Mehrgenerationenhaus: Stadt springt ein

Wasserburg - Immer auf die Kleinen: Der Bund kürzt die Fördermittel des Mehrgenerationenhauses (MGH) um 10.000 Euro, die Stadt soll einspringen. Tut sie auch, weil das MGH sehr gute Arbeit leistet.

Ein wenig vergrätzt war Bürgermeister Michael Kölbl schon: "So macht man's heute in der großen Politik: Man erfindet aus Bundesebene Institutionen, fördert die eine Weile, kürzt dann die Förderung und drückt die finanzielle Belastung den Kommunen aufs Auge". Im vorliegenden Fall in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ging es um das Mehrgenerationenhaus.

Dieses wird noch bis Ende Januar 2012 mit 40.000 Euro von Bund gefördert. Der Bund hat ein Folgeprogramm für die drei Folgejahre aufgelegt, für die sich das Mehrgenerationenhaus (MGH), das einzige im Landkreis, bewerben kann. Dann aber beträgt die maximale Förderung durch den Bund nur noch 30.000 Euro. Damit diese überhaupt fließen kann, muss das MGH die Zusage einer Kofinanzierung durch Land oder Kommune haben. Der Freistaat hat eine Beteiligung bereits abgelehnt, so dass der Kinderschutzbund Rosenheim, Betreiber des MGH, jetzt einen Antrag bei der Stadt stellte, dass diese die 10.000 Euro pro Jahr übernehmen möge.

So sehr sich Bürgermeister und Ausschussmitglieder auch über das Vorgehen des Bundesfamilienministeriums und das Abwinken der Staatsregierung ärgerten, so sehr waren sie sich einig, dass MGH-Leiterin Regina Semmler und ihr Team hervorragende Arbeit leisten. "Für meine Begriffe ist das Mehrgenerationenhaus mittlerweile unverzichtbar", so Kölbl.

Das MGH werde von den Bewohnern der Nördlichen Burgau sehr gut angenommen, habe sich zusammen mit dem benachbarten Ableger des Jugendzentrums als äußerst erfolgreich erwiesen. Die Situation im ehemaligen Brennpunkt Nördliche Burgau habe sich deutlich entspannt und normalisiert. "Wir sollten diese gute und erfolgreiche Arbeit nicht mutwillig unterbrechen, auch wenn es uns 10.000 Euro im Jahr kostet", so Kölbl.

Wobei die Stadt ohnehin schon die Miete für die Räume am Willi-Ernst-Ring übernimmt, 2010 immerhin gut 20.000 Euro. Die jetzt beantragten 10.000 Euro werden für Personalkosten benötigt, denn die Fördervoraussetzungen der geringeren künftigen Bundesförderung beinhalten eine Erweiterung der Öffnungszeiten und des Angebotes und damit eine Aufstockung der Personalkapazitäten.

Die Stadtverwaltung schlug vor, den jährlichen Zuschuss von 10.000 Euro zuzusagen. Allerdings nur, wenn die Bundesförderung gewährt wird und nur solange diese läuft, zunächst also für die Jahre 2012 bis 2014. Als Auflage bekam der Kinderschutzbund, dass die Bewerbung für das Folgeprogramm ebenso wie die Konzeption des Angebotes mit der Stadt abzustimmen ist, Personalentscheidungen müssen in Absprache mit der Stadt getroffen werden und ein Verwendungsnachweis über die 10.000 Euro ist auch gefragt.

Unter diesen Voraussetzungen stimmte der Hauptauschuss der Zusage der 10.000 Euro pro Jahr einmütig zu.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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