"Mittelbau" ist ökologisch Spitze

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Peter Rink, Michael Kölbl und Josef Neiderhell (von links) vor der massiv gedämmten farbigen Fassade.

Wasserburg - Nach 18 Monaten Baustelle feierte das Luitpold-Gymnasium gestern seinen "neuen" Mittelbau: Mit dem Abschluss der energetischen Sanierung wurde das Gebäude aus dem Jahr 1966 zu einem ökologischen Vorzeigeobjekt.

"Nieder mit dem Mittelbau - macht kaputt, was euch kaputt macht": Was in einem Schülersketch bei der Einweihungsfeier ironisch-kritisch zugespitzt wurde, bedeutete in der Praxis 17 zugige Klassenzimmer und vor allem Wärmeverluste, die heute kaum mehr nachvollziehbar sind. Zwei Zentimeter Isolierung zwischen zwei Aluminium-Schalen: Das fand Architekt Richard Kröff, als er die Westfassade untersuchte - für ihn auch eine schlüssige Erklärung dafür, warum im Keller eine Heizanlage stand, "mit der man normalerweise halb Wasserburg heizen könnte."

Zwei Kessel im neuen Heizgebäude werden mit Hackschnitzeln befeuert, ein kleiner Gaskessel der alten Heizung übernimmt die Sommer-Versorgung.

Der Landkreis als Sachaufwandsträger beschloss vor gut zwei Jahren, daraus ein ökologisches Vorzeigeobjekt zu machen. Die Dämmung liegt jetzt fast auf Passivhausniveau, die massiv gesenkte Heizenergie kommt aus Hackschnitzeln, die von den Bauern der WBV Wasserburg-Haag geliefert werden.

So gesehen ging es bei der Einweihungsfeier gestern auch "nicht nur um eine Hackschnitzelanlage", wie mehrere Redner betonten. Der Landkreis habe mit dieser Investition von 2,9 Millionen Euro gleich mehrere wichtige Effekte erzielt, so Landrat Josef Neiderhell. Er habe die Attraktivität einer wichtigen Bildungseinrichtung untermauert, die ökologische Bilanz verbessert, die Waldbauern unterstützt und das Mittelzentrum Wasserburg gestärkt.

Dass zu dessen Attraktivität die Schulen einen wesentlichen Beitrag leisten, hob Bürgermeister Michael Kölbl hervor. Der erinnerte sich, dass der Mittelbau seit seiner Gymnasialzeit unverändert war. Mit der Sanierung habe man einen "vorbildlichen Schritt" gemacht in Richtung der Klimaschutz-Ziele von "Wasserburg 2050".

Das rechnete Richard Kröff genauer vor: Reduzierung des Energiebedarfs um den Faktor zehn, Restbedarf aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu eine "ansprechende Farbgebung", wie er überzeugt war, und eine wohnlichere Atmosphäre im Inneren. Bei den Schülern kam dies offensichtlich schon gut an: In der Abizeitung 2010 findet sich der sanierte Mittelbau bei den "Tops". Als symbolische "Schlüssel für das 21. Jahrhundert" überreichte der Architekt an den Landrat und an Schulleiter Peter Rink ein Stück Isolierung und ein Holzscheit.

Rink hatte zu Beginn an die 18-monatige Bauzeit erinnert. Räume unter Wasser, versehentlich abgeflexte Rohre, Terminstress zum Schluss: Das alles habe sich aber für eine "kluge ökologische Weichenstellung" durchaus rentiert.

Als eine "Investition in die Zukunft" wertete auch Pfarrerin Cordula Zellfelder bei der gemeinsamen Segnung mit ihrem katholischen Kollegen Dr. Paul Schinagl die Baumaßnahme. Es gehe hier ja nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um Menschenbildung im Sinne des biblischen Auftrags, "den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren."

Ein wenig von dieser umfassenden Bildung vermittelte die Jazzband mit Erich Hoffmann, die die Feier schmissig umrahmte. koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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