Mehr Züge im Einsatz, kürzerer Takt

Wasserburg - Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat für die Strecke Ebersberg - Wasserburg zusätzliche Züge bestellt. Damit sollen zwei wesentliche Verbesserungen erreicht werden:

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regionalverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, bestellt bei der Südostbayernbahn ab Dezember 2014 auf der Strecke Ebersberg – Wasserburg zusätzliche Züge. Dadurch kann beim sogenannten Filzenexpress der Stundentakt eingeführt und die Anbindung Wasserburgs nach München erheblich verbessert werden. Die Züge werden unter der Woche stündlich ab Wasserburg von 5 bis 21 Uhr sowie um 23 Uhr nach Ebersberg und meist weiter nach Grafing Bahnhof verkehren. Ab Ebersberg geht es stündlich von 6 Uhr bis 22 Uhr sowie nach Mitternacht Richtung Wasserburg. Das Fahrplankonzept hat die BEG mit der Südostbayernbahn, der S-Bahn München und den beiden Landkreisen Ebersberg und Rosenheim detailliert abgestimmt. „Wir freuen uns, dass wir auf dieser lange von der Stilllegung bedrohten Strecke ab 2014 ein attraktives Verkehrsangebot bereitstellen können“, sagt Fritz Czeschka, Geschäftsführer der BEG. So könne man aktiv dazu beitragen, dass im Einzugsbereich der Landeshauptstadt neue Fahrgäste für den umweltfreundlichen Regionalverkehr gewonnen werden.

Bedürfnisse von Berufspendlern und Schülern sind berücksichtigt

Etwa sechs Züge je Richtung werden ab Dezember 2014 für Berufspendler in etwa 55 Minuten sogar direkt zwischen Wasserburg und München Ost verkehren. Um den Schülern in Wasserburg, Ebersberg, Grafing Bahnhof und Kirchseeon optimal auf die Schulzeiten abgestimmte Verbindungen bieten zu können, weicht der neue Fahrplan morgens und mittags vom starren Stundentakt ab. Tagsüber werden Fahrgäste des Filzenexpress in Grafing regelmäßig direkten Anschluss von und zu den Meridian-Zügen haben, mit einer Gesamtfahrzeit von etwa einer Stunde zwischen Wasserburg und München.

Betriebszeit am Wochenende wird verlängert

Das Fahrplanangebot an Wochenenden mit den zweistündlich zwischen Grafing Bahnhof und Wasserburg pendelnden Zügen bleibt weitgehend unverändert. Jedoch wird die Betriebszeit – wie unter der Woche – in den späten Abend hinein verlängert. Fahrgäste können dann täglich auch nach 23 Uhr die Heimfahrt von München nach Wasserburg antreten. „Das neue Fahrplanangebot bietet daher nicht nur den Berufspendlern mehr Verbindungen, sondern auch im Freizeitverkehr größere Flexibilität“, so Czeschka. Gerne hätte man bei der BEG auch den Stundentakt am Wochenende ermöglicht. „Leider lässt die finanzielle Situation das jedoch nicht zu“, so Czeschka.

Höchstgeschwindigkeit steigt schon 2013

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 steigt zwischen Wasserburg und Ebersberg bereits die zulässige Höchstgeschwindigkeit für die Südostbayernbahn von 50 auf 80 km/h, was die Fahrzeiten um etwa fünf Minuten verkürzen wird. Dafür wurden in den letzten Jahren zahlreiche Ausbaumaßnahmen umgesetzt. So wurden z. B. die Gleise weitgehend erneuert sowie viele Bahnübergänge geschlossen beziehungsweiße technisch gesichert. Zudem modernisierte die Südostbayernbahn die Stationen in Tulling, Forsting und Edling. In Steinhöring wird im Laufe des nächsten Jahres ein neuer Begegnungsbahnhof entstehen. Derzeit kann zwischen Ebersberg und Wasserburg nur ein Zug verkehren, weshalb die Züge nur im Zweistundentakt fahren. Die Finanzierung dieser Infrastrukturmaßnahme erfolgt durch den Bund über das Bundesschienenwegeausbaugesetz. Erst mit dem Abschluss dieser Baumaßnahme kann der Stundentakt im Dezember 2014 realisiert werden.

Landkreis muss Busanschlüsse herstellen

Wichtig für eine gute Akzeptanz der Bahnlinie ist, dass die weiterführenden Buslinien möglichst gute Anschlüsse zum Bahnangebot haben. So sollten die Busse zum Beispiel Richtung Obing und Trostberg nicht im Wasserburger Stadtzentrum beginnen und enden, sondern bis zum Bahnhof durchfahren. „Hier sind die Busunternehmer und Landkreise als Verantwortliche für den Busverkehr gefordert“, betont Czeschka.

Bayerischer ÖPNV-Preis 2012

Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte sich über Jahrzehnte hinweg für den Erhalt der Bahnlinie Ebersberg – Wasserburg eingesetzt. Für sein Engagement wurde er im vergangenen Jahr durch Bayerns Verkehrsminister mit dem Bayerischen ÖPNV-Preis ausgezeichnet.

Pressemitteilung Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH

Quelle: rosenheim24.de

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