Nur mehr 83123 Amerang?

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Amerang - Die Post will der Gemeinde Amerang eine einzige Postleitzahl schmackhaft machen. Bisher gibt es zwei, und die Tendenz im Gemeinderat war, dies auch so zu lassen.

Die Postleitzahlenproblematik in Amerang besteht darin, dass es unter 83123 nur einen einzigen sogenannten "postalischen Bestimmungsort", nämlich Amerang selbst gibt, während unter der 83552 Postsendungen an insgesamt 39 Bestimmungsorte zugestellt werden müssen. Dabei handelt es sich um die Ortsteile und Weiler, die den ehemaligen Gemeinden Evenhausen und Kirchensur angehören. Das erläuterte als Vertreter der Post der Regionale Politikbeauftragte Wilhelm Haas in der Sitzung.

Haas schlug vor, für Amerang einheitlich die Postleitzahl 83123 einzuführen und die 83552 zu streichen. Vorteile seien unter anderem der amtliche Gemeindename nach dem Melderecht als Bestimmungsangabe, eine Vereinfachung von amtlichen Schreiben, eine leichtere Zuordnung der Ortsteile auch im Internet sowie eine größere Sicherheit bei der Zustellung. Falls Straßennamen doppelt auftreten würden, müsste man Umbenennungen vornehmen.

Das Vorhaben einer gemeindekonformen Anschriftenfestlegung stieß bei den Räten allerdings zum Teil auf scharfe Kritik und Ablehnung. Bereits 2004 waren gegen einen solchen Plan von der Bürgerschaft Bedenken geäußert und dann der bestehende Zustand beibehalten worden.

Politische Hintergründe?

Konrad Linner bezeichnete die Argumente der Post als "fadenscheinig". Es würden "politische Hintergründe mit datentechnischen Argumenten verbrämt". Konrad Fürstenberger gab zu bedenken: "Die Post löst vielleicht das eine Problem, aber schafft viele neue." Es müsste kenntlich bleiben, zu welchen Ortsteilen die Straßennamen gehörten und wo sie zu finden seien. Die Zuordnung der Weiler sei ein ganz anderes Problem.

Im Hinblick auf die Postagenturen sprach Bürgermeister Gust Voit die schlechte Bezahlung durch die Deutsche Post an, so dass immer mehr davon geschlossen würden - zum Nachteil für den ländlichen Raum.

Rupert Rußwurm schlug schließlich eine "emotionslose" Befragung unter den Bürgern und Gewerbetreibenden vor, bei der die Erfahrungen mit der augenblicklichen Regelung gesammelt werden sollten. Die Ergebnisse solle die Deutsche Post in ihren Vorschlägen berücksichtigen. Das Anliegen soll entsprechend zu einem späteren Zeitpunkt im Gemeinderat wieder aufgenommen werden.

mpa/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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