburg als erste im Landkreis Rosenheim komplett geschafft. Teils uralte Planwerke wurden eingescannt, spätere Änderungen sind ebenfalls dokumentiert.

Noch laufe das Programm nicht perfekt, aber immerhin brauchbar, so der Leiter des Vermessungsamtes Rosenheim, Wilhelm Weindl, bei der Präsentation in Wasserburg.

Die Stadt habe gerne den "Pionier" im Landkreis gemacht, so Bürgermeister Michael Kölbl, der sich eine Vereinfachung für Verwaltung wie für die Bürger versprach. Immerhin gehörten bisher Anfragen zur Bauleitplanung zum ständigen Geschäft im Bauamt.

Deshalb hat die Stadt das neue Angebot jetzt auch ganz nach vorne auf ihre Internet-Homepage gestellt - samt einer kleinen Anleitung. Denn beim ersten Anlauf gibt es ein paar Hürden zu überwinden, bis man an die Pläne kommt.

So muss oberhalb der Kartendarstellung auf einem entsprechenden Button ausgewählt werden, ob man die Bebauungspläne aufrufen oder eine markierte Fläche berechnen beziehungsweise eine Entfernung ausmessen will. Letzteres nutzt Bürgermeister Kölbl bei der Präsentation und weiß jetzt, dass der "Flaschenhals" der Wasserburger Halbinsel ganze 240 Meter breit ist.

"Möglichst viele Verwaltungsvorgänge auf moderne Kommunikationsmittel umstellen und vereinfachen" - dazu wolle das Vermessungsamt mit diesem Service beitragen, so Wilhelm Weindl. Genau an den Kommunikationskanälen scheitert es aber noch im einen oder anderen Fall. Einige Gemeindeverwaltungen hätten nicht genügend Server-Kapazität für die Pläne, andere keine ausreichend schnelle Breitband-Anbindung. So werden in Soyen die Dateien schon vorbereitet, können aber noch nicht abgerufen werden. Und auch in Pfaffing, Flintsbach oder Oberaudorf arbeitet man zwar an dem System, konnte es aber noch nicht abschließen, hieß es.

Andere haben sich an das Projekt noch gar nicht herangetraut. Wasserburg könnte also "Signalwirkung" haben, hoffte Weindl auf möglichst viele Nachahmer.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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