Mitten im Leben

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Pfaffing - 16 behinderte Kinder und Jugendliche finden mitten in Pfaffing ein neues Zuhause. An dem Projekt der Stiftung Attl sind die OVB-Leser beteiligt: Sie trugen mit ihren Spenden maßgeblich zur Verwirklichung bei.

Zwei Wohnhäuser für jeweils acht Kinder und Jugendliche im Schulalter baut die Stiftung Attl auf einem Grundstück mitten im Ort. "Es ist ein wunderschöner Platz für ein wundervolles Projekt", stellte Oliver Döser, Geschäftsführer des OVB-Medienhauses, beim Spatenstich am gestrigen Freitag begeistert fest. Das Projekt gab es gedanklich schon vor mehr als drei Jahren. An der Umsetzung sind die Leserinnen und Leser der OVB-Heimatzeitungen maßgeblich beteiligt: Sie trugen bei der Weihnachtsspendenaktion 2009 stolze 325000 Euro zur Finanzierung bei. Und das bei einer parallel laufenden Aktion zugunsten des Franziskushauses in Au am Inn, die eine ähnlich große Summe einbrachte.

2,8 Millionen Euro Baukosten

Warum es bis zum Spatenstich fast drei Jahre dauerte, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Attl, Wolfgang Slatosch: Einige geänderte Gesetze und Verordnungen zogen die Planungen in die Länge und "dann hatten wir auch noch ein Problem mit dem bayerischen Haushalt". Denn aus dem kommt eine knappe Million der insgesamt 2,8 Millionen Euro Baukosten. An der Finanzierung sind außerdem der Bezirk, die Bayerische Landesstiftung und die Aktion Mensch beteiligt.

Das Positive an der Verzögerung: Die Stiftung Attl erbte in der Zwischenzeit Grundstücke in Pfaffing. Friedrich Rauchbart habe ihm immer wieder gesagt, er wünsche sich, dass auf seinem Grund junge Menschen mit Behinderung leben, so Slatosch. Und da die Stiftung Attl möglichst viele ihrer Betreuten außerhalb des Stiftungsgeländes, mitten im Leben, unterbringen möchte, wurde sofort umgeplant. Was im Pfaffinger Gemeinderat und der Verwaltung auf große Zustimmung stieß. Der Rat sei sich immer einig gewesen, dass dieses Grundstück ein besonderes sei, so der stellvertretende Bürgermeister Tobias Forstner. Ein 08/15-Baugebiet wollte man hier nicht, das Vorhaben der Stiftung Attl hingegen kam sofort gut an. "Wir sind mit offenen Armen aufgenommen worden", bestätigte Slatosch. Wie schnell der Gemeinderat dem Vorhaben zustimmte, das hatte schon Döser als "rekordverdächtig" bezeichnet. Dennoch sei es ein Spatenstich für einen Schwarzbau, verriet Forstner amüsiert - es sei denn, der stellvertretende Landrat hätte die Baugenehmigung mitgebracht. Was Josef Huber schmunzelnd verneinte.

Architekt Eik Kammerl hat die beiden Wohngruppen in seinem Heimatort so geplant, dass die Stiftung Attl sie bei Bedarf auch an weiteren Orten baugleich errichten kann. Eine ebenso weitblickende wie pfiffige Idee, waren sich Döser und Forstner einig. Im Erdgeschoss entstehen ein großer Wohn- und Essbereich samt Küche, dazu zwei Zimmer für Betreute, ein Pflegebad und ein großzügiger Eingangsbereich. Im Obergeschoss wohnen sechs weitere Kinder und Jugendliche, zudem sind dort der Dienstraum für die Betreuer sowie Sanitärräume. Die großen Fensterfronten der Wohnbereiche öffnen sich zur Nachbarschaft. Das sei gelebte Inklusion, hier sei ein ganz normaler Umgang mit den jungen Menschen mit Behinderung möglich, stellte Huber fest. Er wünsche den künftigen Bewohnern der beiden Häuser, dass sie sich in und mit der Nachbarschaft wohl fühlen.

"Im Namen unserer Kinder sage ich den Leserinnen und Lesern der OVB-Heimatzeitungen einen ganz besonders herzlichen Dank für die großartige Unterstützung", so der Stiftungsvorsitzende. In einem Jahr sollen 16 Kinder und Jugendliche in ihr neues Zuhause einziehen.

syl/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser