MGH: Finanzierung geht weiter

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Drei Generationen auf dem Weg zum Laternenumzug, für das Mehrgenerationenhaus in der Burgau ein ganz normales Bild. Und einer der Gründe, dass das Bundesfamilienministerium jetzt die Finanzierung für die nächsten drei Jahre zusagte.

Wasserburg - Erleichterung bei Regina Semmler: Die Bundes-Förderung für das Mehrgenerationenhaus geht weiter. Bis Ende 2014 ist die Finanzierung sicher.

Bis vor wenigen Tagen mussten Regina Semmler und ihr Team des Mehrgenerationenhauses zittern, dann kam der erlösende Brief von Bundesfamilienministerin Christina Schröder: Das Wasserburger Mehrgenerationenhaus ist auch in der zweiten Runde der staatlichen Förderung dabei, erhält vom Bund jährlich 30.000 Euro.

Selbstverständlich war das nicht, so Regina Semmler. Denn Anfang des Jahres begann ein neues offenes Bewerbungsverfahren, an dem sich nicht nur die bisher schon geförderten Mehrgenerationenhäuser beteiligen konnten, sondern auch andere. Grundvoraussetzung: Die jeweilige Kommune musste im Vorfeld der Bewerbung 10.000 Euro pro Jahr an zusätzlicher Unterstützung zusagen. Um genau diese 10.000 Euro niedriger fällt nämlich die Förderung durch den Bund aus. Zähneknirschend ob dieser staatlichen Pistole auf der Brust sagte der Stadtrat die Mittel einstimmig zu.

Mit der erneuten Bewerbung ging eine Erweiterung des Angebotes des Mehrgenerationenhauses am Willi-Ernst-Ring Hand in Hand. So wird künftig die ältere Generation noch mehr eingebunden. Schon seit Jahren arbeitet das Mehrgenerationenhaus gerne und gut mit dem benachbarten Betreuungszentrum zusammen. Man besucht sich regelmäßig gegenseitig, feiert miteinander, macht gemeinsame Unternehmungen. Mit der Caritas-Altenpflegeschule gibt es "Alt und jung gemeinsam aktiv". So sollen die neuen Angebote auch keine Konkurrenzveranstaltungen sein, sondern "Lücken füllen", wie Regina Semmler erklärt. Geplant ist beispielsweise eine gemeinsam mit der Caritas organisierte Gruppe für Demenzkranke und ihre pflegenden Angehörigen. "Die sollen auch einmal ein paar Stunden Auszeit haben können, wissend, dass ihre Schützlinge gut betreut sind."

Verschiedene Generationen miteinander in Kontakt bringen, das macht das Mehrgenerationenhaus schon lange, künftig auch über gemeinsame Interessen wie beim Musikgarten "Unter sieben und über 70".

Im kommenden Jahr aufgebaut wird eine Freiwilligenagentur, deren Wirkungskreis nicht auf die direkte Umgebung des Mehrgenerationenhauses begrenzt ist, sondern das gesamte Stadtgebiet umfasst. Im Mehrgenerationenhaus laufen Angebot und Nachfrage zusammen. Dabei wird beispielsweise die halbtags berufstätige Frau, die gern an der frischen Luft ist, mit dem Altenheim in Verbindung gesetzt, das jemanden sucht, der mit einer Bewohnerin spazieren geht. Oder den rüstigen Rentner mit der alleinerziehenden Mutter in Kontakt setzt. Sie kann zum Arzt gehen, während er mit den Kindern Drachen baut und steigen lässt. Wobei das Mehrgenerationenhaus nicht nur vermittelt, sondern Nachfrager und Anbieter auch berät und unterstützt.

Mitgefordert für die weitere Förderung waren "haushaltsnahe Dienstleistungen", die das Mehrgenerationenhaus seit Jahren abdeckt, unter anderem mit Angeboten wie Kinderbetreuung und Bewerbungstraining. Auch bei Punkt "Integration und Bildung" hatten Regina Semmler und ihr Team ein breit gefächertes Spektrum nachzuweisen, vom zweiwöchigen internationalen Kochtreff über "Wasserburg liest", den interkulturellen Garten zusammen mit RioKonkret bis zum Schachkurs für Kinder. Als großer Erfolg in diesem Bereich hat sich der erste Kurs "Starke Eltern, starke Kinder" in russischer Sprache erwiesen. Es habe gewisse Anlaufschwierigkeiten gegeben, mit den Eltern in Kontakt zu kommen, räumt Regina Semmler ein. Aber die Kinder, die oft schon seit Jahren ins Mehrgenerationenhaus kommen und die Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund hätten das Eis gebrochen.

Für die kommenden drei Jahre steht die Finanzierung des Mehrgenerationenhauses. In dieser Zeit will Regina Semmler mit ihren Mitarbeitern neue Strukturen erarbeiten, die Aufgabenbereiche erweitern, noch mehr Vernetzungen schaffen, noch mehr Dienstleistungen anbieten - möglichst viele Angebote schaffen, die förderungswürdig sind. Denn wie es nach Ende 2014 weitergehen wird, das ist noch völlig offen. Ihr Ziel kennt Regina Semmler aber ganz genau - und verrät das auch schmunzelnd: "Das Mehrgenerationenhaus soll dann unverzichtbar sein."

Sylvia Hampel (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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