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100 Meilen mit einem Gang

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Albaching - Richard Ettmüller und sein Hochrad sind in Albaching und Umgebung schon ein bekanntes Gespann. Jetzt kam der Albachinger als "Weltmeister im Hochradfahren" aus Dänemark zurück.

Ein wenig stolz ist Richard Ettmüller schon, auch wenn es diesmal in Dänemark weniger Teilnehmer waren als sonst: Sieben Hochradfahrer kämpften auf der Insel Mön in der Klasse "Nachbauten" um den Titel, nach 8,4 Kilometer hatte der Albachinger seinen schärfsten Konkurrenten um 20 Sekunden hinter sich gelassen. Insgesamt waren 154 Teilnehmer aus 17 Nationen bei der Weltmeisterschaft.

Richard Ettmüller sportlich beim WM-Start und in Frack und Zylinder bei einer Ausfahrt auf Mön - freihändig, was auf dem Hochrad schon viel Geschick erfordert.

Auch wenn es beim Hochradfahren ansonsten eher um die Gaudi und das Gesehenwerden geht - bei der WM wird gnadenlos um Sekunden gekämpft. Letztes Jahr war Richard Ettmüller dabei noch Zweiter auf einem Rad der Albachinger "Solidarität". Heuer hatte er erstmals sein eigenes Rad, ein "Mesicek" aus Tschechien, klangvoller Name unter den Freunden altertümlicher Radmodelle. Und offensichtlich hatte er gut trainiert, so dass es zum Titel reichte.

Zur Vorbereitung fährt der 44-Jährige schon mal von Albaching in seine Arbeit bei der Sparkasse Ebersberg - und hat dabei natürlich immer das "Gschau". Denn die hohen Räder ohne jeden technischen Komfort ziehen unwillkürlich die Blicke auf sich, auch wenn der Fahrer im Normalfall nicht mit Zylinder und Frack im Sattel sitzt. Der ist für Umzüge, festliche Anlässe und Fahrad-Korsos reserviert, bei denen die Hochradfahrer immer wieder im Einsatz sind.

So war Richard Ettmüller bei der Meisterschaftsfeier des FC-Bayern dabei und hat den Autokorso zum Münchener Marienplatz begleitet. Zweimal war er auch schon in China, wohin es im September mit elf anderen Hochradfahrern erneut geht. Auf Einladung des Tourismusverbandes wird diesmal Shanghai das Ziel sein: "Das ist immer etwas Besonderes, die Chinesen fahren voll ab auf uns." Nur der Flug will gut geplant sein, denn das Rad hat alleine schon 22 Kilogramm und ist im wahrsten Sinn des Wortes "Sperrgepäck".

Auf das altertümliche Ungetüm ist Richard Ettmüller erst vor acht Jahren gekommen. Als Mitglied von "Solidarität Albaching" war er bis dahin ein ganz normaler Genuss-Radfahrer. Doch als er das Hochradfahren erst einmal probiert hatte, ließ es ihn nicht mehr los.

Auf Mön legte er am Tag nach dem WM-Rennen stolze 160 Kilometer, also 100 Meilen, darauf zurück: Der "Century Ride" gehört fest zum Programm des Treffens der Hochradfreunde, die im internationalen Verband IVCA (International-Veteran-Cycle-Association) zusammengeschlossen sind. Das ist dann auch für Richard Ettmüller eine harte Prüfung, "wesentlich anspruchsvoller als die MW selbst."

Doch inzwischen sind die Druckstellen am Hintern vergessen und die Pläne schon wieder klarer. Nächstes Jahr in der Slowakei will der Albachinger auf alle Fälle seinen Titel verteidigen. Bis dahin heißt es trainieren. Also aufgepasst, wenn rund um Albaching ein Hochrad um die Ecke flitzt: Es sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Weltmeister im Sattel.

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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