"Meilenstein für den ÖPNV"

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Langer Weg, gutes Ergebnis: Bürgermeister Michael Kölbl freute sich über die neue Zentrale für den ÖPNV in Wasserburg.

Wasserburg - Am Sonntag geht es richtig los: Mit Umstellung auf den neuen Fahrplan geht der neue zentrale Busbahnhof in Wasserburg in Betrieb. Die Freude darüber ist groß.

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Quasi unter Dauerbeobachtung der Wasserburger ist der Umbau in acht Monaten über die Bühne gegangen. Von außen betrachtet sei dies vielleicht eine lange Zeit, tatsächlich aber sei "äußerst zügig" gearbeitet worden, war Bürgermeister Michael Kölbl bei der Einweihung sicher. Immerhin seien hier drei Millionen Euro verbaut worden, teils unter, teils über der Erde. Der bayerische Steuerzahler schießt dazu 850.000 Euro zu.

Denn wie mehrmals berichtet ging es ja nicht nur um die Busse. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch ein Stück Hauptkanal neu verlegt (700.000 Euro), und es wurde ein Kreisverkehr gebaut, um die Situation unter der Rampe zu entschärfen. Außerdem wurde der Bahnhofsvorplatz völlig neu gestaltet - oder besser wird, denn dies ist der einzige Teil der Maßnahme, der noch nicht ganz fertig ist.

So fuhren während der Feier auch nicht nur die ersten schon umgeleiteten Busse, sondern auch Kieslaster und viele andere Fahrzeuge rund um den Bahnhof, ein Zeichen dafür, dass hier ein Verkehrsknoten für Wasserburg entstanden ist, eines der vielen Probleme dieser Baustelle: "Es musste immer unter Verkehr gearbeitet werden", so Kölbl, nur wenige Tage gab es eine Sperre.

1991 erste Pläne für Busbahnhof

Überhaupt scheinen acht Monate eine wirklich kurze Zeit, wenn man die Vorgeschichte betrachtet, die Kölbl aufblätterte. Schon 1991 regte die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) eine zentrale Einrichtung für die Busse in Wasserburg an. 1994 war ein Plan für den Bahnhofsvorplatz schon weit gediehen. Später diskutierte man eine Lösung rund um das Waaghäusl am Kaspar-Aiblinger-Platz. Doch keine der Planungen überzeugte wirklich. Andererseits war die Situation vor allem im Schulbusverkehr an der Landwehrstraße kaum mehr vertretbar.

2004 konnte die Stadt dann das Bahnhofsgelände kaufen, wo damals noch das BayWa-Gebäude und die sogenannte Stopselfabrik, ein kleines Häuschen hinter dem Bahnhof, standen. Dass es dann noch einmal sieben Jahre dauerte, bis die Busse ihre Zentrale erhielten, hat auch politische Gründe: Bürgermeister Kölbl erhielt keine Mehrheit für seinen Busbahnhofsplan, die Stadträte wollten erst ein Gesamtkonzept für das Bahnhofsgelände und an Details der Planung feilen.

Dabei wurden dann die Busflächen etwas abgespeckt. Inzwischen ist auch klar, dass die Bahn wohl nie mehr durch den Tunnel einfahren wird in die Altstadt. In der Anfangsplanung war der Übergang Schiene-Bus noch ein wichtiges Thema gewesen.

"Die Diskussion hat sich rentiert", war Architekt Klaus Immich bei der Einweihung sicher: Es gebe nun viele Möglichkeiten, das Gelände weiter zu entwickeln. Eine "lange vorbereitete städtebauliche Planung" sei hier sehr gut umgesetzt worden.

Zufrieden war an diesem Tag auch Veit Bodenschatz, Geschäftsführer der RVO, über die "rundum gelungene Sache".

Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) rund um Wasserburg sei dies ein Meilenstein.

Auch die Schulen zogen mit

Dass er erreicht wurde, dazu haben neben den überwiegend heimischen Firmen, denen Kölbl eigens dankte, auch die Nachbarn mit viel Verständnis beigetragen - und die Real- und Förderschule. Sie haben sogar den Schulschluss leicht verlegt, um einen Fahrplan möglich zu machen, der die Abwicklung des Schülerverkehrs über den neuen Bahnhof erlaubt, ohne den Linienverkehr zu beeinträchtigen.

Einen Bogen von der Orientierung im Verkehr zur Orientierung im Leben schlug Pfarrerin Cordula Zellfelder bei der gemeinsamen Segnung mit ihrem katholischen Kollegen Dr. Schinagl. Einen ganz anderen Kontakt nach oben stellt die Überdachung der Bushaltestellen her: Die Stadtwerke haben darauf eine Fotovoltaikfläche installiert.

koe/lst/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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