Molkerei kontra Bund der Milchviehhalter

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Produktionsleiter Jürgen Green erläutert MdB Daniela Raab den Betrieb der Molkerei Bauer.

Wasserburg - Der Vorschlag des Bundes der Milchviehhalter (BDM), sich freiwillig zur Reduzierung der Milchmenge zu verpflichten, stößt bei der Molkerei Bauer und der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Raab auf geteiltes Echo.

„Der Vorstoß an sich ist ein richtiger Schritt“, sagte Raab bei einer Diskussion mit Vertretern der Molkerei in Wasserburg. „Doch es gibt hier noch erheblichen Gesprächsbedarf. Es ist schwer vermittelbar zu sagen: wir hätten gerne eine Belohnung dafür, dass wir weniger Milch liefern. Da müssen wir gemeinsam über Alternativen nachdenken.“ Ähnlich sieht das auch der Geschäftsführer der Molkerei Florian Bauer. „Der Ansatz einer freiwilligen Verpflichtung ist wichtig, denn es ist die Sache der Landwirtschaft, die Milchmenge in den Griff zu bekommen. Dass die Molkereien für diese Verpflichtung einen Ausgleich zahlen sollen, halte ich aber für problematisch.“

Raab besuchte die Molkerei gemeinsam mit dem CSU-Ortsverband, Vertretern der Jungen Union und den Bezirksräten Eleonore Dambach und Sebastian Friesinger. „Mir ist es bei der ganzen Diskussion um die Milchpreise wichtig, mir auch die Meinung der Molkereien anzuhören. Angesichts der dramatischen Lage der Milchbauern müssen wir einen Konsens finden. Ich bin jedenfalls bereit, mit dem Bund der Milchviehhalter über den Vorschlag zur Mengenreduzierung zu sprechen.“

Florian Bauer wies darauf hin, dass die Molkerei Bauer zu 100 Prozent Vertragslandwirte hat. „Die Verträge laufen zwischen fünf und zehn Jahren. Darin verpflichten wir uns, jeden einzelnen Liter, den die Landwirte erzeugen, auch abzunehmen, egal ob wir ihn verwerten können oder nicht. Diesen Aspekt darf man in der gesamten Diskussion über die Milchpreise nicht vergessen.“ Von August bis zum Jahresende wird die Molkerei den Landwirten 25 Cent pro Liter Milch zahlen. Bauer verarbeitet im Jahr rund 200 Mio. kg Milch, das Unternehmen stellt täglich mehr als drei Millionen Becher Frischprodukte wie Joghurt und Käse her.

Raab und Bauer waren sich einig, dass die Politik den Landwirten angesichts des Preisverfalls bei Getreide und Milch und dem künftigen Wegfall der Milchquote verlässliche Rahmenbedingungen schaffen muss. „Ich habe vermisst, dass man den Landwirten auch von CSU-Seite sagt, wo die Reise hingeht“, so Bauer.

Einigkeit herrschte auch beim Thema Analogkäse. Hier müsse es eine eindeutige Kennzeichnung geben, erklärten der Geschäftsführer der Molkerei und die heimische Wahlkreisabgeordnete. „Wenn der Verbraucher eine Pizza für einen Euro kaufen will, dann kann er keine große Qualität erwarten“, meinte Florian Bauer. „Aber der Verbraucher bemerkt den Analogkäse nur, wenn er auch gekennzeichnet ist.“ Bei den Produkten der Molkerei spiele der Analogkäse keine Rolle, betonte Bauer. Daniela Raab ist in dieser Sache schon aktiv geworden. Sie hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gebeten, klare Vorschriften zur Kennzeichnung zu erarbeiten. „Diese Regelungen sind im Ministerium bereits in Arbeit“, so Raab. Für die Bundestagsabgeordnete ist der Analogkäse persönlich auch kein Thema. „Der Besuch bei der Molkerei Bauer hat mir erneut bewiesen, dass in unserer Region hochwertige Produkte produziert werden. Deshalb werde ich mich persönlich immer für den echten Käse entscheiden.“

Quelle: rosenheim24.de

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