Nach Jugendbeteiligungskonferenz "#myvision17"

Übervolle Busse und fehlende Ansagen stören Jugendliche

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Jugendliche aus dem ganzen Landkreis und Kommunalpolitiker hatten viel zu besprechen. Moderiert wurde "#myvision17" von Erik Flügge (Bildmitte).

Landkreis - Bei der Jugendbeteiligungskonferenz "#myvision17" fanden Kommunalpolitiker engagierte Ansprechpartner. Neben Öffentlichem Personennahverkehr gab es auch andere Themen zu besprechen.

Die Jugendlichen im Landkreis Rosenheim haben sich einen richtig guten Ruf erworben. Wenn sie sich auf Einladung der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Rosenheim treffen, um Mängel zu benennen, Ideen zu formulieren und ihre Mitarbeit anzubieten, dann hören die in den Gemeinden Verantwortlichen zu. Zur jüngsten Jugendbeteiligungskonferenz "#myvision17" in der Chiemseehalle in Breitbrunn kamen über fünfzig politische Vertreter aus den Landkreisgemeinden, darunter 22 Bürgermeister.

Auch Landrat Wolfgang Berthaler war dabei. Der lobte die rund 120 Teilnehmer: "Es freut mich, dass ihr so aktiv seid." Der Landrat wies darauf hin, dass man sich mit 18 Jahren in den Gemeinderat wählen lassen kann. "Wenn ihr euch einbringt, können sich eine Gesellschaft und eine Gemeinde verändern", warb Wolfgang Berthaler für ein weitergehendes Engagement der Jugendlichen.

Die Themen der Jugendlichen:

Öffentlicher Personennahverkehr nahm in der Präsentation der Themen in der Chiemseehalle auch optisch am meisten Raum ein. Die Jugendlichen beklagten unter anderem

  • übervolle Busse
  • zu geringe Kapazitäten für die Zahl der Nachmittagsschüler
  • zu knapp bemessene Busabfahrtszeiten, die viele Nachmittagsschüler nicht erreichen
  • fehlende Verbindungen bei vorzeitigem Schulschluss
  • keine Ansagen im Bus
  • zu wenige Angebote am Wochenende.

Landrat Wolfgang Berthaler versprach, sich der Themen Personennahverkehr und Schülerverkehr annehmen zu wollen. Auch Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo ist bereit, über die Stadtbusse zu reden, um dieses Angebot für Jugendliche attraktiver zu gestalten.

Ein weiteres ÖPNV-Thema war der Wunsch, dass Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg entlang des Auerbachs in Oberaudorf friedlich miteinander auskommen. Bürgermeister Hubert Wildgruber meinte dazu, wir sind gerade dabei, unseren Ort zu überplanen, und wir werden diese Anregung unseren Planern zukommen lassen.

Rohrdorfs zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck sagte zu, dass sich die Gemeinde mit dem fehlenden Radweg zwischen Rohrdorf und Neubeuern beschäftigen will. Die Jugendlichen hatten das Radfahren auf der Straße als sehr gefährlich beschrieben.

Den Wunsch nach einer Tischtennisplatte konnte Joachim Wiesböck gleich klären. "Die wird kommen", sagte er. 

In Wasserburg fand zudem kürzlich ein Festival im Badria statt, das sich die Jugendlichen in der Beteiligungskonferenz vor einem Jahr gewünscht und mit Unterstützung des Jugendzentrums und der Jugendbeauftragten umgesetzt hatten. Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl sprach von einer tollen Sache, auch wenn die Vorbereitung die Jugendlichen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte.

Ein ähnliches Festival erhoffen sich diesmal die jungen Damen und Herren aus Raubling. Bürgermeister Olaf Kalsperger meinte: "Wir wollen schauen, ob wir das hinkriegen."

Für den Höglinger Weiher in Bruckmühl wünschten sich die Jugendlichen einen Steg, ein Sprungbrett, eine Kletterinsel und einen aufblasbaren Eisberg. Um das Umfeld des Weihers sauber zu halten, boten sie an, Aufräumtrupps zu organisieren.

Zudem haben die Jugendlichen in Bruckmühl den Wunsch, einen Jugendtreff für 12- bis 17-Jährige in eigener Verantwortung zu betreiben.

Das sind keine unerfüllbaren Wünsche, sagte Bürgermeister Richard Richter. Gesprächstermine für die Sommerferien wurden vereinbart.

Mehrfach genannt wurde öffentlich zugängliches W-Lan. Tatsächlich stehen in mehreren Gemeinden bereits so genannte Hotspots zur Verfügung beziehungsweise werden diese ausgebaut, wie zum Beispiel in Bad Endorf, Bernau oder Schechen.

Damit Jugendliche leichter an Ferienjobs kommen, soll eine Internetplattform geschaffen werden.

Rund 45 Minuten dauerte es, bis alle Bürgermeister die Fragen von Moderator Erik Flügge aus Köln beantwortet hatten. Weil dabei keine Unruhe aufkam, meinte Erik Flügge am Ende: "Über hundert Jugendliche haben ihnen gebannt zugehört, machen sie das mal mit Erwachsenen."

Bei der Verwirklichung der Projekte in den kommenden Wochen und Monaten stehen den Jugendlichen die jeweiligen Jugendbeauftragten der Gemeinden, Hauptamtliche aus der Offenen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit an Schulen und nicht zuletzt die Organisatorin aus der Kommunalen Jugendarbeit Karola Kellner zur Seite.

2014 wurde die Jugendkonferenz "#myvision" erstmals organisiert. Bis heute ist diese Form der Jugendbeteiligung in Deutschland einmalig. "Andere Landkreise schauen sehnsüchtig hierher", sagte Erik Flügge, der bundesweit tätig ist.

Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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