Lkw möglichst über die A8

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Die Brunnholzstraße, eine von Fahrradfahrern gern genutzte Verbindung zwischen Kolbermoor, Großkarolinenfeld und Rosenheim und Spazierweg in die Moorkultur, wird durch die Westtangente abgeschnitten.

Rosenheim - Der erste Spatenstich für die Westtangente erfolgt im August. Erste Anzeichen für die große Straßenbaustelle sind jedoch jetzt schon sichtbar.

Der erste Spatenstich für die Westtangente erfolgt am 27. August. Die ersten Anzeichen dafür, dass im Westen der Stadt die größte Straßenbaustelle eingerichtet wird, die es in Rosenheim je gab, sind jedoch jetzt schon sichtbar.

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In Pösling wurde bereits die Baustelle für den Bau der Brücke über die Westtangente im Zuge des Feldweges Pösling-Schlimpfham eingerichtet. Größtenteils will das Staatliche Straßenbauamt den Baustellenverkehr auf der Trasse selbst abwickeln. Nachdem diese Trasse noch nicht existiert, müssen die Baustellen-Lkw derzeit noch durch bebautes Gebiet fahren. In diesem Monat geht es los mit den Arbeiten für die Fundamente. "Die Verkehrsbelastung für die Anwohner in Pösling dürfte dabei nicht wesentlich größer sein als beim Bau eines Einfamilienhauses", meint Eva Weber. Bei der Bauoberrätin laufen im Staatlichen Straßenbauamt alle Fäden in Sachen Westtangente zusammen.

Die Baustellenfahrzeuge sollen das normale Straßennetzes so wenig wie möglich belasten. Der Abtransport des Seetons und die Anlieferung von Kies soll nicht durch bebaute Gebiete führen. Vor allem die Anwohner von Westerndorf am Wasen müssen aber doch mit verstärktem Lkw-Aufkommen rechnen, sagt Weber. Dies lasse sich nicht vermeiden. Ideal wäre es, einen Großteil des Baustellungverkehrs von der Autobahn aus direkt über eine vorhandene Behelfsausfahrt abzuwickeln. Ob dies machbar ist, will das Straßenbauamt mit der Autobahndirektion klären.

Bauoberrätin Eva Weber koordiniert im Staatlichen Straßenbauamt die Arbeiten an der Westtangente, hier mit Amtsleiter Claus-Peter Olk.

Der erste von fünf Bauabschnitten für die Westtangente, zwischen der Autobahn A8 im Süden und Schwaig im Norden, ist 3,9 Kilometer lang. Das Straßenbauamt beginnt an beiden Seiten gleichzeitig mit dem Abschieben des Oberbodens. Dann wird, soweit nötig, der als unsicherer Baugrund bekannte Seeton entfernt. Es folgt der Bodenaustausch. Bei dieser Vorgehensweise ist gewährleistet, dass die schweren Baugeräte von beiden Seiten aus auf das geschützte Kaltental zufahren können. Dieser empfindlichen Bereich ist soweit wie möglich zu schonen. Laut Gerichtsbeschluss darf in das Gebiet nur eingegriffen werden, um die Widerlager zu errichten. Die dort geplante Brücke muss vom Brückenende aus über das Tal geschoben werden.

Im Moment laufend ergänzende Baugrunduntersuchungen im Bauabschnitt I. Unliebsame Überraschungen hat es dabei bisher nicht gegeben. "Wir hatten ja schon ziemlich viele Bohrungen vorgenommen", sagt Amtsleiter Claus-Peter Olk. Jetzt gehe es noch um die exakten Tiefen und Zusammensetzungen des Bodens.

Der erste Bauabschnitt mit Kosten von rund 20,3 Millionen Euro soll 2015 fertig werden. Wenn der Bund das Geld zur Verfügung stellt, wird im Anschluss das Brückenbauwerk über das Aichergelände in Angriff genommen.

Der dritte Bauabschnitt berührt die Brunnhholzstraße, eine beliebte Verbindung zwischen Kolbermoor, Großkarolinenfeld und Rosenheim für Fahrradfahrer und Spazierweg in die Moorkultur. Die Westtangente wird diese Verbindung abschneiden. Eine Über- oder Unterführung ist nicht vorgesehen, auch nicht für Fußgänger und Radfahrer. Die nächsten Möglichkeiten, die neue Umgehungsstraße zu queren, liegen 700 Meter weiter südlich in der Großholzstraße und einen Kilometer nördlich im Zuge eines Feld- und Waldweges.

Brunnholzstraße wird abgeschnitten

Das Thema sei im Rahmen der gerichtlichen Augenscheintermine intensiv behandelt worden, sagt Claus-peter Olk. Dabei hätten sowohl die Vertreter von Großkarolinenfeld als auch von Roenheim darauf hingewiesen, dass die Brunnholzstraße keine offizielle Wegeverbindung sei und nur von Fußgängern und Radfahrern genutzt werde. An einer Querungsmöglichkeit bestehe an dieser Stelle kein Interesse.

Sollte es in dieser Sache ein Umdenken geben, wäre eine Umplanung problemlos möglich. Die Kommunen müssten dann aber nicht nur die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, sondern auch das entsprechende Geld auf den Tisch legen. "Dann bauen wir alles mit, was man wünscht", versichert Olk.

Oberbayerisches Volksblatt

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Quelle: rosenheim24.de

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