Mittelschulverbund startet im September

Wasserburg – Der Mittelschulverbund Wasserburger Land wird im September ohne große Verwerfungen zwischen den beteiligten Schulen starten. Seit letzter Woche stehen die Schülerzahlen fest.

Mit einer umfangreichen Neuausrichtung als Mittelschule sollte die Hauptschule in Bayern gerettet werden, so der Plan der Staatsregierung. Inzwischen ist von der angekündigten Intensivierung vor allem der praxisnahen Ausbildung in drei Schwerpunkten nicht mehr viel übrig geblieben, die größere Verbünde erforderlich machten. Trotzdem wurden diese nun gebildet, in Wasserburg mit Rott, Edling, Eiselfing und Schnaitsee.

Seit letzter Woche stehen auch die Schülerzahlen fest und es zeigt sich, dass sich „für dieses Jahr noch nichts verändern wird“, so Franz Stein, Rektor der Hauptschule Wasserburg und offizieller „Koordinator“ der neuen Mittelschule. 1040 Schüler der Jahrgänge fünf bis zehn werden auf 50 Klassen aufgeteilt. Es gibt diesmal keine schmerzhaften Zusammenlegungen mit anderen Gemeinden und „mit 20,8 Schülern pro Klasse einen guten Schnitt“, findet Franz Stein.

Die entsprechenden Lehrerstunden seien ebenfalls in Aussicht. „Der befürchtete Schülertourismus mit vielen Busfahrten bleibt also aus – vorerst“, so Stein. Denn klar ist, dass die Schülerzahlen wie schon in der Haupt-, so auch in der Mittelschule weiter sinken werden, sowohl durch höhere Übertrittsquoten wie durch den allgemeinen Geburtenrückgang.

So gibt es heuer in Schnaitsee noch fünf Hauptschul-Klassen. Für die nächsten Jahre kann man sich aber schon ausrechnen, dass es dort nicht immer für eine eigene Klassenbildung reichen wird. Und für die Stunden in den Praxis-Schwerpunkten Soziales, Hauswirtschaft und Technik gab es ja schon in den vergangenen Jahren einen Austausch mit der Schule Eiselfing mit entsprechenden Busfahrten.

In Eiselfing wird es im Herbst neun Klassen geben, in Edling und Rott acht und in Wasserburg 20. Hier ist auch die einzige Praxis-Klasse und eine Orientierungsklasse, M-Züge gibt es wie schon bisher in Wasserburg und Eiselfing. Neu eingerichtet wird in Wasserburg eine sogenannte 9+2-Klasse, in der gute Quali-Absolventen in zwei Jahren die mittlere Reife erwerben können.

Franz Stein ist erst einmal froh, dass der Mittelschul-Start aller Voraussicht nach klappen wird. „Es kommt besser hin, als wir befürchtet haben“, so sein Fazit. Für die nächsten Jahre allerdings sieht er nicht so positiv. Die Zukunft der kleineren Landschulen könne man anhand der Geburtenzahlen ja prognostizieren: „Wo kein Zuzug ist, schaut es schlecht aus.“

Dann drohen doch Klassenzusammenlegungen und Fahrten der Mittelschüler in andere Standorte, wobei der Schulleiter die grundsätzche Abwehr der Eltern gegen diese Fahrten nicht ganz nachvollziehen kann: „Wenn die Kinder nur ein paar Zehntel besser gewesen wären, würden sie alle nach Wasserburg in die Realschule oder ins Gymnasium fahren, und niemand würde sich darüber aufregen.“

Keine Spur von Aufregung gibt es im Moment bei den Bürgermeistern. „Ich kenne keine Beschwerden“, so Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, der den Mittelschulverbund auf der kommunalen Ebene koordiniert. „Aber es hat sich ja praktisch auch nichts geändert."

koe/Wasserburger Zeitung

 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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